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    Badesaison 2012 am Weiher fällt aus

    Baumholder -  Wahrscheinlich wird es im Sommer 2012 keinen Badebetrieb am Baumholderer Weihergeben können. Auch der Triathlon wird wahrscheinlich zum Duathlon abgespeckt werden müssen. Denn was als turnusmäßig alle 20 Jahre anstehende Dammsicherheitsprüfung mit Schlammentfernung gedacht war, entwickelt sich zu einem umfassenden Sanierungsprojekt, das die Stadt Baumholder im schlimmsten Fall mehrere Millionen Euro kosten kann.

    Foto: Reiner Drumm

    Baumholder -  Wahrscheinlich wird es im Sommer 2012 keinen Badebetrieb am Baumholderer Weihergeben können. Auch der Triathlon wird wahrscheinlich zum Duathlon abgespeckt werden müssen. Denn was als turnusmäßig alle 20 Jahre anstehende Dammsicherheitsprüfung mit Schlammentfernung gedacht war, entwickelt sich zu einem umfassenden Sanierungsprojekt, das die Stadt Baumholder im schlimmsten Fall mehrere Millionen Euro kosten kann.

    Das Bündel an Problemen in dem flachen Staugewässer ist so vielschichtig, dass nicht nur der Schlamm entfernt werden muss, sondern auch der Einbau von Filteranlagen und Sandfängen erforderlich sein wird. Das erläuterte Maritna Oehms vom Landesamts für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht in Mainz dem Baumholderer Stadtrat am Montagabend. „Es muss ein großes Projekt werden, wenn der Weiher langfristig als Bade- und Fischgewässer erhalten werden soll“, erklärte Beigeordneter Christian Flohr.

    Derzeit ist am Weiher die ungünstige  Situation entstanden, dass die Schlammqualität die Wasserqualität und damit das weitere Vorgehen bestimmt.

    Die Algenblüte begann wegen des warmen, beinahe hochsommerlichen Frühjahrs bereits im Juni, die Cyanobakterien vermehrten sich so stark, dass schließlich im August ein Badeverbot verhängt werden musste. Durch die absterbenden Blaualgen ist eine derart große Menge an Biomasse entstanden, durch deren Abbau Unmengen an Sauerstoff verbraucht wurden, so dass der Weiher im September kurz vor dem Umkippen stand.  Derzeit  wird der Wasser durch Pumpen rund um die Uhr belüftet. Denn wegen der niedrigen Sauerstoffkonzentration konnten das Wasser nicht wie geplant Ende September abgelassen werden. „Wir hätten ein Fischsterben bis in die Nahe befürchten müssen“, führte die Expertin drastisch vor Augen, was hätte passieren können. Erst bei einer 50-prozentigen Sättigung mit Sauerstoff ist an ein Ablassen zu denken. Das wird wahrscheinlich in etwa zwei Wochen der Fall sein, schätzt Werkleiter Christoph Donie.

    Der Weiher hat nicht nur seinen Erholungswert verloren, er roch in den vergangenen Wochen auch nicht mehr angenehm.

    Neben Sonnenstrahlung und warmen Temperaturen brauchen Cyanobakterien vor allem Phosphat, um sich zu vermehren. Das wird unter anderem durch das Oberflächenwasser der Neubaugebiete in das Gewässer geleitet. Auf diesen Zulauf kann der Weiher aber nicht verzichten, führte Oehms aus. Hier schlägt ein inzwischen Rheinland-Pfalz-weites Problem durch. Seit 2003, so Oehms, haben sich die Grundwasserspiegel nicht mehr erholt. Stellenweise sind sie bis zu 15 Meter abgesunken, Aus dem Bruderbach allein kann der Weiher wegen der Wassermangelsituation nicht mehr ausreichend mit frischem Wasser gespeist werden.  Deshalb sollte das  Wasser aus den Neubaugebieten über Bodenfilter gereinigt werden, auch ein Sandfänger am Bruderbachzulauf soll installiert werden, um die angeschwemmte Sedimentmenge zu reduzieren.

    Wie teuer letztendlich die Schlammentsorgung wird, hängt von der Menge und der Giftigkeit ab. Sollte die Belastung so hoch sein, dass er auf einer Sondermülldeponie gelagert oder verbrannt werden müsste, kostet das wahrscheinlich 54 Euro pro Kubikmeter, nannte Oehms eine Größenordnung. Kann er ausgebaggert und für die Landwirtschaft genutzt werden,  etwa 15 Euro pro Kubikmeter. Allein die Schlammentsorgung kann bei geschätzten 19 000 Kubikmetern  zwischen 285 000 und rund 1 Millionen Euro verschlingen. gav

     

     

     

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