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    Hattgenstein: Kreis lehnt Bauantrag für Windrad in der Naturpark-Kernzone ab

    Wer auf der L 175 vom Hambachtal nach Hattgenstein fährt, kann die Vorboten für die Errichtung der nächsten Windkraftanlage in der VG Birkenfeld gut erkennen. Kurz vor dem Ortseingang Hattgenstein zweigt eine neu angelegte Zufahrtsstraße in Richtung Helmhof ab. Die Firma Geres (Frankfurt) wird auf dem Karschberg ein 184 Meter hohes Rad des Typs Enercon E-92 aufstellen.

    Über diese neu angelegten Zufahrtsstraße werden bald schwere Transporter rollen: Denn auf dem Karschberg bei Hattgenstein wird ein Windrad errichtet. Foto: Reiner Drumm
    Über diese neu angelegten Zufahrtsstraße werden bald schwere Transporter rollen: Denn auf dem Karschberg bei Hattgenstein wird ein Windrad errichtet.
    Foto: Reiner Drumm

    Fest steht inzwischen aber auch, dass Geres auf Hattgensteiner Gemarkung nur die Hälfte der dort geplanten Windkraftprojekte verwirklichen darf. Denn für den Bau einer zweiten Anlage gibt es keine Genehmigung. Der Kreis hat nach Auskunft des zuständigen Dezernenten Jürgen Schlöder den entsprechenden Antrag der Investoren kürzlich abgelehnt. Der Standort dieses 185 Meter hohen Rads des Typs Enercon E-101 hätte sich auf der anderen Seite des Gemeindegebiets in unmittelbarer Nähe der Einmündung von der B 269 auf die K 15 befunden. Diese Stelle liegt zwar knapp außerhalb der Grenze zum Nationalpark, aber gleichwohl innerhalb einer der Kernzonen des Naturparks Saar-Hunsrück.

    Dies war ein Grund dafür, dass es kein grünes Licht für diese zweite geplante Anlage auf Hattgensteiner Bann gab. Denn das Land hat seine Windkraftregeln zwischenzeitlich verschärft, und diese sehen unter anderem vor, dass – anders als vorher – die Errichtung von Rädern in Naturparkkernzonen grundsätzlich tabu sein soll. „Es gab aber auch wasserrechtliche Bedenken, die für den ablehnenden Bescheid eine Rolle gespielt haben“, informiert Schlöder.

    Das Rad wäre nämlich in der Nähe von Quellen aufgestellt worden, die die Schwollener Sprudelbetriebe nutzen. Im Fall eines Brandes, der bei Windrädern mit dem Einsatz von Schaum bekämpft wird, hätte dieser Umstand eventuell zu Problemen führen können.

    Zurück zur bevorstehenden Errichtung des Windrads auf dem Karschberg: Die Lage der neuen Zufahrtsstraße sei in Abstimmung mit der Gemeinde so gewählt worden, „dass wir während der Bauphase die Belastung für die Bürger möglichst gering halten und keine schweren Laster durchs Dorf fahren müssen“, sagt Ortsbürgermeister Udo Laube im Gespräch mit der NZ.

    Mit den Arbeiten soll es nun zügig weitergehen, da die Firma Geres das Windrad noch 2017 in Betrieb nehmen wolle, so die Auskunft Laubes. Der Abstand dieser Anlage beträgt nach Information der Kreisverwaltung 820 Meter zur Wohnbebauung von Oberhambach. Von Hattgenstein ist das Rad 950 Meter, von Schwollen 1100 Meter und von Niederhambach 1300 Meter entfernt. Bis zum Helmhof beträgt die Distanz sogar nur rund 500 Meter.

    Deshalb hat die Gemeinde mit den privaten Besitzern dieses landwirtschaftlichen Betriebs eine Regelung zur Verteilung der künftig fließenden Pachteinnahmen vereinbart, „die nach meinem Empfinden gerecht ist“, wie es Laube formuliert.

    Konkrete Zahlen will der Hattgensteiner Ortschef nicht nennen. Nur so viel: „Ich würde angesichts unserer Kassenlage ungern auf diese Einnahmen verzichten“, sagt Laube, der hinzufügt, dass die Firma Geres eine „ortsübliche Vergütung“ zahle.

    Das Unternehmen hat in der VG bereits mehrere Windräder errichtet. Dazu zählen auch die drei Anlagen im Birkenfelder Stadtwald, deren Genehmigung das Verwaltungsgericht in Koblenz in einem aktuellen Urteil aufgehoben hat (die NZ berichtete).

    Falls die Räder dauerhaft still stehen müssen oder sogar rückgebaut werden müssen, hatte der Birkenfelder Stadtbürgermeister Miroslaw Kowalski die Einnahmeausfälle gegenüber unserer Zeitung auf insgesamt 90.000 Euro pro Jahr, also 30.000 Euro für jede Anlage, beziffert. Der Hattgensteiner Ortschef Laube räumt zwar offen ein, dass es im Dorf auch kritische Stimmen gibt und „nicht alle darüber begeistert sind“, dass nun auf dem Karschberg ein Windrad errichtet wird, er selbst sieht die Sache aber unabhängig von den finanziellen Aspekten anders. „Ich bin ein Windkraftbefürworter. Die Anlagen finde ich zwar auch nicht unbedingt schön, frage mich aber, wo der Strom herkommen soll, wenn wir dessen Erzeugung in Atomkraftwerken oder durch Braunkohle reduzieren wollen“, betont Laube.

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