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Ein Idarer lockt Touristen nach Ostfriesland

Idar-Oberstein/Pilsum – Seit rund 15 Jahren ist der in Idar gebürtige Comedian Holger Müller als Ausbilder Schmidt auf deutschsprachigen Bühnen unterwegs, rund 200 Auftritte absolviert er im Jahr. Zwar hat Müller seinen Hauptwohnsitz in der deutschen Humorhauptstadt Köln, aber sein Herz hängt inzwischen noch mehr an einem kleinen ostfriesischen Ort: Pilsum, wo er sein Urlaubs- und Freizeitdomizil hat.

Holger Müller (Mitte) mal nicht als Ausbilder Schmidt, sondern als Organisator des "Kleinkunstpreises Ostfriesland", hier im Finale im April in der Nordseehalle Emden mit Sieger Michael Sens und Moderator Knacki Deuser (rechts). Foto: Ostfriesen-Zeitung
Holger Müller (Mitte) mal nicht als Ausbilder Schmidt, sondern als Organisator des "Kleinkunstpreises Ostfriesland", hier im Finale im April in der Nordseehalle Emden mit Sieger Michael Sens und Moderator Knacki Deuser (rechts).
Foto: Ostfriesen-Zeitung

Von unserem Reporter Jörg Staiber

Das hängt auch damit zusammen, dass er dort vor rund zehn Jahren in einem umgebauten Schweinestall ein "Sehr kleines Haus" gegründet hat, das in auffälliger Weise an das frühere "Theaterchen" in Göttschied erinnert – selbst die Zahl der Zuschauerplätze ist mit 54 nahezu identisch. Doch anders als die Kleinkunstbühne am Sportplatz Göttschied, die Müller mit seinen damaligen Mitstreitern von der Charles Atlas Theatergruppe aufbaute, scheint sein Projekt in Pilsum auch langfristige Folgen für die dortige Region zu haben.

"Die Gegend ist einerseits sehr strukturschwach und lebt andererseits stark vom Tourismus", erläutert Müller im Gespräch mit unserer Zeitung. "Und da hier ansonsten wenig los ist, sind die Touristiker und natürlich auch die regionale Presse sehr schnell auf mich aufmerksam geworden." Vielleicht hängt das auch mit der speziellen Verbindung von Humor und Ostfriesland zusammen. Denn wohl keine andere Region in Deutschland wird so eng mit einem bestimmten Typus von Witzen verknüpft. Obendrein sind auch die beiden wohl prominentesten Ostfriesen Comedians: Otto Waalkes und Karl Dall. Gerade in Pilsum gibt es dazu noch eine sehr spezielle Verbindung von Comedy und Tourismus. Dort steht nämlich der Leuchtturm, der Otto Waalkes in dem Film "Otto – der Außerfriesische" als Wohnung diente. "Das ist unglaublich, wie viele Touristen den besuchen. Dabei ist das nur ein ganz normaler Leuchtturm", schmunzelt Müller.

"Vor drei Jahren kam der Verlag, der unter anderem die Ostfriesen-Zeitung herausgibt, auf mich zu und hat gefragt, was man bei all den negativen Nachrichten mit Werftschließungen und so weiter machen könne, um ein paar positive Signale zu setzen", berichtet der 45-Jährige. Und so wurde unter Müllers Regie und Patronat erstmals der "Ostfriesische Kleinkunstpreis" ausgelobt, der im April zum zweiten Mal verliehen wurde. "Das ist kein regionaler Preis, sondern er wird bundesweit ausgeschrieben, er richtet sich an professionelle Künstler und ist mit 2000 Euro ganz ordentlich dotiert", erläutert Müller das Konzept. Er soll an "hoffnungsvolle Künstler, von denen man bestimmt noch etwas hören wird", verliehen werden. "Das wiederum wird auch den Preis bekannter machen, wenn er in der Vita von erfolgreichen Künstlern auftaucht", so Müller. Ziel sei, dass der Preis unter den "Top Ten der Kleinkunstpreise" gehandelt wird. "Ich glaube, so weit sind wir inzwischen schon fast", meint er zuversichtlich.

Vor wenigen Wochen hat Müller die Agentur "Ostfriesland lacht" gegründet. "Das ist eine ganz kleine Agentur, die sich aus dem Theater und dem Kleinkunstpreis heraus entwickelt hat", erläutert der Comedian. "Mich haben die Touristiker vor Ort angesprochen. Hier wird die Verbindung von Tourismus und Kultur als ganz wichtiger Baustein angesehen. Darüber hinaus kommen auch immer mehr Unternehmen und Vereine auf mich zu, damit ich ihnen eine Comedy-Nacht oder ähnliche Veranstaltungen zusammenstelle und organisiere." Das habe bislang noch einen so überschaubaren Rahmen, dass er das alleine nebenher bewältigen kann, berichtet Müller, aber langfristig könne er sich vorstellen, sich nach Pilsum als Altersruhesitz zurückzuziehen und sowohl Theater als auch Agentur intensiver zu betreiben. Seine alte Heimat hat Müller dabei aber nicht vergessen. "Sollte man auch in Idar-Oberstein mal auf die Idee kommen, so etwas wie einen Kleinkunstpreis auszuschreiben, stehe ich selbstverständlich als Berater zur Verfügung", verspricht er.

Idar-Oberstein Birkenfeld
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