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Birkenfeld

Verantwortung bleibt am Ortsbürgermeister hängen

Gehören Hexenfeuer zum aussterbenden Brauchtum? Noch ist das Spektakel am Vorabend des 1. Mai in einer Vielzahl von Gemeinden hierzulande die Regel. Aber mehr und mehr Orte nehmen davon Abstand. Die Ortsbürgermeister sind verunsichert, wissen angesichts einer wachsenden Zahl von Verordnungen nicht mehr, wie sie für deren Einhaltung sorgen sollen.

Die 3000-Einwohner-Gemeinde Hoppstädten-Weiersbach, wo man bis dahin immer am Naheufer eines der prächtigsten Maifeuer der Region angezündet hatte, war eine der ersten Kommunen, die nach 1999, dem Jahr des Inkrafttretens der heute geltenden Verordnung, das Spektakel absagte. Vor Jahresfrist verkündete Ortsbürgermeister Hans-Dieter Kappler in Rötsweiler-Nockenthal nach einigen Querelen im Vorfeld der Mainacht das Aus für die Scheiterhaufen in beiden Ortsteilen. Der ständige Ärger mit zu früh oder illegal abgelagerten Material, aber auch die im trockenen Frühling 2012 außerordentlich große Gefahr von Flächenbränden waren, so verriet er der Nahe-Zeitung, Gründe für diese Entscheidung, der man sich in diesem Jahr vermutlich im Hambachtal anschließen wird.

Wo überall in der Hexennacht die Flammen lodern, kann selbst Nikolaus Haupenthal von der Abfallbehörde der Kreisverwaltung nur ahnen. Es besteht keine Anzeigepflicht. Mit dem Hinweis auf bestehende Verordnungen legt der Kreis die Verantwortung für die Feuer in die Hand der jeweiligen Ortsgemeinde (was in der Regel der Person des Ortsbürgermeisters gleichkommt) und der örtlichen Feuerwehr (die das Abbrennen überwachen soll). Ähnlich werde mit gemeldeten Verstößen gegen die Maifeuer-Verordnung verfahren, sagt der Mann von der Abfallbehörde. Der Bürgermeister sei im Fall des Falles immer die richtige Adresse. Denn als Ortsfremder wisse man ja noch nicht einmal um die Lage der Feuerstellen.

Aber auch die Verantwortung bleibt am Ortsbürgermeister hängen: Kommen Jungvögel zu Schaden, weil der Holzstapel nicht vor dem Anzünden noch einmal umgeschichtet wurde, wird die Luft verpestet, weil lackierte Möbel verfeuert wurden oder verbrennt sich ein Kind am Morgen danach an einer nur ungenügend abgesicherten Feuerstelle die Finger, kann der Chef der Ortsgemeinde dafür haftbar gemacht werden, bestätigt Haupenthal. Und das ist für manchen Ehrenamtlichen in der Dorfpolitik schlichtweg der Verantwortung etwas zu viel.

Von unserem Redakteur

Klaus-Peter Müller

Idar-Oberstein Birkenfeld
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