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Deutsch-chinesisches Wirtschaftsforum auf dem Umwelt-Campus: China setzt immer mehr auf Qualität

Karl-Heinz Dahmer

Wenn das Oak-Garden-Team ein Event vorbereitet, hat das Stil. Das weiß man von früheren Veranstaltungen und wurde am Freitag beim deutsch-chinesischen Wirtschaftsforum auf dem Umwelt-Campus Birkenfeld (UCB) wieder einmal bestätigt: Vorm Eingang zum Kommunikationscenter konnten sich die Gäste aus China und Deutschland an blütenweiß gedeckten Stehtischen kennenlernen – wenn man die jeweils andere Sprache beherrschte.

Zum zweiten Mal nach 2017 trafen sich deutsche und chinesische Geschäftsleute zum Oak-Garden-Global-Business-Forum im Umwelt-Campus Birkenfeld.  Foto: Hosser
Zum zweiten Mal nach 2017 trafen sich deutsche und chinesische Geschäftsleute zum Oak-Garden-Global-Business-Forum im Umwelt-Campus Birkenfeld.
Foto: Hosser

Im Saal übersetzten Simultandolmetscher den Zuhörern mit Knopf im Ohr, was die Wirtschaftsexperten und Unternehmer aus beiden Ländern gerade auf der Bühne gesagt hatten. Und am Abend saß man im Hotel Seezeit Lodge am Bostalsee zusammen: Politiker wie Alexander Schweitzer, Vorsitzender der SPD-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag, Landrat Matthias Schneider aus dem Kreis Birkenfeld und Unternehmer aus Deutschland und China. Zwischendurch, noch auf dem Umwelt-Campus, ernannte Schneider den Chinesen Lan Ming zum regionalen Botschafter für den Kreis Birkenfeld.

Information und gegenseitiges Kennenlernen: Das sind die beiden wichtigsten Komponenten dieses Forums, das schon einmal, im vorigen Jahr, vom Oak-Garden-Team organisiert worden war. Andreas Scholz, der Geschäftsführer der Oak Garden Holding GmbH, nennt das Treffen im Begleitheft zur Veranstaltung einen „kleinen Schritt zu unserem großen Ziel“: der Förderung der deutsch-chinesischen Freundschaft. Auf der Bühne des UCB-Kommunikationscenters wurde er konkreter: Gegenseitiges Verständnis sei die Grundlage für einen gemeinsamen Weg in die Zukunft. „Warum bündeln wir nicht unsere Kräfte und machen damit den Kuchen größer? Das ist eine Win-win-Situation.“

Die Chancen liegen auf der Hand: China ist längst zu einem Global Player geworden. 40 Jahre war Frankreich Deutschlands wichtigster Handelspartner, diese Position hat jetzt die Volksrepublik in Fernost übernommen: Zwei Jahre hintereinander liegt die deutsche Handelsbilanz, die Summe von Export und Import, bei den Geschäften mit den Chinesen auf Platz Nummer eins.

Das Forum ist eine gute Gelegenheit, die wirtschaftliche Entwicklung auf der jeweils anderen Seite kennenzulernen. Im vorigen Jahr war „Die neue Seidenstraße“ das Hauptthema des Wirtschaftsgipfels, Chinas Großprojekt, das weitere Verbindungswege zum Rest der Welt schaffen will. Diesmal standen die Hidden Champions und der Craftsman Spirit im Mittelpunkt der Vorträge. Hidden Champions sind die kleinen mittelständischen innovativen Unternehmen, die nicht im Blitzlichtgewitter der Öffentlichkeit stehen, die aber allein in Deutschland 460 Weltmarktführer im ihren jeweiligen Produktonsbereichen stellen. 460 klingt ambitioniert, wird aber von einem Team der Universität St. Gallen regelmäßig überprüft. Hidden Champions sind Familienunternehmen mit langer Erfahrung, die sich in den Nischen des Weltmarkts spezialisiert haben.

Craftsman Spirit ist der handwerkliche Unternehmergeist, der diese Entwicklung befeuert hat. Wie in der Groh & Ripp OHG in Idar-Oberstein mit ihrer Hochpräzisions-schleiftechnik, um aus der Reihe der Vorträge nur eine Rednerin herauszugreifen: Nicole Ripp sprach auf der Campus-Bühne von ihrem Urgroßvater, der 1910 als Graveur begann. Heute werden in Tiefenstein hochwertige Steine geschliffen. „Wir sind das ganze Jahr über in der Welt unterwegs, um neue Techniken zu studieren und unsere Produktionsprozesse zu optimieren“, sagt die Jungunternehmerin.

China will verstärkt auf eine bessere Qualität seiner Produkte setzen. Dazu muss umgedacht werden. „Wir favorisieren jetzt den Craftsman Spirit, um langfristig Erfolg zu haben“, eröffnete Weidong Wang, Gesandter des Botschaftsrats der Volksrepublik, einen Blick in die neue Wirtschaftspolitik Chinas. Im Oak Garden in Neubrücke war er bisher dreimal, er sieht die „dynamische Entwicklung“, das Projekt sei ein erfolgreiches Beispiel der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit. Chunlin Han, Generaldirektor im Department of Commerce, die Handelsvertretung der Provinz Shanxi, sprach von den Entwicklungszonen in China, die zwei Hauptziele haben: Innovationen zu fördern und Investoren anzulocken.

Joe Weingarten, Abteilungsleiter im Mainzer Wirtschaftsministerium, stuft die Oak-Garden-Ansiedlung als „größte Gründer-Community in Europa“ ein und unterstrich die Bedeutung Chinas für die rheinland-pfälzische Wirtschaft, die eine Exportquote von 58 Prozent habe, also mehr als die Hälfte ihrer Umsätze mit dem Ausland erzielt.

Von unserem Mitarbeiter Karl-Heinz Dahmer
Idar-Oberstein Birkenfeld
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