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Kreis Birkenfeld

Bauern im Kreis Birkenfeld warten auf Regenpausen

Sorgenvoll betrachten derzeit zahlreiche Landwirte im Kreis Birkenfeld die Wetterprognosen für die kommenden Tage: Besonders Weizen, Triticale – eine Kreuzung aus Weizen und Roggen – und Sommergerste müssen dringend geerntet werden.

Diesen Anblick wie hier bei Sulzbach wird man wohl in den kommenden Tagen kaum haben. Durch die andauernden Regenfälle kann das meist schon reife Getreide noch nicht geerntet werden. Zumindest zwei Tage ohne Regen sind für einen Einsatz der Maschinen notwendig.
Diesen Anblick wie hier bei Sulzbach wird man wohl in den kommenden Tagen kaum haben. Durch die andauernden Regenfälle kann das meist schon reife Getreide noch nicht geerntet werden. Zumindest zwei Tage ohne Regen sind für einen Einsatz der Maschinen notwendig.
Foto: Reiner Drumm

Von unserem Reporter Jörg Staiber

"Das Getreide ist reif, aber um es abzuernten, müsste es mal zwei Tage hintereinander trocken bleiben und es dazu auch noch möglichst windig und sonnig sein", erläutert Hartmut Bauer das Dilemma.

Hinzu kommt, dass mit dem sich nähernden Herbst und den kürzer werdenden Tagen auch das Zeitfenster, in dem die Mähdrescher ihre Arbeit tun können, immer kleiner wird. "Am Vormittag bleibt der Tau länger auf den Pflanzen, sodass meist erst am Nachmittag geerntet werden kann, und am Abend kommt die Nässe früher wieder."

Bleiben die Ähren noch länger auf den Halmen, drohen Auswuchsschäden, das heißt, die Körner beginnen zu keimen. "Das hat erhebliche Auswirkungen auf die Qualität und letztlich auch auf den Preis", weiß der Geschäftsführer des Bauern- und Winzerkreisverbandes. Da der natürliche Klebergehalt des Korns dann deutlich nachlässt, kann es nicht mehr zu Brotmehl, sondern nur noch zu Futtermitteln verarbeitet werden. Ermittelt wird dieser Klebergehalt durch die sogenannte Fallzahl – dabei wird die Zeit gemessen, die ein standardisierter Stab braucht, um durch einen Kleister aus Mehl und Wasser hindurchzufallen.

"Bei Futtergetreide liegen die Erlöse um rund ein Drittel niedriger als beim Brotgetreide", erklärt Bauer. Für andere Pflanzen sei der Regen dagegen so gerade recht gekommen, relativiert Bauer im Gespräch mit unserer Zeitung die Folgen für die Landwirtschaft. "Der Mais steht gut, dem hat der Regen richtig gut getan", berichtet Bauer. Allerdings müsse man die Entwicklung bis zur Ernte, die voraussichtlich Ende September bis Anfang Oktober erfolgen kann, abwarten. "Die Kolben müssen noch abreifen, und da sind vor allem wärmere Temperaturen wichtig." Der in unserer Region angebaute Mais wird vor allem zur Herstellung von Futtermitteln verwendet, die Umwandlung in Elektro- und Wärmeenergie spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Gut war das Nass nach dem viel zu trockenen Frühsommer auch für das Grün- und Weideland. "Da war der Regen dringend notwendig", so Bauer. "Der erste Schnitt für Heu und Silage war ganz schlecht, dafür waren der zweite und dritte Schnitt dann aber gut." Schlechte Erträge können bei der Tierhaltung vor allem bei langen Wintern dazu führen, dass deutlich mehr Futter dazugekauft werden muss, was erhebliche Kosten verursachen kann.

Nicht so schlimm wie befürchtet waren die Folgen der Trockenheit auch für andere Pflanzen. "Bei der Wintergerste hatten wir gute Erträge und Qualitäten. Auch die Braugerste war ganz in Ordnung. Beim Raps lagen die Erträge im Durchschnitt, auch der Ölgehalt der Früchte war wider Erwarten zufriedenstellend."

Sehr zufrieden mit den Niederschlägen der vergangenen Wochen war dagegen die Forstwirtschaft. Nachdem noch Ende Juni nach wochenlanger Trockenheit stellenweise erhebliche Waldbrandgefahr bestanden hatte, dürfte diese nun für den Rest des Jahres weitgehend gebannt sein.

Idar-Oberstein Birkenfeld
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