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    Große Freude über Wegfall der Praxisgebühr

    Ärzte und Patienten im Birkenfelder Land sind erleichtert: Die seit ihrer Einführung 2004 viel diskutierte Praxisgebühr ist seit 1. Januar 2013 Geschichte. Heißt: Ab sofort ist wieder jeder Arztbesuch auch ohne 10-Euro-Zuzahlung möglich. "Das ist gut so. Jetzt freuen wir uns alle", kommentiert Dr. Rudolf Schwarz aus Idar-Oberstein, Obmann der Kreisärzteschaft Birkenfeld. Sein Fazit: Als Steuerungsinstrument habe die Gebühr versagt.

    Kreis Birkenfeld - Ärzte und Patienten im Birkenfelder Land sind erleichtert: Die seit ihrer Einführung 2004 viel diskutierte Praxisgebühr ist seit 1. Januar 2013 Geschichte. Heißt: Ab sofort ist wieder jeder Arztbesuch auch ohne 10-Euro-Zuzahlung möglich. "Das ist gut so. Jetzt freuen wir uns alle", kommentiert Dr. Rudolf Schwarz aus Idar-Oberstein, Obmann der Kreisärzteschaft Birkenfeld. Sein Fazit: Als Steuerungsinstrument habe die Gebühr versagt. Nach wie vor gingen in Deutschland überproportional mehr Menschen zum Arzt als in anderen vergleichbaren europäischen Ländern.

    "Die Kassengebühr - so haben wir sie genannt - war ein durchlaufender Posten, der uns nur zusätzliche Arbeit beschert hat", sagt Allgemeinmediziner Schwarz. Experten hätten ausgerechnet, dass eine Arzthelferin im Quartal allein zwei Tage mit dieser Gebühr beschäftigt war. "Das fällt jetzt weg, jetzt haben auch die Arzthelferinnen wieder mehr Zeit für die Patienten." Dass auch Dr. Schwarz sich nun wieder länger mit seinen Kunden, sprich: Patienten beschäftigen kann, weil nicht nur die Praxisgebühr selbst, sondern auch die lästigen Diskussionen darüber wegfallen, glaubt der Mediziner indes nicht. "Dann wird halt über andere Dinge gesprochen. Diskussionsstoff gibt's da mehr als genug. Denken Sie an die Zuzahlung bei Medikamenten und und und ..."

    Apropos zuzahlen: Es habe auch einige Patienten gegeben, die die Praxisgebühr nicht bezahlen wollten oder konnten, sagt Schwarz. Die mussten dann einen Zettel unterschreiben und sich verpflichten, später ihren Obolus zu entrichten. "Ich habe einen Vermerk gemacht, und die Kassenärztliche Vereinigung hat die Funktion des Inkassobüros übernommen", erklärt Dr. Schwarz. Aber das sei nur ganz selten vorgekommen.

    Kritiker befürchten nun nach dem Wegfall der Gebühr einen Ansturm auf die Arztpraxen. Obmann Schwarz sieht diesen Punkt gelassener. "Sicherlich gibt es den einen oder anderen, der nun etwas eher zum Arzt geht, aber große Veränderungen wird es nicht geben. Auch wenn so mancher Patient, der sich zum Ende eines Quartals krank gefühlt hat, seinen Besuch beim Doktor ins nächste Vierteljahr verschoben habe. Und ob nachts sowie am Wochenende der ärztliche Notdienst künftig öfter gerufen wird, weil er ja wieder kostenlos ist, bleibe abzuwarten.

    Immer wieder als Argument für die Praxisgebühr aufgeführt wurde die sogenannte Lotsenfunktion des Hausarztes. Das heißt, wenn Patienten einen Facharzt aufgesucht haben, hat der Hausarzt in den vergangenen neun Jahren automatisch einen Befund zugeschickt bekommen. "Dieses Prozedere fällt nun ja nicht weg", betont Ärzteobmann Dr. Rudolf Schwarz. "Das wird auch weiter so gehandhabt, wenn der Patient eine Überweisung hat." Schwarz rät deshalb, auch künftig zunächst den Hausarzt aufzusuchen.

    Ob die Freude über den Wegfall der Praxisabgabe, die neun Jahre lang die Gemüter bewegte und berappt werden musste, lange anhält, ist allerdings fraglich. Denn Experten halten eine anders geartete Eigenbeteiligung beim Arztbesuch schon jetzt für unausweichlich.

    Schwarz hat für diesen Fall schon einen Rat parat: "Wenn noch einmal so etwas kommt, sollte es auf dem Rücken derer ausgetragen werden, die daran verdienen - nämlich auf dem Rücken der Kassen, nicht auf unserem."

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