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    Senheim

    Museumsstücke auf vier großen Rädern

    Um 14 Uhr werden die Motoren angelassen. In geordnetem Chaos knattern die meist betagten Teilnehmer zum Startpunkt am Hafenvorgelände, um von dort aus feierlich durchs ganze Dorf zu ziehen. Der Schlepperumzug ist seit 20 Jahren fester Bestandteil des alljährlichen Senheimer Weinfests. Während an den anderen Tagen vorrangig dem Wein und der Musik gefrönt wird, gehörte auch in diesem Jahr der Sonntag den Traktorfreunden.

    Auch zu fünft kann man es sich auf einem Traktor gemütlich machen. Für den Festumzug durch die Straßen von Senheim wurde dieser alte Deutz festlich geschmückt. 
Foto: Anne Koark
    Auch zu fünft kann man es sich auf einem Traktor gemütlich machen. Für den Festumzug durch die Straßen von Senheim wurde dieser alte Deutz festlich geschmückt.
    Foto: Anne Koark

    Senheim - Um 14 Uhr werden die Motoren angelassen. In geordnetem Chaos knattern die meist betagten Teilnehmer zum Startpunkt am Hafenvorgelände, um von dort aus feierlich durchs ganze Dorf zu ziehen. Der Schlepperumzug ist seit 20 Jahren fester Bestandteil des alljährlichen Senheimer Weinfests. Während an den anderen Tagen vorrangig dem Wein und der Musik gefrönt wird, gehörte auch in diesem Jahr der Sonntag den Traktorfreunden.

    Bereits am Mittwoch waren die ersten Teilnehmer gekommen und hatten ihre Zelte am Moselufer aufgeschlagen. Manche waren dafür mit Traktor und Wohnwagen quer durch Deutschland gereist. Die Alttraktoren-Freunde Hollage etwa waren mit 16 Mann aus Osnabrück gekommen. Mit dabei hatten sie außerdem sechs Mitglieder aus Österreich. Nicht ganz so weit hatte es Werner Wahl aus Bergheim in Nordrhein-Westfalen. Für die Strecke benötigte er trotzdem zwei Tage: So schnell war sein Fahrzeug, Baujahr 1954, dann nämlich doch nicht. Begleitet wurde er übrigens von 40 "Traktorfreunden Rheidt-Hüchelhoven", alle vergleichbar motorisiert.

    Bis zum Sonntag waren über 200 Fahrzeuge angemeldet. Die meisten davon waren Traktoren. Aber auch alte Militärfahrzeuge, Feuerwehrautos und Motorräder konnten Besucher auf der Wiese am Hafenvorgelände bewundern.

    Beim ersten Umzug vor 20 Jahren sah das noch anders aus: Genau ein Traktor tuckerte damals durch Senheims Straßen, nämlich der, der den Wagen der damaligen Weinkönigin zog. In den folgenden Jahren entwickelte sich aus der ganzen Sa@che ein Selbstläufer. Von Mal zu Mal meldeten mehr Traktorfreunde ihr Kommen an. Irgendwann musste vom Dorfplatz auf die Wiese ausgewichen werden. "Wir hätten am Anfang nie gedacht, dass der Umzug mal so populär wird. Aber anscheinend sprach es sich rum, dass man in Senheim alte Traktoren sehen kann", sagt Frieldhelm Buschbaum. Der Mitorganisator des Schleppertreffens begrüßt die Entwicklung: "Heute ist das hier so etwas wie ein lebendiges Museum."

    Angeführt wurde die Parade in diesem Jahr von Weinkönigin Annina und ihren Prinzessinnen Annika und Liesa. Königin Annina ist stolz auf den Umzug: "Leute kommen von überall hierher, um das Senheimer Weinfest und das Schleppertreffen zu besuchen. Das hat bei uns lange Tradition."

    Dem Cabrio der Weinhoheiten folgten die unzähligen Traktoren durch die Straßen des Moselorts. Zu sehen gab es neben neueren Modellen auch viele alte Schlepper: Hanomags, die roten Porsche Traktoren aus den 50er-Jahren, oder der in der Landwirtschaft besonders beliebte "Elfer-Deutz", der seinen Namen der PS-Zahl verdankt. Dem Lanz Bulldog aus dem Jahr 1949 hingegen konnte man ansehen, dass sein Name auf die bulldoggenähnliche Front des Traktors zurückgeht.

    Nach dem Umzug wurden die Gewinner der Verlosung ermittelt. Feriengast Bernd Zucknick aus Neuzelle in Brandenburg erhielt dabei den ersten Preis: Einen restaurierten 1957er Deutz. Voller Freude versprach er, den Traktor in den nächsten Tagen abzuholen und nach Hause zu bringen.

    Warum das Senheimer Schleppertreffen so beliebt ist, weiß Buschbaum genau: "Die Verbindung zwischen Weinfest und Traktortreffen, Tanz und Musik ist außergewöhnlich." Für Hubert Berger aus Österreich sind Atmosphäre, Gastfreundschaft und die schöne Landschaft ausschlaggebend dafür, dass er immer wieder kommt. "Auch die Organisation ist super", findet der Osnabrücker Reinhard Brümmer. Ein Dauner Besucher bringt es schließlich auf den Punkt: "Manche fahren nach Mallorca, ich fahre nach Senheim."

     

    Von unserer Mitarbeiterin Anne Koark

    Cochem Zell
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