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Cochem-Zell

Rollierendes Darlehen? Nein, danke!

Rollierendes Geldmarktdarlehen? Die meisten Cochem-Zeller haben den Begriff zum ersten Mal in Zusammenhang mit der Kreditaffäre um Bundespräsident Christian Wulff gehört. Aber was verbirgt sich hinter dieser Kreditform? Die RZ hat bei heimischen Banken nachgefragt.

Cochem-Zell – Rollierendes Geldmarktdarlehen? Die meisten Cochem-Zeller haben den Begriff zum ersten Mal in Zusammenhang mit der Kreditaffäre um Bundespräsident Christian Wulff gehört. Aber was verbirgt sich hinter dieser Kreditform? Die RZ hat bei heimischen Banken nachgefragt.

Bei der Sparkasse Mittelmosel gehört das rollierende Geldmarktdarlehen zwar zum Angebot für private und gewerbliche Kunden, wird aber nicht sehr häufig in Anspruch genommen. „Es ist kein Mengenprodukt“, sagt der Vorstandsvorsitzende Gunther Wölfges. Der Grund ist plausibel: „Unsere Kunden wollen Zinssicherheit.“ Genau die gibt es beim rollierenden Geldmarktdarlehen nicht, jedenfalls nicht langfristig. Der Durchschnitts-Cochem-Zeller aber nimmt längerfristige Kredite auf, um sein Eigenheim zu finanzieren – zinssicher über mehrere Jahre hinweg.

Das rollierende Geldmarktdarlehen orientiert sich meist am Drei-Monats-Euribor. Das ist der Satz, zu dem sich Kreditinstitute im Gebiet der EU untereinander Dreimonatsgelder leihen. Er ist günstiger als ein längerfristiger Zinssatz, verändert sich aber eben auch alle drei Monate – nach unten oder nach oben. Weil die Zinsen ständig dem Markt angepasst werden, spricht man von „rollierend“.

Der Kunde muss also nicht nur risikobereit, sondern gleichermaßen markterfahren sein, wenn er das rollierende Geldmarktdarlehen in Anspruch nimmt – oder einen guten Finanzberater haben. Denn wichtig ist, zum richtigen Zeitpunkt umzusteigen. Legt der Zinssatz kräftig zu, sollte man die Kreditform wechseln.

Ein absolutes Nischenprodukt ist das rollierende Geldmarktdarlehen auch bei der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank. Vorstandssprecher Michael Hoeck sagt: „Es ist ein Stück weit wie eine Wette. Man weiß nicht, wie sich die Zinsen entwickeln.“ Wer allerdings in den vergangenen fünf Jahren das Geschäft wagte und durchhielt, der sparte im Schnitt zwischen 0,5 und 1,0 Prozent Zinsen.
Hoeck: „Es ist etwas für Menschen, die keine großen Geldsorgen haben. Sie sollten so viel Luft in ihrem Budget und in ihrem Einkommen haben, dass sie Zinssprünge nach oben aushalten.“

Das kommt in der Region relativ selten vor. Dass Privatkunden mit einem rollierenden Geldmarktdarlehen ihren Wohnungsbau finanzieren, ist die große Ausnahme – aber es gibt sie. Hoeck: „Ich kann mich allerdings nicht daran erinnern, dass wir 2011 eine Finanzierung dieser Art hatten.“ Gewerbliche Kunden nutzen die Kreditform schon mal zur Betriebsmittelfinanzierung. Aber wie gesagt: Die Planungssicherheit ist dabei sehr begrenzt.

Von unserer Redakteurin Birgit Pielen

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