40.000
Aus unserem Archiv
Hoppstädten-Weiersbach/Brücken

Zwei Orte, ein gemeinsames Ziel: Hoppstädten und Brücken wollen Schwerpunktgemeinde werden

Axel Munsteiner

Die nach Birkenfeld größten Orte in der Verbandsgemeinde, Hoppstädten-Weiersbach (3320 Einwohner) und Brücken (1200), wollen das werden, was einige kleinere Orte wie Börfink, Buhlenberg, Niederbrombach, Rinzenberg, Rötsweiler-Nockenthal, Siesbach und seit diesem Jahr auch Kronweiler schon sind: eine vom Land anerkannte Schwerpunktgemeinde für Dorferneuerung.

Von der Höhe eines nach Leitzweiler führenden Wirtschaftswegs bietet sich ein schöner Panoramablick auf Hoppstädten-Weiersbach. Foto Axel Munsteiner<br>
Von der Höhe eines nach Leitzweiler führenden Wirtschaftswegs bietet sich ein schöner Panoramablick auf Hoppstädten-Weiersbach. Foto Axel Munsteiner
Foto: Axel Munsteiner

Beide Gemeinderäte haben in ihren jüngsten Sitzungen beschlossen, mithilfe der VG-Verwaltung einen entsprechenden Antrag ans Mainzer Innenministerium zu schicken und hoffen darauf, ab 2019 zum Zuge zu kommen. Mit dem Status als anerkannte Schwerpunktgemeinde hätten beide Ortsgemeinden die Chance, acht Jahre lang einen vorrangigen Zugriff aus dem Topf des Dorferneuerungsprogramms zu erhalten.

In der Brückener Ortsmitte ist das frühere Schulhaus ein prägendes Gebäude. Foto: Reiner Drumm<br>
In der Brückener Ortsmitte ist das frühere Schulhaus ein prägendes Gebäude.
Foto: Reiner Drumm

Wenn eine Schwerpunktgemeinde öffentliche Projekte anpacken will, die die Infrastruktur im Ort verbessern, zur Wiederbelebung der Dorfkerne beitragen oder der Sicherung der sozialen Daseinsvorsorge dienen, sind Landeszuschüsse mit einer Quote bis zu 65 Prozent möglich. Von dem von Mainz aufgelegten Förderprogramm können aber auch Privatleute in anerkannten Schwerpunktgemeinden profitieren. Ihnen wird eine kostenlose Fachberatung geboten, und sie haben später auch die Aussicht auf einen Landeszuschuss, wenn sie Eigentümer eines alten Hauses im Ortszentrum sind und dieses regionaltypisch sanieren wollen.

Sanierung etwas eingeschlafen

Der letztgenannte Punkt ist nach Auffassung von Herbert Leyser, bei der Birkenfelder VG-Verwaltung zuständig für Dorferneuerung, ganz wichtig. „Denn man muss schon feststellen, dass gerade in Hoppstädten-Weiersbach und Brücken bei den privaten Sanierungsmaßnahmen die Entwicklung etwas eingeschlafen ist. Deshalb wäre es gut, wenn gerade in diesen beiden großen Orten durch die Anerkennung als Schwerpunktgemeinde und die damit verbundene Förderung wieder neue Impulse gesetzt werden können.“

In Hoppstädten-Weiersbach sind die Ratsmitglieder und die Fraktionen nun zunächst aufgefordert, Vorschläge für die Aufstellung eines Katalogs an denkbaren Investitionen und Vorhaben zu machen. „Wir haben auch schon einige Ideen in der Pipeline“, sagt der Erste Beigeordnete Edmund Schulz, der zurzeit Ortsbürgermeister Welf Fiedler vertritt. Den noch anstehenden Diskussionen im Rat wolle er nicht vorgreifen, bei einem Projekt bestehe aber schon jetzt Einigkeit, dass es im Zuge der Dorferneuerung verwirklicht werden soll.

