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    Morbach

    Im Moor wird die Uhr zurückgedreht

    Für Morbachs Bürgermeister Andreas Hackethal ist der Ortelsbruch "ein Juwel" am Ortsrand. Er verbinde viele Punkte wie Freizeitmöglichkeiten, ursprüngliche Natur und Bildung in Form des einzigen Moorlehrpfads im Naturpark Saar-Hunsrück. Hackethal: "Der Ortelsbruch ist sehr gut besucht, und er wird immer beliebter - auch überregional." Nun soll das 46 Hektar große Gebiet, das Landesforsten gehört, aus Naturschutzsicht noch an Attraktivität gewinnen.

    Von Hand werden die uralten Gräben, die die Hochwaldbrücher entwässerten, zurück gebaut. 
Foto: Marion Maier
    Von Hand werden die uralten Gräben, die die Hochwaldbrücher entwässerten, zurück gebaut.
    Foto: Marion Maier

    Im Rahmen des Projekts EU Life soll es wieder mooriger werden im Bruch, und das bedeutet in erster Linie feuchter. Die Uhr wird dafür quasi zurückgedreht. Denn die Gräben, die laut Hansjörg Dröschel, dem Leiter des Forstreviers Dhronecken, vor 200 bis 250 Jahren gezogen wurden, um das Gebiet trockenzulegen und Fichten anzupflanzen, werden nun von Forstmitarbeitern gestaut. Zudem wird der Moorentwicklung unter die Arme gegriffen, indem untypische Arten aus dem Wald genommen werden.

    Biotopbetreuerin Margret Scholtes, die die Entwicklung der Morbacher Moore seit 20 Jahren begleitet, sagt: "Wir wollen die Fichten sukzessive austauschen gegen Laubwald. Außerdem wollen wir die Verbuschung zurücknehmen." Nur vereinzelte Bäume und Büsche wie Moorbirke oder Faulbaum bleiben stehen. Die Biologin erwartet, dass sich Arten, die für Moore typisch sind, dadurch weiter ausbreiten. Ziel des Projekts ist es, den Artenrückgang aufzuhalten. Interessierten soll zudem durch Führungen und Veranstaltungen vermittelt werden, wie wertvoll diese Feuchtgebiete sind. Margret Scholtes spricht von "herber Schönheit", die nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, weil viele Pflanzen klein und unscheinbar sind.

    Zu den typischen Moor-Pflanzen gehören wasserspeichernde Torfmoose, der fleischfressende Sonnentau und die Moosbeere mit rosa Früchten. Letztere ist die einzige Futterpflanze für die Raupen des vom Aussterben bedrohten Hochmoor-Perlmutterfalters, der in der Eifel noch vorkommt und im Hunsrück im Rahmen des Projekts wieder angesiedelt werden soll. Auch das Gefleckte Knabenkraut, eine Orchidee, oder das Wollkraut mit dem weißen Wuschelköpfchen gibt es hier noch.

    Doch nicht nur Tiere und Pflanzen haben etwas von der Renaturierung der Moore. Auch der Mensch profitiert davon, dass die Moore Kohlendioxid und Wasser speichern. Die Renaturierung dient also auch dem Klima- und Hochwasserschutz.  Marion Maier

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