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Mörschied/Asbacher Hütte

Campingplatz Harfenmühle und Asbacher Hütte mussten evakuiert werden

Andreas Nitsch

Ausnahmezustand herrschte und herrscht immer noch auf dem Campingplatz Harfenmühle bei Mörschied und auf dem Diakoniegelände auf der Asbacher Hütte im oberen Fischbachtal. Insgesamt knapp 100 Menschen mussten dort am Sonntagabend evakuiert werden.

Auf dem Campinggelände der Familien Koch und Caudron am sonst eher beschaulichen Fischbach waren auch gestern Morgen noch gut 20 Helfer mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Bagger und anderes schweres Gerät waren im Einsatz. „Wir sind schweißgebadet. Alles ist am Schaufeln und am Baggern“, erzählt Betreiberin Karola Koch. So etwas habe sie noch nicht erlebt: Mehr als 50 der 200 Stellplätze sind von dem verheerenden Hochwasser betroffen.

Reisemobil von Flut mitgerissen

Ein Zelt, ein nagelneues Reisemobil und ein Campingwagen sind von den Wassermassen mitgerissen worden. „Am Sonntagabend standen rund 70 Gäste vor uns“, berichtet Karola Koch. Rund 30 wurden von Bekannten mitgenommen und bei sich zu Hause untergebracht. Die restlichen Campingfreunde fanden in den Chalets ein Übergangsdomizil – bei Kerzenlicht, denn der Strom war ausgefallen. Am nächsten Morgen gab's für alle Brötchen und Kaffee. „Wir sind froh, dass bei diesem Chaos niemand etwas passiert ist“, betont die Platzbetreiberin.

Sie bedankt sich vor allem auch bei den hilfsbereiten Feuerwehrleuten, die unermüdlich Schlamm und Geröll aus dem Rezeptionsgebäude und aus der Sauna geschöpft haben. „Das ist unvorstellbar, was hier los war“, sagt Koch. Im Keller sei das Wasser aus der Wand geschossen. Die betroffenen Stellplätze müssen größtenteils neu angelegt werden. „Das Wasser hat metertiefe Löcher in den Boden gerissen.“ Bei Karola Koch stand das Telefon gestern nicht still – schließlich steht das verlängerte Wochenende bevor. Den Feiertag und den Brückentag nutzen viele Kurzurlauber gern für einen Trip ins Fischbachtal. „Viele unserer Gäste wollen natürlich wissen, wie es bei uns aussieht. Ich weiß nicht, wie vielen ich heute schon absagen musste“, erzählt Karola Koch. Hinzu kommt: Zahlreiche Besucher, die in den kommenden Tagen anreisen wollen, „müssen wir erst einmal über die Lage informieren“.

Während einige Gäste abgereist sind, haben sich andere nicht unterkriegen lassen. Das freut die Platzbetreiberin natürlich: „Aber es tut uns leid, dass sie nun den Lärm, der durch das Aufräumen verursacht wird, ertragen müssen.“ Die beiden Familien Koch und Caudron lassen aber keineswegs die Köpfe hängen, im Gegenteil: „Wir haben unseren Optimismus nicht verloren. Dann geht es eben wieder von vorn los“, sagt eine kämpferische Karola Klein.

Auch auf der benachbarten Asbacher Hütte liefen gestern noch die Aufräumarbeiten. Dort mussten 20 der insgesamt 40 Bewohner aufgrund der Überschwemmungen ihre Wohnungen verlassen. Die Menschen mit Behinderung wurden wie die Mitarbeiter vom Starkregen am Sonntagabend überrascht, der innerhalb kürzester Zeit den Asbach anschwellen ließ und das gesamte Gelände unter Wasser setzte. Strom und Heizung zur Warmwasserbereitung standen auch am Montagabend noch nicht zur Verfügung, die Landessstraße 160, die durch den Standort führt, war unpassierbar.

Bewohner nach Rhaunen gebracht

Die Bewohner wurden noch in der Nacht zum Montag auf die beiden Diakonie-Standorte Rhaunen und Birkenfeld verteilt. Dort wurden Feldbetten aufgestellt, wenn alles gut geht, können die Evakuierten die Nacht zu Donnerstag wieder auf der „Hütte“ verbringen.

„Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr lief trotz der brenzligen Lage in der gesamten Region ganz hervorragend“, berichtet Diakon Oliver Schardt, der zuständige Geschäftsbereichsleiter. „Aber auch das gesamte Technikteam und die Handwerker sind ununterbrochen im Einsatz. Großes Lob gilt natürlich auch den betreuenden Kollegen, die nun ihre Dienste in Rhaunen und Birkenfeld versehen. Unser Netzwerk funktioniert“, freut sich Oliver Schardt. Noch nicht absehbar sind die materiellen Schäden. Teures Arbeitsgerät, etwa Rasenmähertraktoren oder Bühnenelemente, sind in Abstellräumen unter Wasser gewesen, auch die Kirche war überflutet, ein großer Baum auf ein Haus gestürzt. Die Mauer eines Nebengebäudes wurde durch den enormen Wasserdruck herausgebrochen – das Gebäude muss wohl abgerissen werden. Die Werkstätten hingegen profitierten von ihrem erhöhten Standort und kamen schadlos davon.

Von unserem Redakteur Andreas Nitsch

Idar-Oberstein Birkenfeld
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