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    Alexander von Renz sammelt militärische Antiquitäten

    Ob Pickelhauben, Uniformen, Orden, historische Urkunden, Briefe oder Fotos – Alexander von Renz ist von Kindesbeinen an leidenschaftlicher Sammler von militärischen Antiquitäten. Im Büro seines Privathauses stellt der gebürtige Idar-Obersteiner seine beachtliche Sammlung zu Schau. Als zweiter Vorsitzender des Mainzer Garnisonsmuseums hat er der Kulturstätte auf der Zitadelle auch einige seiner Stücke als Leihgaben zur Verfügung gestellt.

    Idar-Oberstein/Mainz - Ob Pickelhauben, Uniformen, Orden, historische Urkunden, Briefe oder Fotos – Alexander von Renz ist von Kindesbeinen an leidenschaftlicher Sammler von militärischen Antiquitäten. Im Büro seines Privathauses stellt der gebürtige Idar-Obersteiner seine beachtliche Sammlung zu Schau. Als zweiter Vorsitzender des Mainzer Garnisonsmuseums hat er der Kulturstätte auf der Zitadelle auch einige seiner Stücke als Leihgaben zur Verfügung gestellt.

    Viele Menschen wissen gar nicht, welche Schätze sie in den eigenen vier Wänden beherbergen. Irgendwann achtlos im Keller oder auf dem Speicher verstaut, sind sie über die Jahre in Vergessenheit geraten. Diesen Kostbarkeiten, speziell militärischen Antiquitäten, ist Alexander von Renz auf der Spur. Der 40-Jährige hat bereits eine beachtliche Sammlung von historischen Relikten zusammengetragen und das große Glück, sein Hobby auch als Beruf ausüben zu können. „Ich bin der einzige vereidigte Sachverständige für militärische Antiquitäten in Deutschland“, sagt er.

    Will heißen: Er schreibt Gerichtsgutachten und ist dafür in ganz Deutschland unterwegs. Im Worms organisiert von Renz viermal jährlich Militärauktionen – ein Anziehungspunkt für internationale Kundschaft. Und ganz nebenbei erfüllt der rührige Familienvater noch das Amt des zweiten Vorsitzenden im Mainzer Garnisonsmuseum. Fündig wird der leidenschaftliche Sammler auf Flohmärkten, Börsen, bei Ebay oder eben bei Privatpersonen. „Die Besitzer beachten diese Dinge nicht, weil es nicht populär ist, Überbleibsel aus Kriegszeiten im Schrank zu haben“, berichtet er.

    In seinem Privathaus stehen auf einem Schrank aufgereiht Reservistenkrüge, an einer Puppe prangt der Frack des Großvaters mit den Orden aus dem Ersten Weltkrieg, über dem Schreibtisch sind in einer Glasvitrine Pickelhaubenembleme zur Schau gestellt. Aber auch unzählige Orden, Pickelhauben, Fotos und Urkunden bereichern seinen Fundus. Beim Gang durch die Räume stößt man auf einen Dankesbrief von Kaiser Wilhelm für die Glückwünsche zu seinem Geburtstag. Datiert ist das Schreiben vom 29. März 1870, der Empfänger ein Oberst Carl von Renz, Vorfahre des heutigen Eigentümers.

    Denn Alexander von Renz entstammt einem alten Militäradel und verfügt damit über eine Quelle für sein Hobby in der eigenen Familie. Diese Stücke liegen ihm besonders am Herzen. Vor Kurzem hat ihm der Zufall ein ganz besonderes Schmankerl zugespielt. Sein Schwiegervater hat bei einer Auktion in Bayern die Uniform des Onkels seiner Frau ersteigert. „Er war Oberst und Ritterkreuzträger, das ist die höchste Auszeichnung, die man im Zweiten Weltkrieg erlangen konnte“, weist von Renz auf die Bedeutung der Uniform samt Orden hin. Weitläufige Verwandte, die nicht um die Existenz des Sammlers wissen, hatten es dort abgegeben. „Nun habe ich es wieder in die Familie zurückgeführt“, sagt der neue Besitzer. „So ein Fund ist eine absolute Seltenheit.“

    Ein weiteres Puzzleteil der Familiengeschichte: die Grabplatte des Urgroßvaters Oberst Wilhelm von Renz, der erste großherzogliche hessische Regimentskommandeur vom Artillerie-Regiment Nummer 61 in Darmstadt. Eigentlich ist es ja die Grabplatte seines Sohnes. Denn als dessen Ruhestätte entdeckt und Alexander von Renz sein Interesse an dem Grabmal angemeldet hatte, lag die Rückseite der Platte im Beton verborgen. Nach der Freilegung entdeckte der Sammler dann die Inschrift mit dem Namen des Großvaters. Dieses außergewöhnliche Stück hat er nun in seinem Büro so in die Wand zwischen zwei Räumen eingemauert, dass je nach Standort beide Seiten betrachtet werden können. Direkt daneben offenbart sich ein weiteres wertvolles Zeitzeugnis: die Einladung zur Hochzeit von Kaiser Wilhelm II an den Urgroßvater.

    Alexander von Renz konzentriert sich bei seiner Suche auf Stücke, die bis zur frühen Bundeswehr reichen. „Die ersten Uniformen der Bundeswehr wurden nicht so lange getragen, deswegen sind sie seltener zu finden als Uniformen aus dem Zweiten Weltkrieg“, erläutert er. Einige sind in seinem Büro zu bewundern. Einen besonderen Reiz haben für den Familienvater Nachlässe von Soldaten, die deren Werdegang dokumentieren, sprich Orden, Urkunden, Ausweise, Fotos, Kopfbedeckungen.

    Aus den 60er-Jahren stammen Bundesverdienstkreuze, die an Staatsoberhäupter vergeben wurden. Dafür braucht er eine besondere Sammlergenehmigung vom Ordnungsamt. „Diese Kreuze sind noch von deutlich besserer Materialqualität als die heutigen Auszeichnungen“, hat Alexander von Renz festgestellt.

    Seine Leidenschaft für militärische Antiquitäten entwickelte der 40-Jährige schon im Kindesalter. Sein Großvater, Jahrgang 1890, hatte als Arzt beide Weltkriege miterlebt. „Weil er wenig mit mir anfangen konnte, nahm er mich auf den Schoß und ließ mich auf dem Schreibtisch mit seinen Orden spielen“, erinnert sich der Enkel noch ganz genau an diese Zeit. Damals war Alexander von Renz gerade einmal fünf Jahre alt. Nach dem Tod des Großvaters ging dann die Sammlung an den Zwölfjährigen über.

    Dem Abitur folgten zwei Jahre Bundeswehr, davon diente er ein Jahr als Soldat in den Vereinigten Staaten und knüpfte Kontakt zu amerikanischen Sammlern. Sein Weg führte ihn weiter nach Mainz. Hier studierte er Jura und Betriebswirtschaft. Während des Studiums ließ er sich zum Auktionator bestimmen und von der Industrie- und Handelskammer zum öffentlich bestellten Sachverständigen vereidigen. Seine Aufgabe: Wert- und Echtheitsgutachten für militärische Antiquitäten erstellen. „Denn auch diese sind Kunstgegenstände, teilweise von beträchtlichem Wert.“

     

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