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    Cochem

    Wasserpreis geht um 18 Prozent nach oben

    Das Wasser aus dem Netz des Kreiswasserwerkes wird vom kommenden Jahr an um einiges teurer. Gleichzeitig wird sich das Entgeltsystem ändern, denn rund 38 Prozent an fixen Kosten finden sich in einem wiederkehrenden Beitrag wieder. Der Kreistag hat das Gesamtpaket mit 30 Ja-Stimmen, bei zwei Enthaltungen und einer Nein-Stimme beschlossen.

    Die Quellen sprudeln kräftig für den Verbraucher im Kreis – und der muss jetzt auch tiefer ins Portemonnaie greifen.
    Die Quellen sprudeln kräftig für den Verbraucher im Kreis – und der muss jetzt auch tiefer ins Portemonnaie greifen.
    Foto: Kevin Ruehle

    Von unserem Redakteur Thomas Brost

    Von Januar 2015 an kostet das Wasser je Kubikmeter Verbrauch 1,24 Euro. Das sind 19 Cent je Kubikmeter mehr als bisher – dies entspricht einem Wassergeldaufschlag um 18 Prozentpunkte. Der wiederkehrende Beitrag je eingebautem Wasserzähler beträgt beispielsweise für die Zählergröße Qn 2,5 80 Euro und ist ebenso gestaffelt wie die Beiträge für beitragspflichtige Grundstücke. Sie sind auf 80 Euro für ein Grundstück bis 1000 Quadratmeter Größe festgelegt worden. Herangezogen werden auch die unbebauten, aber bebaubaren Grundstücke.

    Kritische Stimmen zur Gebührenerhöhung, die bis Ende 2017 Bestand haben soll, sind im Kreistag ausgeblieben. Gleichwohl hob ein Geplänkel um den Sinn des Besitzes von RWE-Aktien an. Das Wasserwerk hält rund 700 000 Stammaktien der RWE AG, mit deren Dividende in den vergangenen Jahren der Wasserpreis subventioniert worden ist. In der Finanz- und Bankenkrise stürzte der Aktienwert ab. Durch eine Gewinnausschüttung flossen im Jahr 2013 bei 2 Euro je Aktie 1,4 Millionen Euro dem Kreiswasserwerk zu. Allerdings gingen die Dividendenerlöse jüngst von 2 auf 1 Euro je Aktie zurück.

    Jörg Mühlenfeld von der CDU-Kreistagsfraktion erteilte Überlegungen, das "Tafelsilber" zu veräußern, eine klare Absage. Die RWE-Aktien hätten geholfen, den Wasserpreis stabil zu halten, und eine dauerhafte Wertminderung der Aktien sei "nicht erkennbar". Die Entgeltsatzung 2015 bezeichnete Mühlenfeld als "vernünftigen Mix aus verbrauchsabhängigen und verbrauchsunabhängigen Gebühren".

    "Die Preise hängen am Tropf der RWE-Aktien", monierte dagegen Udo Marx. Der Grünen-Sprecher sagte, man müsse ständig auf den Zustand eines Großkonzerns schielen, man könne deshalb nur reagieren, nicht agieren. Seinem Vorschlag von 2012, 4 Megawatt aus Windstrom zu gewinnen und damit das Kreiswasserwerk unabhängiger zu machen, sei nicht gefolgt worden. Marx hatte grundsätzlich nichts gegen die Gebührensatzung einzuwenden. Ebenso wenig wie Bernd Schuwerack (SPD), auch wenn die Erhöhung bei den Zählergebühren von 62 auf 80 Euro "etwas wehtue".

    FWG-Sprecher Matthias Müller sah sich in seinen früheren Forderungen an den Kreistag bestätigt, dass den Bürgern bezüglich der effektiven Wasserkosten ehrlich gesagt werden müsse: "Gutes Trinkwasser erfordert seinen Preis." Der Festkostenbetrag in der neuen Entgeltstruktur gebe im Übrigen mehr Planungssicherheit.

    Landrat Manfred Schnur erinnerte daran, dass im Zeitraum von 1991 bis 2012 dank der Dividende 22,4 Millionen Euro zusätzlich an Liquidität dem Kreis zugeführt worden sind. Der Wasserpreis wurde mit 9,5 Millionen Euro subventioniert. Schnur: "Mehr als zehn Jahre haben wir den landesweit niedrigsten Wasserpreis gewährleisten können."

    Cochem Zell
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