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    Bingen/Idar-Oberstein

    Hertiehaus: Obwohl sich derzeit wenig bewegt, hofft OB Frühauf auf baldige Lösung

    In den Haushaltsreden im Stadtrat war das Hertie-Gebäude immer wieder Thema: Es herrscht Einigkeit, dass ohne eine Wiederbelebung dieses zentralen Gebäudes wenig Hoffnung für den Einzelhandel in der Innenstadt besteht. Oberbürgermeister Frank Frühauf nahm jetzt an einem Treffen von Vertretern ehemaliger Hertie-Standorte und der Gläubiger teil. Zwar kam dabei wenig Neues zum Gebäude "Auf der Idar" heraus, aber Frühauf ist aus mehreren Gründen optimistisch, dass eine Lösung näherrückt.

    Das Hertiehaus in Oberstein gilt als eines der Symbole für die Probleme der Stadt mit Leerstand und Verwahrlosung.
    Das Hertiehaus in Oberstein gilt als eines der Symbole für die Probleme der Stadt mit Leerstand und Verwahrlosung.
    Foto: Andreas Nitsch (Archiv)

    Von Stefan Conradt und Rainer Gräff

    "Ich denke, wir haben jetzt einen Fuß in der Tür", sagt der neue OB, der am Mittwoch in den Sprecherrat der von den Hertie-Schließungen betroffenen Kommunen gewählt wurde: "Bisher wurde für alle Standorte, deren Vertreter in diesem Rat saßen, eine neue Nutzung gefunden - oder das Gebäude wurde abgerissen." Letzteres sei zwar in Idar-Oberstein derzeit keine Option, aber: "Die Gedanken sind frei ..." Wenn ein Investor mit guten Ideen käme, sei man immer gesprächsbereit.

    Die Runde wird kleiner

    Das vierte Treffen fand in deutlich kleinerem Kreis statt, denn von den einstmals 32 betroffenen Städten konnten schon in 24 die Korken knallen, nachdem Lösungen für die Problemimmobilien gefunden waren. Zu den beiden rheinland-pfälzischen Städten, die noch keinen Erfolg vermelden konnten, zählt neben Idar-Oberstein Neustadt an der Weinstraße. Frühauf bedauerte in der Runde, dass seine Stadt bislang zu wenig Interesse bei Projektentwicklern fand. Nun denkt er daran, in Sachen Hertie neue Wege zu gehen - mithilfe der Fördermöglichkeiten aus dem Landesprogramm "Aktive Stadtzentren", in das Idar-Oberstein aufgenommen wurde.

    In der Diskussion zwischen Stadtspitzen, Wirtschaftsförderern und Sebastian Mogos-Lindemann von der CR Investment Management GmbH als Vertreter der Gläubigerseite wurde eine Lücke in der Interessenvertretung deutlich: Der stationäre Handel habe keine Lobby in der Bundespolitik, es fehle am Nachdruck für eine Branche, die zunehmend im Wettbewerb mit dem Onlinehandel stehe und eine Neupositionierung mit frischen Ideen und Konzepten brauche. Dass es eine solche politische Befürwortung nicht gibt, habe ihn "sehr überrascht", sagte Mogos-Lindemann. Die Investition in eine Immobilie sei für einen Projektentwickler nur interessant, wenn an dem Standort auch eine entsprechende Nachfrage nach Einzelhandelsflächen besteht. Wo dies nicht der Fall ist, müssten alternative Nutzungsmöglichkeiten geprüft werden.

    Mogos-Lindemann beobachtet, dass insbesondere die großen Filialisten sehr zurückhaltend sind, wenn es um Investitionen in Mittelstädten geht: "Die beißen nicht überall an wie gewünscht." Sein Vermarktungsunternehmen CR hatte sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2014 alle Hertie-Häuser verwertet zu haben. Das gelang nicht ganz, auf eine neue Zeitschiene möchte sich der Manager nicht festlegen.

    Dennoch war die Grundstimmung beim jüngsten Binger Treffen positiv. Der Tenor war deutlich: "Es ist Bewegung drin. Der Einsatz hat sich gelohnt." Mogos-Lindemann machte den weiter optimistisch wartenden Kommunalvertretern Hoffnung: "Ich bin zuversichtlich, dass wir das gemeinsam schaffen." Der Binger OB Feser skizzierte den Fortgang des Projekts in "seiner" Innenstadt. Der Umbau und die Erweiterung des Hertie-Gebäudes laufen, allerdings etwas gebremst durch Überraschungen im Altbaubestand, Gründungsprobleme und archäologische Funde. Dass Investor Harpen in Bingen zugriff, sei ein Glücksfall. Trotz Mehrkosten, die bereits jetzt 3 Millionen Euro betragen, steht das Konzept, die wesentlichen Mieter sind gefunden. Die Eröffnung, ursprünglich bereits für Oktober 2015 erhofft, ist inzwischen auf März 2016 terminiert. Bis dahin, hoffen die Teilnehmer des Treffens, gibt es vielleicht weitere Erfolgsmeldungen. Gemeinsam an einem Strang ziehen will man jedenfalls weiter.

    Schmuckverkauf nur Mosaikstein

    Frühauf will nun Kontakt zu Projektentwicklern aufnehmen, um die tatsächlichen Erfolgsaussichten für den Standort Idar-Oberstein zu sondieren. Für den neuen OB steht fest: "Die Vorstellungen vom Verkaufspreis liegen nach wie vor viel zu hoch. Ich habe dem Insolvenzverwalter eine einfache Rechnung aufgemacht: Neutral geschätzter Grundstückswert minus Abrisskosten." Angesichts wahrscheinlich nötiger Investitionskosten von mehr als 5 Millionen Euro sei ein Verkaufspreis in siebenstelliger Höhe eigentlich abwegig, meint Frühauf. Bislang stehen aber weiter rund 3 Millionen Euro für die Immobilie im Raum. Die vom Binger OB Feser über die Deutsche Presseagentur publizierte mögliche Nutzung der Idar-Obersteiner Immobilie als Schmuck-Verkaufszentrum (NZ von gestern) sei - "wenn überhaupt" (Frühauf) - nur ein Mosaiksteinchen in den Überlegungen.

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