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Kaisersesch

Solange der Wend bläst frei, lebt in Esch die Narretei

Schmissige Vorträge, akrobatische Tänze, zweimal ausverkauftes Haus – Markus Laux und sein Elferrat dürften sich auf die Schenkel klopfen. Wenn nicht die Furcht des Karnevalisten vor dem Morgen wäre. Und so kleidet es der Vorsitzende des KV Escher Wend in folgende Worte: „Wo ist der Nachwuchs für dieses Trallala?“ Der gut aufgelegte oberste Narrenchef von Esch gibt sich selbst die Antwort: „Solange der Escher Wend noch bläst, wird die Fastnacht niemals untergehen.“ Später in der Sitzung durften neben Freuden- auch ein paar Nostalgietränchen verdrückt werden.

Tänzerisch der Hit des Abends: der Piratentanz der „Rot-Weißen Funkengarde“ des KV Escher Wend. Das Publikum ist aus dem Häuschen.
Tänzerisch der Hit des Abends: der Piratentanz der „Rot-Weißen Funkengarde“ des KV Escher Wend. Das Publikum ist aus dem Häuschen.
Foto: privat

Das Escher Narrenschiff ist energiegeladen – und vor allem die starken Eigengewächse in der Kinder- und Jugendgarde sowie bei den jungen Mädels lassen hoffen. Die Tänze – das Glanzlicht ist der Piratentanz mit vielen Hebefiguren – sind beifallumrauscht. Die Übungsleiterinnen Jenny Zeimetz, Carina Schmitz und Sabine Groß haben Großartiges geleistet.

Sie macht immer den Auftakt in der Bütt, ist eine sichere Bank: die Dorftratsch (Brunhilde Schmitt). Heuer berichtet sie von den Vorbereitungen zum 30. Hochzeitstag. Ihr Mann hat ihr was Nettes in den Hof, mit Schleifchen verpackt, gestellt: eine Personenwaage.

Nichts zu lachen in der Ehe hat auch Herr Knipp-Ex (Arno Schäfer). Er steht ganz schön unterm Pantoffel bei seiner Dany, die schroff jeden eigenständigen Gedanken ihres Gatten unterbindet. In dem herrlichen Zwiegespräch flüchtet sich der Mann ins Hobby – er grillt in jeder freien Minute.

Ihr Herz schlägt für den Ballermann, das haben sich die „Hot Koteletts“ des KV auf die Fahne geschrieben. Sie zeigen ein witziges Herrenballett, einstudiert von Rita Laux und Kathrin Schneider.

Mit eingängigen Liedern verpacken die „Prisoners“, sieben Sänger und Musiker im besten Mannesalter, die eine oder andere Spitze. So besingen sie das Escher Weinforum, zu dem keiner hingeht, oder die darbende Escher Kirmes. „Zu Gerhards Ferkel zieht es nur eine kleine Hungerschar.“ Dass die Stadt keine eigene Halle hat, ist den Prisoners ein Dorn im Auge, zumal man sich immer mit dem Kreis in puncto Atrium abstimmen muss.

Wenig erbaut ist Frau Knipp-Ex (Daniela Schäfer) von dem, was ihr Gatte (Arno Schäfer) so alles ausbrütet.
Wenig erbaut ist Frau Knipp-Ex (Daniela Schäfer) von dem, was ihr Gatte (Arno Schäfer) so alles ausbrütet.
Foto: privat

Politisch-bissig geht es weiter, als das Politbaby (Tom Esser) von Jamaika bis Brachtendorf einiges durch den Kakao zerrt. So befinde sich Bundespolitiker Peter Bleser in der „Mausefalle“, im Keller habe man nichts gefunden, bis auf eine „Mauss“. SPD-Mann Benedikt Oster bekommt sein Fett weg, seine Enthaltung beim Thema Zwergschulen („sein Engagement kam abhanden, hat er vielleicht die Grundschule nicht bestanden?“) nimmt das Baby auf die Schippe.

Tolle Gassenhauer aus dem Kölschen Karneval bringen Bianca Weber und Olli Berressem aus Urmersbach aufs Parkett – das ganze Atrium singt lauthals mit. Ein toller Hingucker sind die biegsamen Jungs aus Gappenach. Zwei Putzfrauen (Birgit Abel/Daniela Schäfer) wollen im Internet einen Mann kennenlernen, dazu ist es sinnig, wenn sich die Frau über 40 ihre Figur ein wenig anders beschreibt. In Erinnerungen schwelgen sie, die sehnlich erwartet werden: die drei City Boys (Horst Sesterhenn, Helmut Simons, Arno Schäfer). In ihrem Mix aus Videos, Fotos und Sketche lassen sie „Karneval bei Jängels“ im Gasthaus Wagener wiedererstehen, auf alten Fotos wird der alte Saal mit Karnevalslegende Peter Klein dargestellt, der dieses Jahr abgerissen werden soll. Auch wird an die beiden Gastro-Schwestern Bäbbi und Katharina („Hackbraten war der Hit“) erinnert. Witzig die Situationskomik der City Boys, in eigene Texte verpackt kommt einiges aus der Stadt rüber. So auch, dass „Nelles Freilandeier“ oftmals ausverkauft sind: „Und eierlos sind die Escher.“

Aber kraftlos keineswegs: Nach fünf Stunden Narretei finden sich alle Akteure zum Finale auf der Bühne ein. Und auf der stimmt Markus Laux auf die Zukunft, hoffentlich eine goldene, ein.

Von unserem Redaktionsleiter Thomas Brost

Hinter den Kulissen immer da, wo es "brennt"

Ausnahmsweise sind in dieser Session zwei Escher Karnevalisten mit dem Rhein-Zeitungs-Orden ausgezeichnet worden. Weil sie sich unermüdlich bei Auf- und Abbau sowie bei Arbeiten ums Geschehen herum immer einsetzen, bekommen in diesem Jahr Thomas Meiderich und Jürgen Kühfus den begehrten Orden. KV-Präsident Markus Laux lobte die beiden fleißigen Helfer, ohne die sich manches Rädchen nicht so schnell drehen ließe.

bro

Cochem Zell
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