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    Cochem/Daun

    Zusammenarbeit endet unschön: Falknerei und Reichsburg gehen getrennte Wege

    Morgen soll auf der Cochemer Reichsburg eigentlich die Saison für die Falknerei beginnen, doch daraus wird nichts. Nicht ganz einvernehmlich geht die Kooperation zwischen der Reichsburg und der Falknerei nach zwölf Jahren zu Ende. Für das Falknerpaar Sylvia Bente und Axel Schröder ist das ein emotionales Thema. Die beiden sind künftig nur noch im Wild- und Erlebnispark in Daun zu finden.

    Foto: Christoph Bröde

    Von unserem Mitarbeiter Christoph Bröder

    Seit 2003 war die Falknerei auf der Reichsburg ansässig, reibungslos war die Beziehung jedoch schon länger nicht mehr. "Die Bedingungen waren in den vergangenen Jahren nicht mehr gut für uns", sagt Falkner Axel Schröder. "Taxibusse parkten unseren Zugang zu, Wegweiser wurden umgestellt oder umgeworfen - die Besucher haben uns nicht mehr gefunden", beklagt er. Schließlich habe die Burg auch keine Durchsagen mehr für die Flugshows der Falkner gemacht. "Die Bedingungen für unsere Arbeit wurden erschwert, seitens der Burg legte man uns Steine in den Weg", so empfindet Sylvia Bente die Situation. Die beiden fühlen sich herausgedrängt.

    Cochems Stadtbürgermeister Wolfgang Lambertz hält dagegen. Da die Reichsburg im Besitz der Stadt Cochem ist, gehört er zu den Entscheidungsträgern in diesem Fall. "Die Familie Bente-Schröder stellte Forderungen, welche von der Burg nicht umgesetzt werden konnten", erklärt Lambertz. Dies sei bei Gesprächen mit den Falknern im Herbst 2015 deutlich geworden. Das Paar habe mehr Leistungen eingefordert, wollte dafür aber weniger Miete zahlen. Die Falkner schlugen vor, Flugvorführungen nur noch für gebuchte Gruppen anzubieten. Die Stadt hingegen wünscht sich einen durchgängigen Betrieb, passend zu den Öffnungszeiten der Reichsburg. Außerdem gingen die Vorstellungen über die Art der Greifvogelhaltung auf der Burg auseinander: "Wir streben eine Haltung der Vögel in Volieren an, weil wir von Burgbesuchern angesprochen wurden, ob die praktizierte Haltung artgerecht sei", sagt der Stadtbürgermeister. Er habe der Falknerei sogar vorgeschlagen, den Volierenbau finanziell zu unterstützen.

    Abgesehen davon, dass die Haltung der Vögel auf der Burg durch Veterinäre abgesegnet ist, sieht Axel Schröder andere Probleme: "Größere Volieren bedeuten für uns weniger Vögel und damit weniger Flugvorführungen." Die Kapazitäten auf der Burg sind begrenzt. Größere Volieren benötigen mehr Platz, auf dem gleichen Raum können dann weniger Vögel gehalten werden. "Wenn wir nur noch fünf statt elf Greifvögel auf der Burg halten können, gibt es weniger Flugshows. Denn jeder Vogel braucht seine Ruhephasen", erklärt Schröder. Zudem sei der Volierenbau auf der Reichsburg unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes schwierig, sagt er.

    Ein weiteres Problem, das sich aus dem Streit ergibt, ist die personelle Besetzung der Falknerei. Bis Mitte November unterstützten drei feste Mitarbeiter und eine Aushilfe das Falknerpaar, aktuell sind Sylvia Bente und Axel Schröder alleine. Ende Februar mussten die beiden ihrem letzten Mitarbeiter kündigen, weil sie mit der Ungewissheit zu diesem Zeitpunkt, wie es für sie auf der Reichsburg weitergeht, nicht planen konnten. Daraus ergibt sich das nächste Problem: "Die Falkner planen den Rückbau der Falknerei auf der Burg zum Ende des Jahres, das ist nicht in unserem Interesse", sagt Wolfgang Lambertz. Die Burg möchte den Platz zeitnah wieder nutzen, wofür sei noch offen. Falkner Axel Schröder weiß nicht, wie er den Rückbau ohne Personal stemmen soll. Schließlich sind er und seine Frau mit dem Tagesgeschäft im Wild- und Erlebnispark in Daun, wo das Paar seit 2010 ebenfalls eine Falknerei betreibt, ausgelastet. "Der Rückbau zum Saisonstart kommt für uns sehr ungelegen, wir hätten uns einen sauberen Schnitt zum Saisonende 2015 gewünscht, so hätten wir den Winter für den Rückbau auf der Burg nutzen können", erklärt Schröder. Das Paar fühlt sich schlecht informiert. "Herr Lambertz war für uns kaum zu erreichen", sagt Sylvia Bente. Der wiederum betont, die Stadt habe immer wieder das Gespräch mit den Falknern gesucht.

    Cochem Zell
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