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Büchel

Mit neuer Technik auf Temposünderjagd: Blitzanhänger steht in Büchel

Christoph Bröder

Recht unscheinbar steht er am Fahrbahnrand in Büchel, der mobile Blitzanhänger des Polizeipräsidiums Koblenz. Noch bis Ende der Woche wird er dort Geschwindigkeiten messen. Das Besondere dabei: Das Gerät arbeitet komplett autark. Einmal an einer geeigneten Stelle in Position gebracht, blitzt es Temposünder im Dauerbetrieb. Ganz ohne menschliches Zutun. Zwei dieser Anhänger sind im Einzugsgebiet des Koblenzer Polizeipräsidiums im Einsatz, jede Woche an einer anderen Stelle. Steht der Anhänger also diese Woche noch in Büchel, kann er schon nächste Woche im Westerwald blitzen.

Der Cochemer Polizei steht nun eine mobile Blitzanlage (Geschwindigkeitskontrolle) zur Verfügung. Diese ist aktuell in der Eifelgemeinde Büchel im Einsatz.
Der Cochemer Polizei steht nun eine mobile Blitzanlage (Geschwindigkeitskontrolle) zur Verfügung. Diese ist aktuell in der Eifelgemeinde Büchel im Einsatz.
Foto: Kevin Rühle

„Wir haben uns für die Stelle in Büchel entschieden, weil es dort öfter Beschwerden wegen überhöhter Geschwindigkeit gegeben hatte“, erklärt Norbert Puth, Stellvertretender Dienststellenleiter der Polizeiinspektion (PI) Cochem. Zuvor ist der Anhänger erst ein Mal im Bereich der Cochemer PI im Einsatz gewesen, nämlich an der Staustufe nahe Ellenz-Poltersdorf, so Puth. Vom Verfahren läuft es so ab: Sieht eine Polizeidienststelle in ihrem Bereich Bedarf, den Anhänger einzusetzen, kann sie das bei der Verkehrsdirektion des Koblenzer Polizeipräsidiums melden. Dort wird zentral entschieden, wo und wann die mobilen Blitzanhänger zum Einsatz kommen. Rund 30 Dienststellen müssen sich damit die zwei Geräte teilen.

„Wenn die jeweilige Dienststelle uns die gewünschte Position genannt hat, machen wir den Anhänger vor Ort einsatzbereit“, erklärt Dirk Krämer von der Verkehrsdirektion. Innerhalb von 30 Minuten ist das Gerät startklar. Momentan werden die Messungen zwar noch im Gerät selbst gespeichert. Weil jedoch auch ein Router verbaut ist, sollen die Daten künftig in Echtzeit an die Verkehrsdirektion übermittelt werden. „Neben der Tatsache, dass der Anhänger autark arbeitet, ist eine weitere Besonderheit, dass er zwischen Pkw und Lkw unterscheiden kann“, erklärt Krämer. Die mobilen Blitzgeräte, mit denen Polizei und Ordnungsamt für gewöhnlich Messungen durchführen, können das nicht. Genau wie diese Geräte kann auch der Anhänger jedoch nur in eine Richtung blitzen.

Um Kollisionen zu verhindern, muss der Anhänger in einem gewissen Abstand zur Straße aufgestellt werden. Zumindest außerorts. Innerorts, wo nur Geschwindigkeiten von maximal 50 Kilometer pro Stunde erlaubt sind, kann er auch unmittelbar neben der Straße positioniert werden. „Der Hintergrund ist, dass der Anhänger als Hindernis gilt, weil die Räder beim Abstellen abgesenkt werden“, sagt Krämer. So ist der Anhänger nämlich weniger leicht manipulierbar, kann also beispielsweise nicht so leicht verschoben oder gar abtransportiert werden.

Wegen seines Eigengewichts dürfte das ohnehin kaum möglich sein. Der Anhänger wiegt 1,3 Tonnen. Und das auch deshalb, weil das Gerät recht gut geschützt, ja beinahe schon gepanzert ist. Angeblich sogar gegen Schüsse aus Handfeuerwaffen, wie im Internet zu lesen ist. Krämer kann das jedoch nicht bestätigen. Um den Blitzanhänger an seiner Arbeit zu hindern, bedarf es allerdings nicht gleich einer Schusswaffe. Es reicht auch schon eine Decke oder ein Stück Pappe. Legt man das über die Scheibe des Anhängers, und das ist schon vorgekommen, kann das Gerät keine Messungen mehr durchführen. „Wir bekommen aber eine Meldung auf unser Alarmhandy, sobald der Blitzer längere Zeit keine Messung mehr vorgenommen hat“, sagt Krämer. Dann liege meist der Verdacht nahe, dass irgendwas nicht stimmt. Und dann kommt auch wieder der Mensch ins Spiel. Ein Beamter muss dann nämlich hinfahren, um die Abdeckung vor Ort händisch zu entfernen.

Von unserem Reporter Christoph Bröder

Cochem Zell
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