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    Rhaunen/Herrstein

    Fusion der Verbandsgemeinden Herrstein und Rhaunen wird unterschiedlich bewertet

    Spätestens seit die beiden Bürgermeister Georg Dräger (Rhaunen) und Uwe Weber (Herrstein) zu einem Gespräch über eine Gebietsreform ins Innenministerium gebeten wurden, wird auch in den Ortsgemeinden vermehrt über eine Fusion der beiden Verbandsgemeinden diskutiert. Der Zusammenschluss soll bis 2019 erfolgen - am besten freiwillig. Das jedenfalls ist Wunsch des Ministeriums, das im Gegenzug Entschuldungshilfen in Aussicht stellt, allerdings eine Zwangsfusion auch nicht ausschließt.

    Von unserem Redakteur Andreas Nitsch

    Dräger und Weber haben für Freitag, 15. Juli, 16 Uhr, eine Infoveranstaltung für die betroffenen VG-Ratsmitglieder sowie die Ortsbürgermeister (OB) und ihre Beigeordneten anberaumt. Sie findet im Sulzbacher Gemeindehaus statt. VG-Bürgermeister Weber hat für seine Dorfoberhäupter zuvor noch eine Dienstbesprechung angesetzt. Für Rhaunen soll ein solches Treffen ebenfalls auf den Weg gebracht werden - wünscht sich jedenfalls Horbruchs Ortsbürgermeister Klaus Hepp, Sprecher der CDU im VG-Rat. "Wir sollten in Sulzbach eine einheitliche Linie vertreten. Sonst gibt das dort ein einziges Chaos", sagt er. Denn so glatt scheine die geplante Fusion dann wohl doch nicht zu realisieren zu sein. Hepp wollte am Abend seine OB-Kollegen in dieser Sache anrufen.

    "Inwieweit unsere Wünsche berücksichtigt werden, steht auf einem anderen Blatt", betont Hepp. Denn die entscheidenden Gremien (VG-Räte und Kreistag) müssten diese Wünsche nicht berücksichtigen. Langfristig gesehen sei es natürlich ungeschickt, die Gemeinden in etwas hineinzuzwängen, was sie nicht wollen.

    Hepp kann sich vorstellen, dass einige Orte im Oberland der VG Rhaunen durchaus nach Herrstein tendieren. "Horbruch, Gösenroth oder Oberkirn aber bevorzugen allerdings doch den Nordwesten, schielen etwa nach Simmern, Kirchberg oder Bernkastel-Kues. Fest steht für den Horbrucher Ortsbürgermeister, dass Herrstein eindeutig in der besseren Position ist. "Fakt ist doch, dass Rhaunen letztendlich von Herrstein übernommen wird." Und egal, wie man dieser feindlichen oder freundlichen Übernahme gegenüberstehe, es bleibe ein fader Beigeschmack.

    Michael Brzoska, Ortsbürgermeister in Bundenbach, wird, wie er sagt, das Thema in der nächsten Gemeinderatssitzung anschneiden - auch wenn es da wohl nicht viel zu besprechen gebe. "Darauf haben wir doch gar keinen Einfluss mehr", ist er sich sicher. "Wir werden allerdings abklären, in welche Richtung wir tendieren."

    Er persönlich liebäugele mit dem Naheraum. Viele Bundenbacher ziehe es ohnehin nach Kirn, unter anderem wegen der Einkaufsmöglichkeiten und der weiterführenden Schulen. In Herrstein sei das Angebot diesbezüglich vergleichsweise gering. "Es wäre in touristischer Hinsicht gar nicht schlecht, wenn wir etwa zum Naturpark Soonwald gehören würden. Da würde die Vermarktung unserer touristischen Einrichtungen auch besser funktionieren."

    Brzoska macht überdies einen weiteren ungewöhnlichen Vorschlag. "Das Ministerium stellt den Verbandsgemeinden Entschuldungshilfen in Aussicht. Warum kann das Land nicht im Zuge einer Fusion auch die finanzielle Situation überschuldeter Ortsgemeinden entspannen? Ich denke da an das Beispiel Bad Münster/Bad Kreuznach. Da ging es ja auch."

    Weitere Ortsbürgermeister haben sich Gedanken zu dem Thema gemacht. "Die Fusion der beiden Verbandsgemeinden wird vom Hintertiefenbacher Rat und von mir persönlich als durchaus positiv und sinnvoll erachtet", sagt Ortsbürgermeister Alexander Ebels. In Zeiten sinkender Einwohnerzahlen sei man gezwungen umzudenken und zu reagieren. Da heiße es dann auch mal, sich von lieb gewordenen Gewohnheiten zu trennen. "Die Realität zeigt, dass größere VGs in Bezug auf ihre Einwohnerzahlen wesentlich niedrigere Personal-, Verwaltungs- und Betriebsausgaben haben", fügt Ebels hinzu. Auch lasse sich statistisch belegen, dass mit zunehmender Größe die Leistungsfähigkeit bei Infrastruktur, bei der Qualität und beim Umfang des Leistungsangebots sowie bei der Innovationsfähigkeit steige. Wenn die handelnden Personen in Herrstein und Rhaunen dies alles auch zum Ziel haben (Steigerung der Leistungs-, und Wettbewerbsfähigkeit sowie der Verwaltungskraft) und die Orts-, Sach- und Bürgernähe weiterhin großgeschrieben werde, dann sollte es bei dem Zusammenschluss nur Gewinner geben, denkt Hinterbachs Ortsbürgermeister.

    Für Fischbachs Ortsbürgermeister Michael Hippeli ist es allerdings noch zu früh, um eine Aussage zu treffen. "Außer einer kurzen Information gab es noch nichts Konkretes", sagt er. Hippeli wolle frühestens nach der Infoveranstaltung Mitte Juli eine Aussage für seine Ortsgemeinde treffen. Er persönlich sehe eine Fusion positiv. "Allerdings fließt noch viel Wasser die Nahe hinunter, bis eine Fusion steht. Bis dahin sind wir optimistisch", warnt er vor verfrühter Euphorie. Ähnlich hält es Otto Schützle, zuständig für Sien: "Zur Fusion möchte ich zurzeit noch keine Aussage machen. Ich habe darüber noch zu wenig Informationen, besser gesagt: keine." Alfred Reicherts (Langweiler) schließt sich seinen Vorrednern an: "Warten wir mal den Infoabend in Sulzbach ab, an dem ich mit den Beigeordneten teilnehmen werde. Ich persönlich beurteile die Fusion aber grundsätzlich positiv."

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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