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    Erzgebirgischer Lichterbogen ziert Birkenfelder Schloss

    Birkenfeld/Idar-Oberstein - Nach mehr als 20 Jahre wächst immer noch was zusammen: Zum Weihnachtsmarkt in der Kreisstadt an der oberen Nahe will Joachim Schindler Erzgebirgischen Lichterbogen und Birkenfelder Schloss vereinen. Die Kundschaft frage nämlich weniger nach authentischer Volkskunst als nach Deko mit heimatlichen Bezug, kündigt der 56-Jährige bereits eine weitere Auflage des vorweihnachtlichen Zimmerschmucks mit dem Motiv Felsenkirche an.

    Birkenfeld/Idar-Oberstein - Nach mehr als 20 Jahre wächst immer noch was zusammen: Zum Weihnachtsmarkt in der Kreisstadt an der oberen Nahe will Joachim Schindler Erzgebirgischen Lichterbogen und Birkenfelder Schloss vereinen. Die Kundschaft frage nämlich weniger nach authentischer Volkskunst als nach Deko mit heimatlichen Bezug, kündigt der 56-Jährige bereits eine weitere Auflage des vorweihnachtlichen Zimmerschmucks mit dem Motiv Felsenkirche an.

    Eine einfache Bogensäge, Spezialsägeblätter der Marke Eberle Blitz sowie drei Millimeter Sperrholz – bevorzugt Pappel, weil dieses weich wie Linde, aber gleichmäßig weiß ist – sind das Handwerkzeug des Hobbykünstlers. Erzgebirgstypische Erzeugnisse – so heißt es im schon zu DDR-Zeiten ausgestellten Reisegewerbeschein – bastelt der gebürtige Chemnitzer und verkauft sie auf Ausstellungen und Märkten. Seit 1974 macht er das: „So habe ich mir den ersten Trabbi zusammengespart“, erzählt er von seiner ersten Hobbywerkstatt, „eins auf einsfünfzig“, im Plattenbaukeller. Die bis zu 1,50 Meter hohen Pyramiden konnte man zusammenschieben. Sie gingen meist in Besucherkoffern auf Reise nach Westen – gegen D-Mark oder die von Schindlers schon damals bevorzugten Blitz-Sägeblätter aus BRD-Produktion.

    Entwürfe und Vorlagen, zunächst noch als Bastlerbedarf gekauft, schon bald aber ausschließlich eigenhändig angefertigt, füllen dicke Aktendeckel. Und konkurrieren mit den Ordner, die Schindlers zweite Leidenschaft dokumentieren: Feuerwehr.  Ein Wohnungsbrand, bei dem Klein-Achim fast seine Mutter verloren hätte, prägte den Wunsch zu helfen, wenn's brennt. Aus dem Hobby bei Freiwilligen Feuerwehr wurde sogar der erlernte Beruf. Doch mehr als den Aufstieg zum Truppführer ließ das DDR-System angesichts Schindlers West-Verwandtschaft nicht zu.

    Die Laubsägearbeiten ließen ihn abschalten nach dem oft an den Nerven zerrenden Alltag des Feuerwehrmanns: „Ich bin glücklich, wenn ich sägen kann“, sagt er und gesteht, dass Malen zu Kindertagen Steckenpferd Nr. 1 war. Heute ergänzen sich beides, blättert Schindler in den Entwürfen eines 2 x 1,5 Meter großen Acrylgemäldes, das an seinem früheren Arbeitsplatz in der Heinrich-Hertz-Kaserne hängt. Das Motiv Schloss wird zur Vorweihnachtszeit die Lichterpyramiden aus der Hobbywerkstatt zieren. Ein Bild der Göltzschtalbrücke im Vogtland erinnerte an eine Großtat: Für seinen Bruder, einen Eisenbahnfreund, ließ Schindler das Backsteinviadukt, das manche achtes Weltwunder nennen, zur Laubsägearbeit werden. Zwei Jahre hat er (einschließlich der vorbereitenden Studien über das Bauwerk und dessen Architekten) an dem Unikat gearbeitet. Aber er greife auch nur zu Säge und Zeichengerät, wenn ihm der Sinn danach stehe.

    Nach der sich als unmöglich erweisenden Feuerwehrkarriere im damaligen Karl-Marx-Stadt verdingte sich Schindler bei größten DDR-Elektronikhersteller in Sömmerda, der Heimat seiner Ehefrau Mitte der 1990er-Jahre wurde auch „Robotron“ abgewickelt. Schindler fand als ziviler Mitarbeiter bei der Bundeswehr einen neuen Arbeitsplatz, zunächst in den weiten Mecklenburg-Vorpommerns, später in Straußberg bei Berlin, wo der den Feuerwehrnachwuchs der Truppe auf seine Tauglichkeit prüft. Dort hört er vom Luftwaffenstandort Birkenfeld, wo man seit Jahren schon nach einem Sachbearbeiter für den Brandschutz sucht. Der Bewerber musste natürlich „umzugswillig“ sein. Zusammen mit Frau Birgit reist Schindler zum Vorstellungsgespräch an die obere Nahe. Das Ehepaar ist von Landschaft und Leuten begeistert, verliebt sich auf Anhieb in die Stadt mit der Felsenkirche. Und fühlt sich dort nun schon seit 14 Jahre zu Hause.

     

     

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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