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Senheim

Zielstrebige Handwerker haben gute Karten: Christian Ahnen aus Senheim zeigt, wie es geht

Ulrike Platten-Wirtz

Erfolg und berufliches Vorwärtskommen haben Christian Ahnen aus Senheim angetrieben, sich nach bestandener Meisterprüfung selbstständig zu machen. Im vorigen Prüfungszeitraum konnte der 25-Jährige, der bereits als bester Betonbauer Deutschlands seine Gesellenprüfung absolvierte, jetzt auch als jahrgangsbester Meister seines Gewerks abschließen. In der Selbstständigkeit sieht Ahnen viel Positives, auch wenn derzeit die persönliche Freizeit ein wenig zu kurz kommt.

Er hat die Gelegenheit genutzt: Christian Ahnen aus Senheim hat mit gerade einmal 25 Jahren jetzt seinen eigenen Betrieb.
Er hat die Gelegenheit genutzt: Christian Ahnen aus Senheim hat mit gerade einmal 25 Jahren jetzt seinen eigenen Betrieb.
Foto: Ulrike Platten-Wirtz

Rund ein Viertel der Gesellen in der Region strebt den Meistertitel an. Etwa die Hälfte davon machen sich laut Angaben der Handwerkskammer Koblenz selbstständig. „Die Zeichen stehen für zielstrebige Handwerker derzeit mehr als gut“, betont auch Kreishandwerksmeister Rainer Angsten. Zuletzt legten 669 Anwärter aus 26 Berufen vor der Handwerkskammer (HwK) Koblenz die Meisterprüfung erfolgreich ab. Die Zahl hält sich im Vergleich zum Vorjahr die Waage. Rund 300 streben in die Selbstständigkeit.

Die meisten als Kfz-Techniker, Augenoptiker und Dachdecker. Firmenneugründungen werden neuerdings vom Land mit Aufstiegsboni bis zu 3500 Euro gefördert. Das soll, so die HwK, einen Anreiz zur Selbstständigkeit schaffen und die Attraktivität von Handwerksberufen steigern. Für Christian Ahnen war schnell klar, dass er im Handwerk tätig sein möchte. Schon nach dem Abitur wusste er, dass sein Platz nicht hinter dem Schreibtisch ist, sondern auf der Baustelle. Inzwischen hat der 25-Jährige seine eigene Firma gegründet und beschäftigt einen weiteren Meister, drei Gesellen sowie einen Bauhelfer.

An Aufträge zu kommen ist derzeit kein Problem. Im Gegenteil. „Ich musste schon Bauherren absagen, weil ich nicht genügend Kapazitäten frei habe“, sagt Ahnen. Gern würde der junge Firmenchef weitere Mitarbeiter beschäftigen. Doch hier stellt sich auch für Ahnen das bekannte Problem des Fachkräftemangels. „Mit doppelt so vielen Leuten könnte man natürlich auch größere Projekte angehen“, sagt Ahnen. Der 25-Jährige ist jedoch bestrebt, sein Tätigkeitsfeld auf einen überschaubaren Umkreis in der Region zu beschränken. „Wenn man zu weit fahren muss, wird es schwierig, den Überblick zu behalten“, sagt er. Dazu kommen die aktuellen Forderungen der Baugewerkschaften, die unter anderem für die volle Bezahlung der An- und Abfahrten einstehen. „Das sind Forderungen, die meiner Meinung nach von den Betrieben nicht zu leisten sind“, sagt Angsten. Gelernte Baufacharbeiter stehen im Vergleich zu anderen Handwerksberufen mehr als gut da. „Ein Lehrling im dritten Ausbildungsjahr verdient sogar satte 1410 Euro“, weiß Angsten.

Trotz der guten Bezahlung und zahlreicher Werbeaktionen seitens der Kammern bleibt es schwierig, Fachkräfte zu akquirieren. Dabei geht Christian Ahnen in seinem Gewerbe mit gutem Beispiel voran. Auch nach einem Jahr der Selbstständigkeit ist der junge Meister noch voll motiviert. Tagsüber arbeitet er auf der Baustelle, abends folgen Gespräche mit Architekten und Bauherren und am Wochenende wartet die Büroarbeit. „Früher oder später werde ich wohl jemanden fürs Büro einstellen müssen“, sagt Ahnen. Alles ist allein eben doch nicht zu bewältigen. Auf die Arbeit am Bau will der Bauunternehmer aber keinesfalls verzichten.

Angsten, der nicht nur Kreishandwerksmeister, sondern auch Obermeister der Baugewerksinnung Cochem-Zell ist, bezeichnet die allgemeine Baukonjunktur auch im Landkreis als gut. „Das bekannte Problem, geeignete Fachkräfte zu finden, zieht sich allerdings durch alle Branchen“, sagt Angsten. Er fordert daher ein Umdenken in Schulen und Elternhäusern. Dass es auch ohne Studium mit dem Erfolg funktioniert, beweist Christian Ahnen.

Und die Bedingungen haben gepasst. „Ich hatte aber das Glück, dass mir Bauhof und Gerätschaften von einer Baufirma als Mietkauf zur Verfügung gestellt wurden. Sonst hätte ich nicht so schnell durchstarten können“, sagt er.

Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Platten-Wirtz

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