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    Weinlounge Zell: Stadtrat hat das letzte Wort

    Die Weinlounge ist in Zell ein Dauerbrennerthema. In seiner nächsten Sitzung Ende April könnte der Zeller Stadtrat der am Montag Abend vom Hauptausschuss abgesegneten Empfehlung folgen und eine Entgelt- und Benutzungsordnung für die Weinlounge und den Marktplatz beschließen.

    Gähnende Leere, doch der Schein trügt ein wenig: An Ostern haben viele Besucher der Stadt Zell die Weinlounge genutzt.
    Gähnende Leere, doch der Schein trügt ein wenig: An Ostern haben viele Besucher der Stadt Zell die Weinlounge genutzt.
    Foto: Peter Scherer

    Von unserer Redakteurin Petra Mix

    An diesem Abend ging es darum, die Änderungen noch einmal in dem Gremium zu beschließen, das sich bereits Ende Februar, damals nicht öffentlich, mit einem von der Stadt vorgelegten Entwurf befasst hatte. Als "unvollständig" war dieser Entwurf bezeichnet worden, die Verbandsgemeindeverwaltung Zell machte sich daran, nachzubessern. Stadtbürgermeister Hans Schwarz (CDU) allerdings fühlt sich ausgeschlossen, mit ihm habe man nicht geredet. Und am Ende der Diskussion wird er der Empfehlung des Hauptausschusses nicht folgen.

    Sachlich und konstruktiv erläuterte Andreas Schorn von der Verbandsgemeindeverwaltung Zell die Vorgänge und korrigierte auch den Stadtbürgermeister. Schorn stellte klar: "Wir haben nicht hinter den Kulissen agiert, sondern den Entwurf mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier abgestimmt und ihn der Stadtverwaltung zur Kenntnis gegeben." Die Rahmenbedingungen stehen, der Stadtrat hat das letzte Wort. Doch um was geht es hier eigentlich? Ganz einfach: Die Weinlounge am Marktplatz, praktisch die "Einflugschneise" für alle Touristen, die die Stadt an der Mosel besuchen, soll für den Wein und die Region werben. Das klingt plausibel, hat aber bislang schon für reichlich Diskussionsstoff gesorgt.

    Die gute Nachricht: Mehr als 20 Winzer haben sich auf die öffentliche Ausschreibung gemeldet. Für 2016 sind alle Wochenendtermine, soweit sie nicht von Vereinen und Gruppen angefordert wurden, belegt. "In den den starken Monaten August, September und Oktober ist es uns gelungen, die Weinlounge auch an den übrigen Wochentagen zu öffnen", führte der Stadtbürgermeister aus. Und an Ostern hatte die Weinlounge zum ersten Mal in diesem Jahr geöffnet. Mit Erfolg, wie zu hören war.

    Bei der nächsten Stadtratssitzung will Schwarz den Belegungsplan vorstellen. Wie werden die Winzer ausgesucht? Öffentliche Ausschreibung, dann werden die Termine vergeben, wenn es sich doppelt, entscheidet das Los? "Das kann so gemacht werden, ebenso ist ein Wechsel von Winzern an den Wochenenden und auch in der Woche völlig okay", erklärte Andreas Schorn. Lothar Bremm, Fraktionssprecher der CDU, ist die Vergabe, wie sie derzeit praktiziert wird, nicht transparent genug. "Wir wollen, dass die Beigeordneten eingebunden werden." Erneuter Zündstoff: "Ich lasse mich nicht kontrollieren", sagte Hans Schwarz. Er will die Kommunalaufsicht einschalten.

    Verein will unterstützen

    Immer wieder Thema im Zusammenhang mit der Weinlounge ist auch die Aufgabe des Vereins "Freunde und Förderer der Schwarzen Katz". Der Verein, dessen Vorsitzender Johannes Hallebach (FWG) auch im Hauptausschuss sitzt und dem mehr als 20 Zeller Winzer angehören, hatte sich angeboten, die Bewirtung der Lounge zu organisieren, um die Stadt zu entlasten (die RZ berichtete). Das rief allerdings die ADD auf den Plan, die dann Fördermittel - es ging um 20 000 Euro - für die öffentliche Einrichtung, die die Weinlounge nun einmal ist, hätte zurückhaben wollen. Der Bürgermeister spielte nicht mit. Hallebach betonte, der Verein hätte sogar die Stadt finanziell unterstützt, sich an der Rückzahlung beteiligt. Das Thema ist (derzeit) vom Tisch. "Wenn es auch so funktioniert, ist es gut, aber funktioniert es?", stellte der FWG-Chef seine Zweifel in den Raum.

    Der Verein jedenfalls wäre zu einer Zusammenarbeit bereit. "Ich denke", sagte Schorn, "die Stadt sollte jetzt erst einmal eine Saison lang abwarten und dann Bilanz ziehen." Wird der Verein dann doch gebraucht, ändert sich die Sachlage. "Das ist ein anderes Thema, über das der Rat gesondert entscheiden muss", so Schorn.

    Für Hanjo Börsch, den Fraktionssprecher der SPD, war es wichtig, bei dem Punkt Bewirtung Formulierungen zu wählen, "die der heimischen Gastronomie nicht schaden". Wenn es in der Weinlounge, wie in der Nutzungsordnung vorgesehen, auch kalte Speisen geben wird, oder bei Festen auch warme an Ständen "unter den Arkaden am Marktplatz" und in der Balduinstraße: Für Börsch lässt das nur einen Schluss zu: "Wer geht dann noch essen?"

    Sind die Gebühren zu hoch? Verdienen die Winzer auch genug? Kommen auch kleine Winzer zum Zug? Einige Fragen sind wohl noch offen. Am 26. April tagt der Stadtrat, auf der Tagesordnung: der Haushalt 2016 - und erneut das Thema Weinlounge.

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