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Pommern

Uferrockverein lässt es an der Mosel krachen

Kevin Rühle

Nur 100 Meter vom Festivalgelände entfernt sitzt der harte Kern des Pommerner Uferrockvereins auf drei Bänken am Moselufer. Es ist heiß, das letzte Treffen vor dem Festivalwochenende wird spontan aus dem Pfarrheim ins Freie verlegt. Sind die Cocktails zu teuer? Wird Pfand auf die Dosen erhoben, damit es weniger Müll gibt? Wer fährt noch zur Metro nach Koblenz? Die Pommerner arbeiten ab, was vor dem Aufbau von Bühne und Bierstand geklärt werden muss. Die Vorbereitung ist eigentlich Routine, aber ein wenig Rock'n'Roll in der Organisation gibt's auch noch nach zehn Jahren Vereinsarbeit in Pommern.

Acht Bands spielen am Freitag und Samstag, 20. und 21. Juli, am Pommerner Moselufer. Der Zeitplan steht schon länger, nur die Mainzer Band Violet Eyes bekam noch recht kurzfristig den Zuschlag. Publikumsmagneten dürften die Metallica Tribute Band Tallica aus Frankfurt und die ungarische Formation Hollywood Rose werden, die sich ganz der Musik von Guns n’ Roses verschrieben haben. Damit setzen die Moselaner darauf, dass bekannte Melodien mehr Besucher aufs Festival locken. „Wir wollen natürlich nicht nur Covermusik, wir haben einen guten Kompromiss aus regionalen und Tribute-Bands gefunden“, sagt Sebastian Frevel, Erster Vorsitzender des Vereins.

Zum 14. Mal findet das Festival am Moselufer statt, seit zehn Jahren organisiert der Verein die Veranstaltung. Aus der kleinen Runde musikbegeisterter Freunde, ist ein Verein mit mehr als 100 Mitgliedern geworden, der nicht nur das musikalische Dorfgeschehen belebt. Doch ein klein wenig müde sind auch die Uferrocker selbst geworden. Die Dienste, Arbeitseinsätze und Vorstandssitzungen schlauchen. Denn aus der Dorfjugend sind Eltern, Hausbesitzer, Mitglieder der Feuerwehr geworden. Da bleibt wenig Zeit, Nachwuchs gibt es auch beim Rock 'n' Roll wenig. „Die Leute wollen sich nicht binden, keine Verpflichtung eingehen“, sagt Thorsten Stein. Aber: „Wenn der Aufbau losgeht, kommen wir natürlich in Festivalstimmung“, sagt Johannes Fuchs aus Pommern.

Und die Routine zahlt sich auch aus: „Das funktioniert wunderbar. Früher haben wir eine knappe Woche abgebaut, jetzt sind wir sonntags schon fertig“, sagt Frevel. Dann beginnt bereits die Vorbereitung aufs nächste Jahr. Die schwierige Suche nach Sponsoren. Und nach den passenden Bands.

Bei der Auswahl der Musik zählt der eigene Geschmack. „Das ist vielleicht auch ein Problem“, scherzt Johannes Fuchs. Bei allen selbstkritischen Tönen wird der Pommerner Uferrockverein wieder ein beeindruckendes Festival auf die Beine stellen, das aus gutem Grund treue Fans gefunden hat. Und sie zeigen, was mit Geschick und Einsatz auf dem Land möglich ist. Der diesjährige Vorverkauf beweist, dass sich die Arbeit auszahlt. Doch die meisten Besucher kaufen ihr Ticket an der Abendkasse. Und das ist (Vorverkauf 15 Euro bei ticket-regional.de) fast unverschämt günstig.

Die ausstehenden Aufgaben fürs Festival sind verteilt, der Vorstand scheint zuversichtlich. Sebastian Frevel klappt die Mappe mit den Uferrockunterlagen zu, schaut in die Runde, das nächste Thema steht an. Denn ganz nebenbei organisiert der Verein in diesem Jahr wieder die Kirmes im Ort. Da gibt's dann mehr Blasmusik als Rockgitarre auf die Ohren.

Weitere Infos zum Festival und Fotos der vergangenen Jahre gibt's unter www.uferrock.de

Von unserem Redakteur Kevin Rühle

Cochem Zell
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