40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Nahe-Zeitung
  • » Grüne in Rheinland-Pfalz strafen Vorstand ab - Bad Emser Josef Winkler neben Binz zum Vorsitzenden gewählt
  • Aus unserem Archiv

    Grüne in Rheinland-Pfalz strafen Vorstand ab – Bad Emser Josef Winkler neben Binz zum Vorsitzenden gewählt

    Der Grünen-Landesvorstand Thomas Petry muss auf dem Parteitag eine herbe Niederlage einstecken. Nach der Schlappe bei der Landtagswahl wird er nicht wieder gewählt. Co-Chefin Binz schafft es - aber nicht gerade komfortabel.

    Josef Winkler und Katharina Binz
    Josef Winkler und Katharina Binz
    Foto: dpa

    Idar-Oberstein. Der Landesvorstand der Grünen in Rheinland-Pfalz bekommt die Quittung für das desaströse Ergebnis bei der Landtagswahl im Frühjahr. Thomas Petry wird am Samstag auf dem Parteitag nicht erneut gewählt, er schafft es nicht einmal in die Stichwahl. Co-Chefin Katharina Binz setzt sich gegen ihre Gegenkandidatin durch und wird die Partei zwei weitere Jahre führen.

    An der Seite von Binz wird der Ex-Bundestagsabgeordnete Josef Winkler stehen, der in seiner Rede viel Applaus bekam. Er sagte, die Partei müsse zwar nicht den Reset-Knopf drücken, aber doch ein Update machen. „Es muss sich was ändern, es kann so jedenfalls bei den Grünen nicht weitergehen.“

    Bei der Landtagswahl waren die Grünen von 15,4 Prozent auf 5,3 Prozent abgestürzt. Petry betonte, nach der „vergurkten Landtagswahl“ habe die Partei sich einen erweiterten Vorstand verpasst, der alle Ebenen der Grünen besser abbilden soll. „In Zukunft möchte ich als Parteivorsitzender für ein schärferes Parteiprofil sorgen.“ Das überzeugte die fast 200 Delegierten in Idar-Oberstein offenbar nicht.

    Winkler sagte in seiner Bewerbungsrede, die Wahrnehmbarkeit der Grünen als eigenständige Partei habe in der rot-grünen Landesregierung in den vergangenen Jahren gelitten. „Wenn die Grünen wieder stärker werden wollen, müssen wir neben der ökologischen Frage ... die soziale Frage wieder stärker in den Blick nehmen“, betonte er. Am Ende setzte sich Winkler mit 66,3 Prozent gegen Beisitzer Sven Dücker durch.

    Binz setzte sich mit 66,1 Prozent gegen die Landtagsabgeordnete Nicole Besic-Molzberger durch. Als die Parteivorsitzende ins Amt kam, waren es 80,1 Prozent gewesen. Nach eigenen Worten hatte Binz nicht noch einmal kandidieren wollen, weil der Wahlkampf und die Koalitionsverhandlungen sie viel Kraft kosteten. „Ich hätte mich am liebsten in das nächste Loch verkrochen“, sagte sie über die Zeit nach der Wahl. Dass sie ihren Hut noch einmal in den Ring warf, führte Binz unter anderem auf Ermutigung durch Parteimitglieder zurück.

    Das Wahlergebnis schlägt sich auch düster auf die Finanzen der Grünen nieder. Da ihr Stimmenanteil bei der Landtagswahl um zwei Drittel sank und die Grünen viel weniger Abgeordnete und politische Beamte stellen, erhält die Partei pro Jahr rund 160 000 Euro weniger als zuvor. Auf ihrem Parteitag beschlossen die Delegierten deswegen, dass die Kreisverbände pro Mitglied einen höheren Betrag an den Landesverband zahlen müssen.

    In den Reden versuchten die Grünen, so wenig wie möglich zurückzublicken - lieber richteten sie den Blick nach vorne auf die Bundestagswahl 2017. Binz sagte, sie erwarte einen der härtesten Wahlkämpfe, den die Partei je ausgefochten haben. Die Bundesvorsitzende Simone Peter sprach von einer „Richtungsentscheidung“. Derzeit herrsche ein „Kulturkampf“ zwischen jenen, die zurück wollten zum Nationalismus, und jenen wie den Grünen, die für eine Zukunft in Europa kämpften.

    Die Grünen sehen sich als wichtigsten politischen Gegenpol zur AfD. „Wir sind die Hauptgegner der Rechtspopulisten“, sagte die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner. Die knapp 200 Delegierten stellten sich einstimmig hinter den Leitantrag „Für eine offene und solidarische Gesellschaft - gegen den Hass“.

    Rößner sagte, sie habe es nicht für möglich gehalten, dass noch einmal menschenverachtende und antidemokratische Töne auf Resonanz stoßen. Sie forderte ihre Partei mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 auf: „Wir müssen aus unserer Wut Mut machen.“

    Informationen zur Landesdelegiertenversammlung

    Kandidaturen für Landesvorstand und Bundestagswahlliste

    Grüne in Rheinland-Pfalz strafen Vorstand ab – Bad Emser Josef Winkler neuer Vorsitzender
    Idar-Oberstein Birkenfeld
    Meistgelesene Artikel
    Ihre Ansprechpartner in der Redaktion
    Stefan Conradt (sc)
    Redaktionsleiter
    Tel. 06781/605-43
    E-Mail
    Vera Müller (vm)
    Redakteurin
    Tel. 06781/605-52
    E-Mail
    Bettina Schäfer (bet)
    Redakteurin
    Tel. 06781/605-56
    E-Mail
    Andreas Nitsch (ni)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-45
    E-Mail
    Axel Munsteiner (ax)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-44
    E-Mail
    Peter Bleyer (pbl)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-58
    E-Mail
    Silke BauerSilke Bauer (sib)
    Redakteurin
    0171-2976119
    E-Mail
    Jörg Staiber (jst)
    Reporter
    Tel. 06781/605-63
    E-Mail
    Online regional

    Bettina TollkampBettina Tollkamp
    Chefin v. Dienst
    E-Mail

    Anzeige
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Regionalwetter
    Dienstag

    5°C - 22°C
    Mittwoch

    7°C - 20°C
    Donnerstag

    8°C - 21°C
    Freitag

    9°C - 16°C
    epaper-startseite
    Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis 201

    Die Kandidaten im Wahlkreis 201: Porträts, Interviews und Aktionen

    Nahe am Ball
    Sebo-Startseite-Regiosport-Nahe-am-Ball
    Anzeige