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    Reichenbach

    Aberkennung der Gemeinnützigkeit droht

    Der DRK-Ortsverein Reichenbach hat ein dickes Finanzpolster. Das könnte ihm jetzt zum Nachteil gereichen. Die Reichenbacher DRK-ler haben nämlich so viel Geld auf der hohen Kante, dass dem Ortsverein die Aberkennung der Gemeinnützigkeit droht. Bei einer routinemäßigen Kontrolle der Vereinsfinanzen war der hohe Kassenbestand von knapp 35 000 Euro aufgefallen. Falls der Ortsverein die liquiden Mittel nicht deutlich reduziere, werde ihm die Gemeinnützigkeit aberkannt, habe es seitens der Behörde geheißen, berichtete Hauptkassiererin Gaby Zahler in der Mitgliederversammlung des DRK Reichenbach (die NZ berichtete).

    Dem habe der Verein Rechnung getragen und für den Gruppenraum neue Möbel angeschafft. Weitere Ausgaben waren für Fortbildung und Lehrgangsgebühren aufzuwenden. Auch im Haushaltsplan 2013 sind trotz rückläufigen Mitgliedsbeiträgen 500 Euro Zuschuss an den Kreisverband zweckgebunden für die Tagespflegestätte, und eine Sachspende an die Gemeinde in Form eines Spielgeräte, das am Gemeindehaus aufgestellt werden soll, geplant.

    Diese Ausgaben werden nach derzeitigem Kenntnisstand nicht reichen, um das Finanzamt zufriedenzustellen, erläutert Vorsitzender Erwin Dunkel auf Nachfrage der NZ. "Die wollen, dass wir rund 10 000 Euro ausgeben", zeigt er Unverständnis für die Forderung. Der Verein habe in all den Jahren sparsam gewirtschaftet, habe auf teure Vereinsaktivitäten verzichtet, leiste regelmäßig Dienste bei Volkswandertagen, Motorsportereignissen und auf dem Sportplatz - zum Teil auch für den benachbarten Ortsverein Heimbach, "dem es an Aktiven mangelt", so Dunkel.

    Auch die fünf Blutspendedienste im Jahr, die gemeinsam mit dem Heimbacher DRK geleistet werden, bringen Einnahmen - vor allem wegen des Engagements der Aktiven, die ehrenamtlich für die Verköstigung der Blutspender sorgen. Jahrzehntelange gutes Wirtschaften werde nun bestraft, zeigt man beim DRK Reichenbach wenig Verständnis für die Forderung weiter Geld auszugeben. "Wir werden zu unsinnigen Anschaffungen gezwungen", sagt Dunkel.

    Gespart haben die Reichenbacher für den Kauf eines VW-Busses, der rund 32 000 Euro kostet, erläutert der Vorsitzende. Doch die Anschaffung tätigen will man erst, wenn ihr zwölf Jahre alter Bus tatsächlich kaputt ist.

    Dass es Kontrollen seitens des Finanzamtes gebe und die Aberkennung der Gemeinnützigkeit droht, kommt öfter mal vor, erläutert DRK-Kreisgeschäftsführer Jürgen Blum. "Gerade, wenn man auf ein Ziel hin spart." Man müsse schon sehr glaubhaft erklären, dass man ein größeres Projekt vor Augenhat, ist die Erfahrung Blums. "Das ist bei dem Fahrzeug in Reichenbach nicht gelungen."

    Bei den routinemäßig alle drei Jahre stattfindenden Kontrollen wird nachgeprüft, ob die Mittel zeitnah verwendet werden. "Es geht uns nicht darum, den Vereinen das Wasser abzugraben, wir wollen nur sicherstellen, dass Vereine die steuerlichen Privilegien zu recht erhalten", erklärt Margret Möllenkamp-Lintz, die Leiterin des Idar-Obersteiner Finanzamtes. Zu Einzelfällen kann sie aus Gründen des Steuergeheimnisses keine Aussagen machen. Sie betont aber, dass man Vereine berate und Brücken baue und ihnen die Möglichkeit einräume, die Mittel noch auszugeben.

    Das finanzielle Polster ist nach Einschätzung des Kreisgeschäftsführers nicht übermäßig dick. Denn die Mitgliederbeiträge sind rückläufig. Kritisch könnte es nach seiner Einschätzung werden, wenn der aktive Dienst wegfallen sollte. Da die Aktivensituation in anderen Ortsvereinen teilweise noch schlechter ist, plädiert der Kreisvorsitzende für eine Fusion der Ortsvereine Reichenbach, Heimbach und Baumholder. "Davon könnten alle drei Ortsvereine profitieren", meint Blum. Grundsätzlich ist Dunkel nicht gegen einen Zusammenschluss. "Doch wir wollen auch nicht, dass unser Erspartes für andere Ortsvereine verwandt wird." Zu Gesprächen der Vorstände sei es aber noch nicht gekommen. Entscheiden über eine mögliche Fusion müssten überdies die Mitglieder.

    Von unserer Redakteurin Gabi Vogt

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