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    Dienst für die Gemeinschaft: Im Kreis Birkenfeld sind 15 Bufdis im Einsatz

    Sie pflegen, füttern oder trösten, fahren im Rettungswagen mit oder liefern Essen aus: Bundesfreiwilligendienstleistende, kurz Bufdis genannt, sind für die Gesellschaft unentbehrlich. Der Dienst wurde 2011 nach Abschaffung des Wehr- und somit des Zivildienstes ins Leben gerufen.

    Nadja Anhalt ist eine von aktuell zehn Bundesfreiwilligendienstleistenden bei der Lebenshilfe Obere Nahe. Sie kümmert sich in den Förderwerkstätten um Menschen mit Behinderungen.  Foto: Hosser
    Nadja Anhalt ist eine von aktuell zehn Bundesfreiwilligendienstleistenden bei der Lebenshilfe Obere Nahe. Sie kümmert sich in den Förderwerkstätten um Menschen mit Behinderungen.
    Foto: Hosser

    Von unserer Reporterin Silke Bauer

    "Derzeit sind im Landkreis Birkenfeld 15 Bufdis im Einsatz: drei Männer und zwölf Frauen, alle unter 27 Jahre alt", berichtet Peter Schloßmacher vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln. In der gesamten Bundesrepublik leisteten im vergangenen Jahr 40 356 Leute den Freiwilligendienst ab, in Rheinland-Pfalz waren es 1129. Die Zahlen seien seit Jahren stabil, verrät Schloßmacher. Die meisten Freiwilligen sind im sozialen Bereich beschäftigt, manche arbeiten aber auch in kulturellen Einrichtungen. Die Dauer des Dienstes liegt zwischen sechs und 18 Monaten.

    Kein einziger Bufdi arbeitet momentan im Altersheim Pro Seniore in Kirchenbollenbach, sagt Heimleiter Jürgen Thom. Auch in den vergangenen zwei Jahren war dies nicht der Fall. "Wir haben momentan auch keinen einzigen Bewerber für den Bundesfreiwilligendienst", fügt Thom hinzu. "Wir hatten aber vor einigen Jahren mal einen Bufdi. Der ist dabei geblieben und jetzt examinierter Altenpfleger." Thom bedauert ein wenig, dass der Zivildienst abgeschafft wurde. "Die Zivis haben uns schon vieles erleichtert. Wir können den Arbeitsaufwand aber immerhin ein wenig durch Ehrenamtliche kompensieren. Für die sind wir sehr dankbar", betont der Residenzleiter.

    Auch beim ASB Kreisverband Birkenfeld trauert man dem Zivildienst nach. Seit es diesen nicht mehr gibt und zudem der Mindestlohn eingeführt wurde, wurden die Preise erhöht, zum Beispiel bei Essen auf Rädern. Dort sei momentan nur eine einzige Freiwilligendienstleistende beschäftigt, äußert Geschäftsführer Manuel Machwirth. Bewerber gibt es aktuell keine. "Im Jahr kommen ein bis drei Bufdis zu uns. Das ist nicht viel, und es kommt schon mal vor, dass nach der Probezeit einer abspringt. "Die jungen Leute kommen ja oftmals frisch von der Schule und sind nicht auf den Alltag im Rettungsdienst oder im Sozialdienst vorbereitet. Das ist keine Schande, das muss man dann akzeptieren. Ich sehe den Dienst als berufliche und persönliche Orientierung. Wenn man dann weiß, welche Bereiche nichts für einen sind, ist das ja auch eine Erkenntnis."

    Es gibt keine Altersgrenze

    Anders sieht es bei der Lebenshilfe Obere Nahe aus. Dort arbeiten jede Menge Bufdis in allen Bereichen. "Wir haben die ehemaligen Zivildienststellen behalten und in Bufdistellen umgewandelt", erzählt Geschäftsführerin Martina Becker. Aktuell sind zehn Stellen besetzt. "Das Besondere am Bundesfreiwilligendienst ist im Gegenteil zum freiwilligen sozialen Jahr, dass es keine Altersbeschränkungen gibt", weiß Becker. "Wir hatten hier sogar schon mal eine 62-Jährige. Die hat im Bereich des offenen Wohnens gearbeitet." Probleme, neue Bufdis zu finden, hat Becker nicht: "Im Moment zieht es noch mal an mit den Bewerbungen, da jetzt viele ihren Schulabschluss gemacht haben und die Zeit bis zum Studium oder Ausbildungsstart überbrücken wollen." Für viele Bufdis ebnet der Bundesfreiwilligendienst den Weg in einen sozialen Beruf. "Wir hatten schon drei Leute, die danach eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger gemacht haben. Das ist für uns gut, weil wir die Leute schon kennen, und macht auch den Azubis den Start ins Berufsleben leichter, weil sie wissen, was auf sie zukommt. So profitieren beide Seiten", bekräftigt Becker.

    Beim DRK gibt es viele Freiwillige

    Auch beim DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe gibt es genügend Interessenten. Dafür tut der DRK einiges. "Wir machen auf Ausbildungsmessen, in Schulen und den sozialen Netzwerken Werbung", lässt Pressesprecher Philipp Köhler wissen. Im Kreis Birkenfeld sind im Schnitt vier Bufdis pro Jahr beschäftigt. Sie sind auf die Rettungswachen Idar-Oberstein, Birkenfeld, Baumholder und Rhaunen aufgeteilt. Demnächst beginnen drei neue Bufdis ihren Dienst, fünf weitere befinden sich aktuell in der Bewerbungs- und Hospitationsphase. Köhler ist zufrieden: "Für eine Gegend, in der viele Schulabgänger die Landflucht antreten, sind das sehr gute Zahlen. Der Rettungsdienst ist für Bufdis so attraktiv, weil die dreimonatige Ausbildung zum Rettungssanitäter darin integriert ist. Da hat man etwas in der Hand, wenn man fertig ist. Nur wenige Bufdis dürfen so früh eigenverantwortlich arbeiten, wie das bei uns im Rettungsdienst der Fall ist. Viele bleiben nach dem Freiwilligendienst bei uns und absolvieren eine Ausbildung zum Rettungsassistenten."

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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