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Fischbach

Ein Licht für den Frieden: Pfadfinder bringen Flamme aus Wien ins Kupferbergwerk

Wenn eine Idee mit großer Symbolkraft zu einer gelebten Tradition geworden ist, so wird dies nur durch Menschen möglich, die sich mit ihrer Begeisterung und durch großen Einsatz dafür einbringen. Jedes Jahr wird in der Geburtskirche zu Bethlehem von einem Kind ein Licht entzündet, das in alle Welt getragen wird – das Licht des Friedens. Die Pfadfinder der Ortsgruppe Kirn-Sulzbach haben in diesem Jahr die Flamme in Wien persönlich übernommen und brachten sie dann zur Aussendungsfeier ins Kupferbergwerk Fischbach.

Die Pfadfinder der Ortsgruppe Kirn-Sulzbach holten die Flamme in Wien ab und brachten sie dann zur Aussendungsfeier ins Kupferbergwerk Fischbach. Dort entzündete Kupferkönigin Julia Kannengießer am Friedenslicht die mitgebrachten Kerzen und übergab Lämpchen. Foto: Manfred Greber
Die Pfadfinder der Ortsgruppe Kirn-Sulzbach holten die Flamme in Wien ab und brachten sie dann zur Aussendungsfeier ins Kupferbergwerk Fischbach. Dort entzündete Kupferkönigin Julia Kannengießer am Friedenslicht die mitgebrachten Kerzen und übergab Lämpchen.
Foto: Manfred Greber

Von unserer Mitarbeiterin Gudrun Gottschalk

Mit einem glitzernd geschmückten Tannenbaum und unzähligen kleinen Lichtern hatte das Team unter Bergwerksdirektor Nico Bollenbach das Gewölbe der Kupfermine eindrucksvoll vorbereitet. Drei Mädchen – von Anneliese Hanstein, der Vizedirektorin der Kreismusikschule Birkenfeld geleitet – brachten mit ihren Querflöten und weihnachtlichen Liedern Engelsklang in den Raum. Für die Besucher bedeutete dies einen willkommenen Moment der Besinnung für die Andacht, die mit aktuellen Themen nachhaltig berührte.

Diakon Wilfried Ulrich und Jugendleiterin Marion Bollenbach-Bonertz von der Evangelischen Kirchengemeinde Göttschied hatten eine bewegende Andacht vorbereitet. "Hoffnung schenken – Frieden finden": Unter dieses Leitwort stellte die Aktion "Friedenslicht aus Bethlehem in Deutschland" die Aussendung 2015. Sie soll aufrufen zur Gastfreundschaft und zur Hilfe für jene Menschen, die aus existenzieller Not und Bedrohung in unser Land flüchten. Dort, wo sie aufgebrochen sind, gibt es keinen Frieden mehr und kein Zuhause. Was ihnen bleibt, ist die Hoffnung auf Solidarität der Menschen, die diese Attribute mit großer Selbstverständlichkeit genießen dürfen.

Da machte die Geschichte sehr betroffen, die Marion Bollenbach-Bonertz vorlas. In einem modernen Märchen wird aufgezeigt, was passiert, wenn alles, was "ausländisch" ist, die massiven fremdenfeindlichen Parolen leid ist und in seine Ursprungsländer zurückwandert: Schokolade nach Westafrika, Kaffee nach Lateinamerika und Gewürze nach Indien. Die Autos zerfallen mit ihren Metallen aus aller Welt. Teppiche gehen in den Orient, die Gänse fliegen nach Polen, die Edelhölzer schwirren ins Amazonasbecken, das Öl fließt zum Nahen Osten – die Liste ist sehr lang.

Wir alle sind eine Welt – für alle bringt das Licht aus Bethlehem die Hoffnung, dass Friede möglich ist durch Solidarität und menschlichen Respekt. Die Botschaft aus Bethlehem hat allen Streit in der Welt überdauert. Was wäre, wenn es Weihnachten nicht gäbe? Was würde uns fehlen? Wilfried Ulrich lud alle ein, einmal diesen Gedanken zu Ende zu denken.

Die Besucher trugen das Licht von Bethlehem mit in ihre Häuser. Die neu gekrönte Kupferkönigin Julia Kannengießer entzündete am Friedenslicht die mitgebrachten Kerzen und übergab Lämpchen. Am Fuße des Kupferbergwerks hat sich ein kleiner, feiner Weihnachtsmarkt etabliert, wo man bei Glühwein, Crêpes und einem Plausch gern noch verweilte.

Ein wenig schade war, dass sich der Termin der Aussendungsfeier so wenig verbreitet hatte. Viele werden bedauern, ihn übersehen zu haben. Doch die Tradition lebt: 2016 macht das Kupferbergwerk Fischbach die Tore wieder weit auf für das Friedenslicht von Bethlehem: Hoffnung schenken – Frieden finden.

Idar-Oberstein Birkenfeld
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