40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Nahe-Zeitung
  • » Durchgangsverkehr führt zu Nachbarschaftsstreit in Idar-Oberstein
  • Aus unserem Archiv
    Idar-Oberstein

    Durchgangsverkehr führt zu Nachbarschaftsstreit in Idar-Oberstein

    Seit die Weierbacher Straße wegen der Umbauarbeiten an der Bundesstraße 41 komplett für Fahrzeuge gesperrt wurde, ist Im Nachen der Teufel los. Nicht nur Autofahrer benutzen die beengte Straße als Abkürzung, um bequem von Fischbach etwa zum Globus-Handelshof zu gelangen. Auch Kurierdienste, Kleinlastwagen und sogar 40-Tonner fahren durch das Wohngebiet. Dabei ist das Gässchen nur für Anlieger geöffnet. Die Krux bei der Geschichte: Die Anwohner sind sich nicht einig, wie dem Dilemma beizukommen ist.

    Um den Verkehr einzudämmen, wurde die Fischbacher Brücke verengt. Das missfiel nicht nur Bernd Schug (links) und weiteren Anwohnern. Mittlerweile wurden die Baken wieder abgebaut.
    Um den Verkehr einzudämmen, wurde die Fischbacher Brücke verengt. Das missfiel nicht nur Bernd Schug (links) und weiteren Anwohnern. Mittlerweile wurden die Baken wieder abgebaut.
    Foto: Andreas Nitsch

    Idar-Oberstein - Seit die Weierbacher Straße wegen der Umbauarbeiten an der Bundesstraße 41 komplett für Fahrzeuge gesperrt wurde, ist Im Nachen der Teufel los. Nicht nur Autofahrer benutzen die beengte Straße als Abkürzung, um bequem von Fischbach etwa zum Globus-Handelshof zu gelangen. Auch Kurierdienste, Kleinlastwagen und sogar 40-Tonner fahren durch das Wohngebiet. Dabei ist das Gässchen nur für Anlieger geöffnet. Die Krux bei der Geschichte: Die Anwohner sind sich nicht einig, wie dem Dilemma beizukommen ist.

     

    Da sind auf der einen Seite Michael Schneider, Georg Hahn und eine weitere Familie. Sie monieren, dass die Straße so stark frequentiert ist und die Autos im Begegnungsverkehr kaum aneinander vorbeikommen. „Da wird dann auf die Gehwege ausgewichen, Fußgänger werden gefährdet“, sagt Hahn. Für Kinder, die mit ihren Hunden spazieren gehen oder Inliner fahren, sei es besonders gefährlich. „Hier in der Straße wohnen rund zehn Kinder. Die gilt es, zu schützen“, bekräftigt Hahn. Erst dieser Tage sei ein Passant von einem Auto mit dem Außenspiegel gestreift worden. Der Fahrer fuhr unbeirrt weiter. „Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn etwa ein Kind am Kopf getroffen worden wäre“, warnt er.

    Erhöhungen auf der Fahrbahn könnten Fahrer abschrecken

    Hahn wie Schneider wünschen sich verkehrsberuhigende Maßnahmen. Sie denken da etwa an erhöhte Schwellen, die quer über der Fahrbahn liegen – wie auch am Ende der Straße. „Das schreckt viele schon ab“, meint Hahn. Aber dafür habe die Stadt kein Geld. Folglich hat er selbst Maßnahmen ergriffen. Georg Hahn parkt sein Wohnmobil nun regelmäßig auf der Straße – stets gemäß der in der Straßenverkehrsordnung genannten Vorgaben. Außerdem hat er den befahrbaren Bürgersteig, der auf seinem Grundstück liegt und von Autofahrern als Ausweichbucht genutzt wird, mit einer Kette abgesperrt. „Ich lasse mir doch mein Grundstück nicht kaputt fahren“, sagt er.

    Das wiederum ärgert die andere Seite in Person von Bernd Schug und Co. „Die können doch nicht alles zuparken“, echauffieren sie sich. Da komme doch kein Mensch mehr durch, sagen sie. Auch die Kette, die Georg Hahn gespannt hat, ruft nicht unbedingt Jubelarien bei ihnen hervor. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das erlaubt ist“, sagt einer aus der Runde. Sogar der Oberbürgermeister wurde in dieser heiklen Frage schon bemüht. Bruno Zimmer höchstpersönlich tauchte angeblich eines Sonntags auf und fotografierte das Corpus Delicti. Bislang ohne Konsequenzen; Georg Hahn hat in dieser Angelegenheit seitens der Stadt noch nichts gehört, die Kette hängt noch.

