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Udovice/Bremm

Rad bleibt stehen: Ab Istanbul geht Jana Schlägel zu Fuß

Alfons Benz

Jana Schlägel aus Bremm hat umgeplant. Ab Istanbul wird sie ihre Abenteuerreise ins thailändische Bangkok nicht mehr mit dem Fahrrad fortsetzen, sondern zu Fuß.

Hier war die Welt im Fahrradsattel noch in Ordnung: Nach einigen tausend Kilometern im Sattel plagen Jana Schlägel aus Bremm nun aber Schmerzen im Knie. Sie wird bald zu Fuß unterwegs aus. Foto: Alfons Benz
Hier war die Welt im Fahrradsattel noch in Ordnung: Nach einigen tausend Kilometern im Sattel plagen Jana Schlägel aus Bremm nun aber Schmerzen im Knie. Sie wird bald zu Fuß unterwegs aus.
Foto: Alfons Benz

An Ostermontag war sie von ihrem Heimatort Bremm an der Mosel (die RZ berichtete mehrfach) zusammen mit dem US-Amerikaner Joe Gleiter zu ihrer Radreise über geplante 16.000 Kilometer und durch 21 verschiedene Länder aufgebrochen. Eine Aktion, die nicht nur im Landkreis Cochem-Zell für großes Interesse sorgte und seither ständiges Gesprächsthema ist. Inzwischen sind beide in Serbien angekommen. Am Samstag verkündete die 28-jährige Moselanerin in ihrem Facebook-Blog „Mit dem Rad von Bremm nach Bangkok – schneller ist weniger als man denkt“ die für viele überraschende Nachricht.

Bereits einige Tage zuvor hatte sie das in einem Telefonat der Rhein-Zeitung berichtet und auch erläutert. „Mich plagen schon seit langem Knieschmerzen, die trotz Pausen einfach nicht aufhören wollen. Und das, obwohl wir bisher an der Donau entlang doch fast nur flach gefahren sind.“ Das war für sie aber nur der eine Grund für die Planänderung, wie sie es nennt. Immerhin hat sie als bis dato völlig ungeübte Radfahrerin bisher schon rund 2500 Kilometer im Sattel zurückgelegt, und bis nach Istanbul müssen noch weitere mehr als 1000 Kilometer abgestrampelt werden. Sie weiß aber auch, dass sie sich bis dahin fast nur in leichtem Gelände bewegt hat, und die „dicken Brocken noch bevorstehen“. Für sich selbst hat sie aber einen noch wichtigeren Grund für das Beenden der Radreise und den Umstieg auf die Wanderschuhe ausgemacht. „Ich bin absolut keine Radfahrerin und werde wohl auch nie eine werden. Ich habe schnell gemerkt, dass mir dabei etwas fehlt. Bei meiner Wanderung in den USA habe ich den direkten Kontakt zu den Menschen so geliebt. Auf dem Rad winkt man sich zu oder ruft mal Hallo. Das war es dann aber auch. Zu Fuß bleibt man stehen, kommt ins Gespräch, lernt fremde Menschen kennen und kann auch die Landschaft viel mehr genießen. Das ist das, was ich will. Ich bin viel flexibler“, sagt sie und schiebt nach: „Beim Radfahren habe ich immer das Gefühl, ich bin nur unterwegs, um irgendwo anzukommen. Beim Wandern war immer eher der Weg mein Ziel“.

Sie klingt erleichtert und auch die vielen positiven Kommentare in ihrem Blog dürften Balsam für ihre Seele sein. Wie hatte ihre beste Freundin Verena Franzen schon vor dem Start in diese ungewisse Reise gesagt: „Jana kann neue Situationen gut einschätzen und dann auch eine Entscheidung treffen.“ Das hat sie jetzt getan. In Istanbul wird sie Zeit haben, sich mit der neuen Route zu beschäftigen, Visa zu beantragen und sich dann per Pedes aufmachen nach Bangkok. Übrigens: Ihr 22-jähriger Mitstreiter Joe Gleiter wird weiter mit ihr unterwegs sein.

Weiterhin wird Jaja Schlägel auf Facebook unter www.facebook.com/radreisebangkok in ihrem Blog „Mit dem Rad von Bremm nach Bangkok – schneller ist weniger als man denkt“ regelmäßig über den Fortgang ihrer Reise berichten, die Überschrift aber wohl ändern müssen.

Von unserem Mitarbeiter Alfons Benz

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