In dem Bereich, in dem der Steinaubach in die Nahe mündet, wurden zwar mit Hilfe des Landesprogramms „Aktion Blau plus“ schon Renaturierungsmaßnahmen vorgenommen, etwas weiter oben fließt der Steinaubach aber mitten durch ein großes Gelände, das der Ortsgemeinde gehört und zu dem neben einem Eisenbahnviadukt auch ein laut Schulz „ziemlich öde wirkender Parkplatz gehört“. Dieses Areal in unmittelbarer Nachbarschaft der Einmündung in den in Richtung Birkenfeld führenden Nahe-Radweg „wollen wir entwickeln und zu einem Aushängeschild am Ortseingang machen.“

Welche Gestaltungsmöglichkeiten konkret umgesetzt werden sollen, ist noch offen. Das werde erst die weitere Diskussion zeigen und hänge unter anderem auch von den Vorschlägen ab, die das für dieses Projekt noch zu beauftragende Ingenieurbüro mit einfließen lässt, sagt der Erste Beigeordnete. Für ihn sei das Gelände aber zum Beispiel dafür prädestiniert, einen Barfußpfad anzulegen.

Private Besitzer werden eingebunden

Handlungsbedarf sieht Schulz zudem darin, auch unter Einbindung der privaten Besitzer die beiden Ortsmittelpunkte „stärker ins Visier zu nehmen“ und sich um deren Aufwertung zu bemühen. Vor allem in Weiersbach, in dessen Herzen es einige Leerstände gibt, sieht der Erste Beigeordnete dabei deutlichen Handlungsbedarf.

Im Brückener Rat wurde parallel zum Antrag auf Anerkennung als Schwerpunktgemeinde auch der Beschluss gefasst, eine ebenfalls vom Land geförderte Dorfmoderation durchzuführen. Diesen Prozess wird Beate Stoff vom Büro Plan B aus Osburg (Kreis Trier-Saarburg) fachlich begleiten.

Kennzeichen einer Dorfmoderation ist es, „dass die Bürger im Ort angesprochen werden, mitmachen und Vorschläge machen sollen, was sich verbessern lässt“, sagt Gemeindechef Karl-Otto Engel. Die so erarbeiteten Ergebnisse der Dorfmoderation in Brücken wolle man zunächst abwarten, bevor in die Planung von öffentlichen Investitionen eingestiegen wird. „Es ist also nicht so, dass wir schon jetzt ein 100.000-Euro-Projekt in petto hätten, auf das wir schon festgelegt sind“, sagt Engel.

Wanderpfade werden rege genutzt

Denkbar sei aber, dass das Netz der 2017 eröffneten und seitdem rege genutzten vier Wanderpfade rund um Brücken ergänzt und verbessert werden könnte, erklärt der Ortsbürgermeister. Im Übrigen setze er darauf, dass durch die Möglichkeit der Förderung auch in punkto private Haussanierungen „wieder mehr Bewegung in die Sache kommt. Da ist in den vergangenen Jahren nämlich relativ wenig gelaufen“, sagt Karl-Otto Engel im Einklang mit der Einschätzung von VG-Mitarbeiter Herbert Leyser. Axel Munsteiner

Idar-Oberstein Birkenfeld
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Ihre Ansprechpartner in der Redaktion
Stefan Conradt (sc)
Redaktionsleiter
Tel. 06781/605-43
E-Mail
Vera Müller (vm)
Redakteurin
Tel. 06781/605-52
E-Mail
Bettina Schäfer (bet)
Redakteurin
Tel. 06781/605-56
E-Mail
Andreas Nitsch (ni)
Redakteur
Tel. 06781/605-45
E-Mail
Axel Munsteiner (ax)
Redakteur
Tel. 06781/605-44
E-Mail
Peter Bleyer (pbl)
Redakteur
Tel. 06781/605-58
E-Mail
Silke BauerSilke Bauer (sib)
Redakteurin
0171-2976119
E-Mail
Jörg Staiber (jst)
Reporter
Tel. 06781/605-63
E-Mail
Online regional

Bettina TollkampBettina Tollkamp
Chefin v. Dienst
Online
E-Mail

Regionalwetter
Dienstag

3°C - 13°C
Mittwoch

2°C - 11°C
Donnerstag

0°C - 9°C
Freitag

-2°C - 9°C
Anzeige
epaper-startseite
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach