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    Porsche verkauft, Geld kassiert und nicht geliefert: Autobetrüger in Haft

    Er hat schon einiges auf dem Kerbholz, wenngleich er nicht der „klassische Betrüger“ ist, wie alle an diesem Tag im Amtsgericht Cochem bemühen zu betonen: Ein 41-jähriger Mann, der vorgeblich Geschäfte mit Autos im Kreis gemacht hat, ohne die Fahrzeuge zu liefern, muss für zwei Jahre und drei Monate hinter Gitter. Das ist noch nicht das Ende der Strafen: Wegen weiterer ähnlicher Delikte steht er in nächster Zeit in Frankfurt und Darmstadt vor dem Kadi.

    Cochem - Er hat schon einiges auf dem Kerbholz, wenngleich er nicht der „klassische Betrüger“ ist, wie alle an diesem Tag im Amtsgericht Cochem bemühen zu betonen: Ein 41-jähriger Mann, der vorgeblich Geschäfte mit Autos im Kreis gemacht hat, ohne die Fahrzeuge zu liefern, muss für zwei Jahre und drei Monate hinter Gitter. Das ist noch nicht das Ende der Strafen: Wegen weiterer ähnlicher Delikte steht er in nächster Zeit in Frankfurt und Darmstadt vor dem Kadi.

     

    „Sie können mit vier bis fünf Jahren rechnen“, gab ihm Richter Wilfried Johann mit auf den Weg.
    Einen Schaden von gut 50 000 Euro hat der gelernte Kaufmann verursacht, weil er von gutgläubigen Kunden den Kaufpreis kassiert hat, ohne den Gegenwert zur Verfügung zu stellen. Insgesamt sind sechs Fälle ins Urteil einbezogen worden. Der Mann hatte im Jahr 2009, nachdem er zwei Drittel aus einer mehr als sechsjährigen Haftstrafe wegen Untreue in 89 Fällen und Steuerhinterziehung abgesessen hatte, einen Neustart als Autohändler versucht. Bereits im Frühjahr 2010 geriet die Firma in Schieflage. Das bekam im März 2010 zuerst ein Kunde zu spüren, der einen VW Touran für 17800 Euro bestellte – und bezahlte. Der indes bekam das Fahrzeug nie zu sehen, der Angeklagte nutzte das Geld, um Löcher zu stopfen. Und das fortgesetzt: So kassierte er teilweise Geld für Autos wie einem BMW (5200 Euro), zwei Porsche 911 Cabrio (16 000 und 12 500 Euro) oder einem weiteren Touran (17 000 Euro). Fadenscheinig waren seine Ausreden: Das eine Auto habe einen Elektronikschaden, beim anderen würden die Papiere fehlen. „Sie haben fortlaufend versucht, sich eine Einnahmequelle zu verschaffen, eine Schneeballsystem“, sagte Staatsanwaltschaft Hartwig zum Angeklagten. Diesem gelang es wohl, einen Teil des Schadens zu begleichen. Allerdings zog sich die Schlinge so sehr zu, dass er sich im November 2010 bei der Staatsanwaltschaft Koblenz selbst anzeigte – und darum bat, in Untersuchungshaft genommen zu werden. „Er hat nicht den Mumm besessen und ist zu seinen Eltern gegangen, um auf die Notbremse zu treten“, beschrieb Verteidiger Olaf Langhanki die Misere seines Mandanten. Aber es sage viel über seine Persönlichkeit aus, dass er sich gestellt habe und geständig sei.
    Zusammen mit dem Staatsanwalt und dem Schöffengericht verhandelte er über das Strafmaß. Richter Johann mochte dem 41-Jährigen einen direkten Vorsatz zur Straftat nicht unterstellen. „Sie waren von der Führung der Geschäfte überfordert und setzen sich auf eine Zug, von dem sie glaubten, nicht mehr herunterzukommen“, so Johann. Der 41-Jährige hätte einen Schlussstrich ziehen müssen, so riss er seine Mutter in den Strudel der Ereignisse. Sie gab den Namen für seine Firma her, sie muss für einen fünfstelligen Betrag gerade stehen und das ausbaden, was ihr Filius angerichtet hat. Der war auf ganzer Linie reuig und sagte im Schlusswort nur einen Satz: „Es tut mir leid.“ Von unserem Redakteur Thomas Brost

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