40.000
Aus unserem Archiv
Kaifenheim/Thür

Verrückte Rallye führt durch halb Europa

Thomas Brost

So staubig wie im vorigen Jahr wird's wohl nicht werden, wenn Martin Simons und Kathrin Wingender am Samstag zur Motorrallye antreten – damals landeten die beide auf einer 10.000 Kilometer langen Fahrt in der Negev-Wüste quasi in einer Sackgasse – und mussten umkehren. Sie erreichten dennoch das Ziel der Allgäu-Orient-Rallye in Jordanien wohlbehalten. Und haben danach Blut geleckt für kuriose Straßenabenteuer unter skurrilen Vorzeichen. Die neue Herausforderung steht vor der Tür: Von Bremen aus müssen der Kaifenheimer und seine Freundin aus Thür innerhalb von 16 Tagen 20 europäische Staaten durchqueren.

Der Proviant ist gepackt, am Samstag kann es von Bremen aus losgehen. Unterstützt werden die beiden Rallye-Piloten von vielen Firmen aus der Region, insbesondere auch vom Theaterverein Kaifenheim. Am 22. Juli wollen sie in Bremen das Ziel erreichen.  Foto: privat
Der Proviant ist gepackt, am Samstag kann es von Bremen aus losgehen. Unterstützt werden die beiden Rallye-Piloten von vielen Firmen aus der Region, insbesondere auch vom Theaterverein Kaifenheim. Am 22. Juli wollen sie in Bremen das Ziel erreichen.
Foto: privat

„Kein Navi, keine Autobahn, ein Auto, das mehr als 20 Jahre alt ist, das sind die Bedingungen“, erläutert Martin Simons die Aufgabenstellung. Am Szenetreff „Schuppen 1“ in Bremen geht es auf die gut 7500 Kilometer lange Reise, dort wird der Tross der Rallyepiloten um den 22. Juli herum wieder eintreffen. Ähnlich wie bei der Allgäu-Orient-Rallye müssen die Teams Aufgaben lösen. Welche? „Das teilt man uns erst jeweils morgens mit“, so Simons.

Im vergangenen Frühjahr ging es im Allgäu (Foto) los. Von dort bretterte das Team Simons/Wingender bis nach Jordanien. Beide kamen dort mit ihrem damaligen Volvo unbeschadet an. Fotos: privat
Im vergangenen Frühjahr ging es im Allgäu (Foto) los. Von dort bretterte das Team Simons/Wingender bis nach Jordanien. Beide kamen dort mit ihrem damaligen Volvo unbeschadet an. Fotos: privat

Mit Kopilotin Kathrin Wingender hat er den Volvo 850, den er sich extra gekauft hat, pickepacke vollgepackt – um das Heck als Schlafstatt zu nutzen, muss abends erst einiges rausgeräumt werden. Ähnlich wie bei der Vorjahres-Marathontour sind Serviceteams tabu. Jeder muss sich selbst helfen, wenn ein Reifen platzt oder der Motor überhitzt. Simons hat vorgesorgt, er hat jede Menge Panzertape und Kabelbinder eingepackt.

Wieso noch mal eine Rallye? „Es hat uns unheimlich viel Spaß gemacht im vorigen Jahr, und beim Stöbern in Facebook habe ich diese Rallye entdeckt“, sagt Kathrin Wingender. Zwei Autonarren hatten sich das Event ausgedacht.

Der Benefizgedanke war schon 2017 ausgeprägt: Da wurde ihr damaliger Volvo – Wert 1111,11 Euro – in Jordanien versteigert, der Erlös ging an Kindergärten und Schulen. Jetzt besteht eine Aufgabe der Teams darin, 555 Euro an Spenden einzusammeln – bedürftige Kinder stehen wieder im Blickpunkt.

Von Bremen aus wird das nächste Nachbarland angesteuert, und das sind die Niederlande. Von dort wird sich die Rallye-Korona entgegen dem Uhrzeigersinn in EU-Ländern drehen. Wo wird es besonders prickelnd werden? Martin Simons ahnt, dass dies auf dem Balkan der Fall sein wird. „Beim letzten Mal haben wir ihn in vier Tagen durchgerissen, aber jetzt sind wir im Balkan wohl länger auf der Piste.“ Wobei der Goldstrand in Bulgarien einiges verheißt – als landschaftlich reizvolle Strecke wie als einer von zwei „Partypunkten“. Spekulativ jedenfalls, denn auch die beiden Treffpunkte, an denen sich die Teams austauschen können, werden noch geheim gehalten.

Anders als bei der Allgäu-Orient-Rallye wird es keinen Sieger geben. „Das nimmt den Druck aus der Fahrt“, sagt Simons, der mit der Nummer 42 an den Start geht. Das Team „KA(r)MA“ Simons/Wingender ist auch im Internet dank Livetracking zu verfolgen.

Die Strecke ist zwar grob vorgegeben, aber man muss nicht auf eingetretenen und einfach zu bewältigenden Pfaden wandeln. Das wollen Martin Simons und Kathrin Wingender keineswegs. Simons: „Wir müssen nur irgendwie die Checkpoints erwischen.“

Informationen über die Rallye im Internet unter der Adresse 20nations.com

Von unserem Chefreporter Thomas Brost

Team aus Alflen/Wollmerath will als "Volvorines" starten

Auch die 20-jährige Nina Ehlen aus Alflen und ihr 23-jähriger Freund Mike Hammes aus Wollmerath haben für die Rallye gemeldet. Ob sie aber mit der Startnummer 41 als Team „Volvorines“ an den Start gehen können, stand zum Redaktionsschluss noch nicht fest. Nachdem ihr für 350 Euro erstandener Volvo für das Rennen so weit vorbereitet war und am Dienstag auch die TÜV-Plakette erhielt, traten kurz darauf technische Probleme auf.

„Wir versuchen alles, um ihn wieder in Gang zu kriegen. Wir hatten uns so auf die Rallye gefreut“, äußerten sich beide nach dem Malheur etwas betrübt. Nicht ganz so betrübt wird aber sicherlich Ehlens Oma Elfriede sein. „Die Oma hatte schon Panik und hätte uns am sowieso am liebsten zu Hause gesehen“, erzählt die junge Eifelerin mit einem Augenzwinkern weiter. alb
Cochem Zell
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

Anzeige
epaper-startseite
Regionalwetter
Donnerstag

3°C - 8°C
Freitag

2°C - 10°C
Samstag

1°C - 8°C
Sonntag

0°C - 7°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach