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Hottenbach

Hottenbacher verärgert über Ex-Mitbürgerin

Nach dem NZ-Bericht "Ab und zu Sehnsucht nach dem Hunsrück" (29. Oktober) erreichen Ortsbürgermeister Horst Kreischer Anrufe aufgebrachter Bürger, die ihren Unmut über die Aussagen ihrer ehemaligen Mitbürgerin Beate Kuchs Luft verschaffen. Die renommierte Glaskünstlerin, die mehr als 20 Jahre in Hottenbach gelebt und gearbeitet hat und vor eineinhalb Jahren nach Oldenburg gezogen ist, sagt rückblickend: "Es war vielleicht doch die andere Sprache, Herkunft, Bildung, Kultur und auch Erfahrung, einfach ein anderer sozialer Code, der uns trennte."

In dieser Feststellung stecken laut Kreischer gleich mehrere wertende Urteile über die Menschen der Region. Es würden Differenzierungen bezüglich Herkunft, Bildung und Kultur als Gründe für ihren Wegzug angeführt. Kreischer sagt: "Es stimmt: Das Leben auf dem Hunsrück war über Jahrhunderte durch Kargheit, Schlichtheit und Armut geprägt. Vor der Zuwendung zu Kunst, Kultur und Bildung stand die Sicherung der wirtschaftlichen Existenz im Vordergrund. Hungrige Mägen kann kein Verlangen nach Kunst füllen."

Doch dies sei Geschichte. Spätestens im 20. Jahrhundert hätten sich auch im Hunsrück die Lebensbedingungen grundlegend ge-ändert. Der Zugang zu Bildung sei heute ebenso selbstverständlich wie das ausgeprägte kulturelle Leben. Gerade Hottenbach habe mit seinen rührigen Vereinen und Gruppen viel zu bieten. Da stimme es ja fast versöhnlich, dass zumindest KaFF, ein Hotspot in der kulturellen Szene mit einer Ausstrahlung weit über Hottenbach hinaus, positiv von Kuchs erwähnt werde.

"Die Ansiedlung von Beate Kuchs mit ihrem Glasatelier war für Hottenbach ebenso bereichernd wie ihr Engagement in der Gemeinde. Sie hat in Hottenbach Spuren hinterlassen, ihr Weggang wurde von vielen als Verlust für den Ort gesehen und bedauert", betont Kreischer. Fünf Jahre, von 2004 bis 2009, gehörte sie dem Gemeinderat an. Auch in der Marktinitiative, der Theatergruppe und bei KaFF habe Kuchs Akzente gesetzt. "Ihr kritischer Rückblick auf ihre Zeit im Gemeinderat und die vermeintliche Unbeweglichkeit in den Köpfen der übrigen Ratsmitglieder muss als weiterer Grund für ihren Weggang herhalten. Aus der Tatsache, dass gelegentlich die eigene Position nicht mehrheitsfähig zu machen ist, den Vorwurf zu konstruieren, die politischen Weggefährten seien unbeweglich, ist in höchstem Maße befremdlich und zeugt von einem rudimentären Demokratieverständnis", erklärt Kreischer. "Wir gestehen Beate Kuchs zu und freuen uns für sie, dass sie nun offenbar ein Lebensumfeld gefunden hat, das nach ihrem Verständnis Ansprüche an Herkunft, Bildung und Kultur voll abdeckt. Was wir ihr nicht zugestehen ist: die Menschen im Hunsrück und speziell in Hottenbach mit dem Makel einer zweifelhaften Herkunft, einer gewissen Bildungsferne und ohne Bezug zu Kunst und Kultur zu stigmatisieren." ni

Idar-Oberstein Birkenfeld
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