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Cochem

Weihnachtsmarkt: Wird Cochem glänzen?

Petra Mix

Es fällt ein bisschen schwer, im März schon an Weihnachten zu denken. Die Mitglieder der Arge Cochem haben dies bei ihrer Jahreshauptversammlung nun getan. Ihr Topthema: der Weihnachtsmarkt. Die Idee der Arge, einen „schwimmenden Weihnachtsmarkt“ zu etablieren (die RZ berichtete), hat in den sozialen Medien für Reaktionen gesorgt. Viele Besucher sind enttäuscht von dem bislang eher lieblos gestalteten Markt. Weder das Angebot noch die Atmosphäre passen. Etwas Neues. Das wünschen sich viele, Arge, Stadt und auch der Verband Gastlichkeit und Tourismus (GUT) sind sich im Grunde einig: „Es muss etwas passieren.“ Dorothee Müller-Renn vom Arge-Vorstand hatte das Konzept bereits im Ausschuss Wirtschaft und Tourismus präsentiert. Auch hier hatte es unterschiedliche, auch kritische und skeptische Töne zum Konzept gegeben. Jetzt waren die Arge-Mitglieder gefragt, ihre Meinung zu der „Vision“ eines neuen Konzeptes zu äußern, das sich über mehrere Jahre verteilt entwickeln soll.

Auf diesem Schiff könnte gefeiert werden. Foto: Zimmermann
Auf diesem Schiff könnte gefeiert werden.
Foto: Zimmermann

Das ist geplant: Es ist daran gedacht, eine ehemaliges Postschiff anzuheuern, für Aussteller stehen drei Ebenen zur Verfügung. Ein Rundgang durch die Stadt, inklusiver Reichsburg, soll für Atmosphäre sorgen.

Wer soll das Konzept stützen? So viele Akteure wie möglich, darunter Vereine, Gastronomen, die Stadt. „Es hängt vieles davon ab, wie viel Manpower und Ideen es gibt“, verdeutlichte Müller-Renn.

Das könnte richtig gut laufen: Adventsmarkt auf dem Schiff? Das wäre ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem eine kleine Stadt wie Cochem punkten könnte. Die neuralgischen Punkte der Stadt in Szene zu setzen, ob mit Licht oder kleinen Buden, die hochwertig bestückt sind, das hört sich ebenfalls gut an. Aber: Die Qualität muss stimmen. Deshalb war häufig zu hören, sich auf Kulinarisches, Spezialitäten aus der Region, zu besinnen, und auf Sockenstände zu verzichten. Die Burgweihnacht als überregionalen Anziehungspunkt einzubeziehen, das ergibt Sinn. Diese Veranstaltung trifft den Nerv der Besucher.

Das könnte schwierig werden: „Für dieses Jahr“, sagt Dorothee Müller-Renn, „sind wir bei der Suche nach Standbetreibern schon fast zu spät.“ 400 Aussteller hat sie kontaktiert, um deren grundsätzliches Interesse abzufragen, ob sie nach Cochem kommen wollen. Die Rückmeldungen halten sich in Grenzen, viele sind schon verplant. „Zu sagen, wir stellen ein paar Buden in die Stadt, kommt mal, das reicht nicht“, verdeutlichte Arge-Vorsitzender Thomas Theiß. Ein Konzept muss her. Kritisch gesehen wird von vielen das Zelt auf dem Endertplatz. „Null Stimmung“, heißt es. Und die Idee mit dem Schiff: Im Dezember ist die Hochwassergefahr latent vorhanden.

So soll es weitergehen: Jetzt müssen alle an einen Tisch, zu einer Arbeitskreissitzung. Einzelhändler, Gastronomen, Touristiker, die Stadt. „Es muss einen Plan B zum Schiff geben. In der Stadt muss das stattfinden, was die Leute anzieht“, betont der neue Stadtbürgermeister Walter Schmitz. Wie Verbandsgemeindebürgermeister Wolfgang Lambertz, sein Vorgänger im Amt, und ehemaliger Arge-Chef, lobt Schmitz die vielen guten Ansätze. „Der Weg muss über das Zelt, zum Schiff und zur Burg führen“, sagt der Bürgermeister.

Wo sind die Knackpunkte? Bei einem Markt besteht immer die Gefahr, dass die Kunden nicht zwangsläufig auch die Einzelhandelsgeschäfte in der Innenstadt aufsuchen und etwas kaufen. Das erwarten naturgemäß viele. Standbetreiber sind realistischer. „Es gibt Tage, da zahle ich drauf, unterm Strich bleibt nicht viel hängen.“ Wer sich engagiert, der möchte die Stadt unterstützen.

Von unserer Redaktionsleiterin Petra Mix

Kommentar: Ohne Konzept kann Cochem nicht punkten

Es ist eine Frage, die in vielen Städten diskutiert wird. Wie kann es gelingen, einen schönen Weihnachtsmarkt auf die Beine zu stellen? In Cochem ist diese Frage nicht neu. Unzufriedenheit hat sich breitgemacht. Bei allen, auch bei den Besuchern. Das ist ein Alarmsignal. Und das ist auch angekommen. Wie lässt sich das Problem lösen?

Ist es sinnvoll, die Schwarmintelligenz zu nutzen? Oder wäre ein kleines Team, das sich darauf konzentriert, dem Markt neuen Schwung zu verleihen, nicht doch die bessere Lösung? Was wünschen sich Stadt, Einzelhändler und Gastronomen: Zufriedene Besucher? Gute Geschäfte? Oder soll es vordergründig darum gehen, eins Tages die Stadt Cochem auch in Verbindung mit einem schönen, gemütlichen Weihnachtsmarkt zu nennen. Ob mit oder ohne Schiff? Denn was wünschen sich die Menschen zur Weihnachtszeit? Eine schöne Atmosphäre, Gelegenheit zum Abschalten, im Hunsrück gibt es dafür ein schönes Wort: Gehaichnis. Cochem liegt doch einfach perfekt. Das Gebot der Stunde: Kräfte bündeln, Ärme hochkrempeln und los.

E-Mail: petra.mix@rhein-zeitung.net

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