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VG Birkenfeld

BI "Energiewende mit Vernunft": Rotmilan starb durch Rotorenschlag

Der verendete Rotmilan, der am 11. Juni unter einer Windenergieanlage (WEA) bei Wilzenberg-Hußweiler gefunden wurde, ist durch Rotorenschlag zu Tode gekommen. Dies hat eine veterinärmedizinische Untersuchung im Auftrag der unteren Naturschutzbehörde ergeben, teilt die Bürgerinitiative (BI) "Energiewende mit Vernunft" in einer Presseerklärung mit. Mitglied Willi Weitz, auch Mitglied im Naturschutzbeirat des Kreises und Vorsitzender der Pollichia-Kreisgruppe, hatte den Fall verfolgt und sich über das Ergebnis unterrichten lassen.

Mitte Juni wurde vor einem Windrad bei Wilzenberg-Hußweiler ein verendeter Rotmilan entdeckt.
Mitte Juni wurde vor einem Windrad bei Wilzenberg-Hußweiler ein verendeter Rotmilan entdeckt.
Foto: privat

Wie Weitz erfahren hat, war das Becken des Vogels zerschlagen. Blutaustritt aus dem Schnabel ließ auf innere Verletzungen schließen. "Der Vogel geht damit als elftes registriertes Rotmilan-Schlagopfer aus Rheinland-Pfalz in die zentrale Schlagopferdatei ein", teilen Weitz und BI-Sprecher Joachim Jung mit. Die BI-Mitglieder monieren in diesem Zusammenhang, dass Staatssekretär Thomas Griese bei einer Informationsveranstaltung der Grünen in Abentheuer Anfang Juli von nur sieben Schlagopfern aus Rheinland-Pfalz gesprochen habe. Allerdings hätten Jung, Weitz und ihre Mitstreiter am gleichen Tag von der Vogelschutzwarte Brandenburg, die die zentrale Schlagopferdatei führt, erfahren, dass in Rheinland-Pfalz zehn von Windrädern erschlagene Rotmilane registriert seien.

"Es mag sich jeder seine eigenen Gedanken darüber machen, wieso der Staatssekretär von nur sieben registrierten Schlagopfern spricht", sagt Joachim Jung. Die Bürgerinitiative sehe sich durch diesen Vorgang in ihrem Misstrauen auch gegenüber anderen Zahlen, die in Abentheuer vorgebracht wurden, bestätigt. Auch mit der Behauptung, die Schlagopferzahlen seien trotz der wachsenden Zahl von Windrädern nicht gestiegen, bewege sich Griese auf sehr unsicherem Boden, betonen Jung und Weitz.

Bei der Schlagopferstatistik handele es sich um eine Zählung von Zufallsfunden, die allenfalls der Spitze eines Eisbergs entsprechen. Da die meisten Schlagopfer nicht gefunden und die gefundenen oft nicht gemeldet würden, sei die tatsächliche Zahl der von Windrädern erschlagenen Milane viel höher, glauben die BI-Vertreter. Weil aber systematische Untersuchungen weitgehend fehlten, könne die Dunkelziffer kaum abgeschätzt werden. Die einzige systematische Untersuchung stamme von der Vogelschutzwarte Brandenburg. Die Auswertung von 70 000 Kontrolldaten habe ergeben, dass eine hohe Windraddichte (wie sie in der VG Birkenfeld längst überschritten sei) zu einer Gefährdung der Rotmilanpopulation führe. Obwohl diese Studie vor der Veröffentlichung im "Journal for Nature Conservation" , einer renommierten internationalen Zeitschrift für Naturschutz, einer Reihe von strengen wissenschaftlichen Überprüfungen unterzogen worden sei, werde sie vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium nicht anerkannt.

Weiter schreiben Jung und Weitz in einer Presserklärung der BI: "Ungeachtet der Ergebnisse der Studie behauptet Prof. Peter Heck vom Umwelt-Campus, der bei der Veranstaltung in Abentheuer mit den Vertretern der Grünen und Bürgermeister Bernhard Alscher am Podiumstisch saß, es gäbe keinerlei Hinweise auf eine Gefährdung der Rotmilanpopulation durch Windenergieanlagen. Von Befürwortern ungehemmter WEA-Projektierung wird Heck bei Diskussionsveranstaltungen gern wie ein unabhängiger Experte eingesetzt. In Wirklichkeit ist er als geschäftsführender Gesellschafter der gewinnorientierten Firma IfaS (Institut für angewandtes Stoffstrommanagement) mannigfach kommerziell in zahlreiche Projekte zur Energiewende auf Landes- und kommunaler Ebene eingebunden, auch in unserer VG. Offensichtlich haben viele Bürger die Zusammenhänge und Verquickungen längst durchschaut: Zu den beiden Informationsveranstaltungen der BI "Energiewende mit Vernunft" kamen jeweils mehr als 200 Interessierte. Beim Diskussionsabend der Grünen in Abentheuer zählte man außer den Mitgliedern der BI nur 20 Besucher." ni

Idar-Oberstein Birkenfeld
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