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Berschweiler

Kartoffelernte bei Erwachsenen und Kindern beliebt

Günther Weinsheimer

„Die schöne gute alte Zeit, aber die Arbeit war hart“, hieß es mehrfach beim dritten historischen Feldtag in Berschweiler, der bei schönstem Erntewetter wieder zahlreiche Besucher in seinen Bann zog. Bunt war der Querschnitt an Beispielen für die technische Entwicklung in der Landwirtschaft, die teilweise anschaulich vor Augen geführt wurde. Schon um 10 Uhr war bei wolkenlosem Himmel abzusehen, wohin die Reise geht.

Viele Mädchen und Jungen nutzten die Gelegenheit, bei der Ernte mitzuhelfen. Sie durften die Kartoffeln sogar mit nach Hause nehmen.
Viele Mädchen und Jungen nutzten die Gelegenheit, bei der Ernte mitzuhelfen. Sie durften die Kartoffeln sogar mit nach Hause nehmen.
Foto: Günther Weinshe

Die ersten Oldtimertraktoren tuckerten in Berschweiler ein – und mit ihnen auch die ersten Besucher. Vom Parkplatzanweiser bis zu den Landfrauen aus Berschweiler und Bergen waren alle bestens gerüstet und gelaunt. Und das hatte sich letztendlich auch ausgezahlt. Nach der offiziellen Begrüßung durch Ortsbürgermeister Hubert Paal glänzte Schwalbenhofbesitzer Clemens Dorn als guter Moderator mit fundiertem Wissen.

Zahlreiche Besucher benutzten ihre Kameras, um die Vorführungen an den Landwirtschaftsmaschinen zu fotografieren.  Fotos: Günter Weinsheimer
Zahlreiche Besucher benutzten ihre Kameras, um die Vorführungen an den Landwirtschaftsmaschinen zu fotografieren. Fotos: Günter Weinsheimer
Foto: Günther Weinshe

Vorführungen aus dem Bereich der Landwirtschaft aus den vergangenen 50 bis 100 Jahren waren begehrt. Da wurde Getreide mit dem Mähbinder gemäht, die Arbeit mit einem Mähdrescher der 60er-Jahre gezeigt, Ackerbearbeitung mit Pferd und Kleintraktor demonstriert sowie die Holzernte früher und heute gezeigt. Eine Ausstellung und die Vorführung von Großmaschinen aus der älteren und heutigen Landwirtschaft komplettierten das Angebot – wie auch eine historische Traktorausstellung.

Gebannt schauten die Besucher auch zu, als Anna Jaschok vom Schwalbenhof das geduldige Arbeitspferd Tom in einen alten Leiterwagen spannte oder ein paar Ackerfurchen mit dem Pflug zog. Nicht nur dafür gab es Beifall, sondern auch für Clemens Dorns Informationen: „Vor 60 Jahren wurden 2 bis 2,5 Tonnen Weizen pro Hektar und Tag geerntet, fünf bis sechs Leute waren im Einsatz. Heute erntet eine Person in einer Stunde sieben bis zehn Tonnen pro Hektar.“

Besondere Attraktionen waren wie vor zwei Jahren schon die Arbeit mit der Dreschmaschine und die Kartoffelernte, bei der die jungen Festbesucher fleißig mithelfen und die Ernte stolz mit nach Hause nehmen durften. Dort wird in naher Zukunft wohl die Kartoffelsorte Leila aufgetischt.

Der Sportverein Berschweiler und die Interessengemeinschaft Historischer Feldtag Berschweiler freuten sich über den überaus guten Besuch. Die Kinder hatten auch im Streichelzoo ihren Spaß.

Rainer Flohr zeigte, wie die Holzverarbeitung einst und heute bewerkstelligt wurde und wird. Landwirt Manfred Schaab hatte die Ländereien zur Verfügung gestellt. Die Arbeit mit dem Reff (ein aus Holz hergestellter rechenartiger Anbau an der Sense für die Getreideernte) zeigte der 83-jährige Landwirt Otto Becker aus Berschweiler.

Und auch bei den kulinarischen Köstlichkeiten fehlte es an nichts: Die Landfrauen servierten selbst gemachten Kuchen und um die Mittagszeit die in zwei großen Kesseln gekochten Kartoffeln mit Quark. Wolfgang Ehrhard aus Allenbach war erstmals zu Besuch beim Feldtag in Berschweiler. „Was man hier gezeigt bekommt, erinnert mich an meine Kindheit auf dem Bauernhof meines Opas.“

„Es werden fast 2000 Besucher gewesen sein“, sagten die Veranstalter Jörg Heydt und Andreas Gerhardt, die von Patrick Schaab unterstützt wurden. Sie freuten sich über die vielen Kinder, die mit ihren Eltern und Großeltern gekommen waren, um die technische Entwicklung der Landwirtschaft hautnah mitzuerleben.

In zwei Jahren soll erneut ein historischer Feldtag stattfinden. „Denn jährlich ist eine solch umfangreiche Aktion nicht zu stemmen“, sagte Jörg Heydt.

Von unserem Mitarbeiter
Günther Weinsheimer

Idar-Oberstein Birkenfeld
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