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    Idar-Oberstein

    Edelsteinkunst in der Kreissparkasse: Ausstellung erinnert an das Werk bekannter Graveure

    Man könnte sagen, es ist eine Schau über Meister und ihre Schüler: Die neue Ausstellung in der Kreissparkasse erinnert an das Werk der Edelsteingraveure August Rudolf Wild und Richard Hahn. Bei Hahn gingen Armin Peter Faust, Dieter Roth und Martina Pufe in die Lehre, Roths Sohn Andreas hat das Kunsthandwerk vom Vater gelernt. Die Zeichnungen, Ölbilder, Gemmen, Kameen und manches mehr aus der Hand der sechs Graveure sind Leihgaben des Deutschen Edelsteinmuseums in Idar und des Deutschen Mineralienmuseums in Oberstein sowie von Ekkehard Schneider, der in Kirschweiler eine Edelsteinschleiferei führt.

    Die Ausstellungseröffnung in der Kreissparkasse kam bei den Besuchern gut an.  Foto: Hosser
    Die Ausstellungseröffnung in der Kreissparkasse kam bei den Besuchern gut an.
    Foto: Hosser

    Wild und Hahn sind längst tot, aber die Erinnerung bleibt. Zum Beispiel an Wilds Auszeichnung, die er während der Pariser Weltausstellung 1937 erhielt: eine Urkunde, die den Idar-Obersteiner Graveur zum Träger eines „Grand Prix“ erklärt, ein Hauptpreis. Er hatte ein Flachrelief mit den römischen Göttern Mars und Ceres eingereicht. Wild verzichtete darauf, nach Paris zu fahren und den Preis anzunehmen, erzählte Armin Peter Faust, der die Laudatio hielt: Er wollte nicht im Rampenlicht stehen und durch seine Körpergröße auffallen.

    „Er war ein kleiner Mann, der Großes leistete“, beschrieb ihn der Marketingleiter der Kreissparkasse, Leonhard Stibitz. Persönlich konnte er den 1956 Gestorbenen nicht kennen. Armin Peter Faust hatte in einem seiner Bücher, „Der Flügel der Nike“, über ihn geschrieben und las zur Eröffnung der Ausstellung daraus vor. Der gelernte Graveur Faust schätzt die Fertigkeiten von Wild: „Wir alle verdanken dem großen kleinen Kollegen sehr viel. Er hat Sachen geschaffen, bei denen man tief Luft holen muss.“

    Fast wäre eine Reihe seiner Arbeiten im Abfall gelandet, auch die Urkunde, die ihm in Paris hätte übergeben werden sollen. Als Wilds Haus in Idar abgerissen werden sollte, entdeckte Fausts Bruder Hartmut auf dem Speicher Zeichnungen des Graveurs und die Auszeichnung – gerade noch rechtzeitig, bevor der Bagger kam. Bilder, die Urkunde und die Gemme, mit der er gewann, sind in der Ausstellung zu sehen.

    Faust war noch blutjung, als Wild starb. Aber er kennt Richard Hahn: 1958 ging er bei ihm in die Lehre und arbeitete bis 1967 in seiner Werkstatt. Er erinnert sich noch an die höchste Auszeichnung aus dem Mund von Hahn: „Gehst mal nach oben und zeigst es meiner Frau.“ Später wurde Faust Lehrer und Künstler, einige seiner Zeichnungen sind in der Ausstellung zu sehen. Auch Martin Schupp, der Vorsitzende des Fördervereins Deutsche Edelsteinstraße, kennt Hahn noch, der 1995 starb. Bescheiden sei er gewesen, unauffällig und lustig. „Alle guten Graveure, die heute noch leben, haben bei ihm gelernt.“ Schupp begleitete Edelsteinkönigin Anna-Lena Märker zur Ausstellungseröffnung.

    Dieter Roth hatte 15 Jahre bei Richard Hahn gearbeitet und führte seinen Sohn Andreas ins Gravurhandwerk ein. „Beiden“, so heißt es auf der Internetseite der Firma Roth, „gelang der Sprung vom Kunsthandwerker zum anerkannten Künstler.“ Unter anderem ist in der KSK-Ausstellung eine Arbeit zu sehen, die Dieter Roth in Bernstein eingearbeitet hatte: „Der heilige Georg mit dem Drachen“ schimmert weiß durch das orangerote Harz. Auch Martina Pufe ging bei Hahn in die Lehre. Im Jahr 1987 legte sie schließlich ihre Meisterprüfung als Schmucksteingraveurin ab.

    Von unserem Mitarbeiter
    Karl-Heinz Dahmer

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