    Was allerdings nicht heißen soll, dass die Stadtverantwortlichen, die mittlerweile eingeschaltet wurden, nicht reagiert hätten. Um den Fahrzeugverkehr zu reduzieren – ein Anwohner hat bei Zählungen einen Schnitt von 1800 Fahrzeugen täglich ermittelt –, wurde die Fischbacher Brücke am Anfang der Straße mit Warnbaken verengt. Die zulässige Maximalbreite von Fahrzeugen betrug nun nur noch zwei Meter. Gleichzeitig wurde das zulässige Maximalgewicht von 30 auf 5,5 Tonnen gesenkt.

    Doch die Verengung der Brückenfahrbahn rief auf beiden Anwohnerseiten Proteste hervor. „Schwachsinn“ – war ein gleichlautender Kommentar. „Das kann doch nicht sein. Vor wenigen Tagen ist da sogar ein Rettungswagen nicht durchgekommen“, versichert Bernd Schug. Das wiederum schließt Michael Brill, Sprecher der Stadt Idar-Oberstein, aus: „Rettungsfahrzeuge müssen immer durchfahren können.“ Petra Lauer vom Straßenverkehrsamt stimmt Brill zu. Auf ihre Veranlassung hin wurden die Baken aufgestellt.

    Das sei allerdings nur eine zeitlich begrenzte Maßnahme gewesen. „Damit wollten wir ein Signal setzen“, sagt Petra Lauer. Mittlerweile sind die Baken wieder verschwunden. Schließlich müsse auch die nahe gelegene Kläranlage von Versorgungsfahrzeugen angefahren werden.

    Route über die Bundesstraße 41 ist einfacher und schneller

    Lauer appelliert an die Autofahrer, die zum Globus wollen, doch die Route über die Bundesstraße zu nehmen. „Das ist ohnehin einfacher und schneller“, sagt sie. Der Forderung, aus der Straße Im Nachen eine Einbahnstraße zu machen, erteilte Petra Lauer eine klare Absage. „Die einen wollen zum Arzt, die anderen zur Gärtnerei. Eine Gruppe ist da doch immer benachteiligt. Das können wir nicht machen“, sagt sie.

    Wie aber kann der starke Durchgangsverkehr reduziert werden? „Mehr Tempomessungen, mehr Kontrollen“, sagt Georg Hahn. Doch Petra Lauer winkt ab. „Wir nehmen regelmäßig Messungen vor. Hinsichtlich dem Thema Raserei lässt sich sagen, dass es keinerlei Auffälligkeiten gibt“, betont sie.

    Regelmäßige Kontrollen seien zudem Sache der Polizei. „Und wie die personelle Situation bei der Polizei in Idar-Oberstein ist, wird ja bekannt sein.“ Lauer fürchtet, dass die Querelen erst ein Ende haben werden, wenn die Bauarbeiten an der B 41 beendet und die Sperrung der Weierbacher Straße wieder aufgehoben ist.

    Von unserem Redakteur Andreas Nitsch

     

     

    Idar-Oberstein Birkenfeld
    Meistgelesene Artikel
    Ihre Ansprechpartner in der Redaktion
    Stefan Conradt (sc)
    Redaktionsleiter
    Tel. 06781/605-43
    E-Mail
    Vera Müller (vm)
    Redakteurin
    Tel. 06781/605-52
    E-Mail
    Bettina Schäfer (bet)
    Redakteurin
    Tel. 06781/605-56
    E-Mail
    Andreas Nitsch (ni)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-45
    E-Mail
    Axel Munsteiner (ax)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-44
    E-Mail
    Peter Bleyer (pbl)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-58
    E-Mail
    Silke BauerSilke Bauer (sib)
    Redakteurin
    0171-2976119
    E-Mail
    Jörg Staiber (jst)
    Reporter
    Tel. 06781/605-63
    E-Mail
    Online regional

    Bettina TollkampBettina Tollkamp
    Chefin v. Dienst
    E-Mail

    Anzeige
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Regionalwetter
    Dienstag

    12°C - 14°C
    Mittwoch

    8°C - 19°C
    Donnerstag

    9°C - 18°C
    Freitag

    6°C - 15°C
    epaper-startseite
    Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis 201

    Die Kandidaten im Wahlkreis 201: Porträts, Interviews und Aktionen

    Nahe am Ball
    Sebo-Startseite-Regiosport-Nahe-am-Ball
    Anzeige