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Büchel

Mit Musik den Fliegerhorst 24 Stunden dichtmachen

30 Jahre nach der sogenannten Prominentenblockade des damaligen Atomraketenstützpunktes Mutlangen in der Schwäbischen Alb ruft die bundesweite Friedensbewegung erneut zu einer Blockade eines Atomwaffenstützpunktes auf: 24 Stunden lang sollen ab Sonntag alle Tore des Fliegerhorstes Büchel geschlossen werden, wo die Friedensbewegung die letzten Nuklearwaffen in Deutschland vermutet. Mit viel Musik und vielfältigen Aktionen.

Von Dieter Junker

"Mit Musik wollen wir für ein paar Stunden die Maschinerie des Verbrechens lahmlegen", betont Berthold Keunecke von der Musik- und Aktionsgruppe "Lebenslaute", die mit einem Eröffnungskonzert mit 60 Musikern den Auftakt der Musikblockade bildet. "Hier in Büchel gibt es Verbrechen gegen das Völkerrecht und Verbrechen an den Menschen. Dem wollen wir uns in den Weg setzen", so Keunecke bei einer Pressekonferenz am Haupttor des Fliegerhorstes.

"Büchel ist ein Schlüssel zur atomaren Abrüstung", machte dabei auch Susanne Grabenhorst, die Vorsitzende der Internationalen Ärztevereinigung gegen den Atomkrieg (IPPNW), deutlich. Weil Deutschland als Nato-Mitglied an der nuklearen Teilhabe beteiligt sei, könne es nicht für ein Verbot der Atomwaffen eintreten. "Wegen dieser 20 Bomben in Büchel sind unsere Hände gebunden", so Grabenhorst. Darum wolle man, bewusst im Bundestagswahlkampf, auf die Umsetzung der Beschlüsse von Bundesregierung und Bundestag drängen, in denen ein Abzug der Atomwaffen aus Deutschland gefordert werde. "Beschlüsse gibt es, es fehlt deren Umsetzung", kritisierte die IPPNW-Vorsitzende. "Seit 1996 protestieren wir hier in Büchel, und immer noch sind die Atomwaffen da", meinte auch Dr. Elke Koller (Leienkaul). Statt eines Abzugs stehe nun sogar die Modernisierung der Atomwaffen zur Debatte.

Am Nagasaki-Gedenktag endete auch die Fastenaktion von Pfarrer Dr. Matthias Engelke, die am 2. August in Berlin begonnen hatte. Dabei forderte Engelke, der auch Vorsitzender der deutschen Gruppe des Internationalen Versöhnungsbundes ist, erneut einen Abzug der Atomwaffen aus Deutschland.

Die Musikblockade, an der mehr als ein Dutzend Musik-Gruppen und Solisten teilnehmen, darunter auch die Rock-Musikerin Nina Hagen, beginnt am Sonntag um fünf vor zwölf am Haupttor, ab 14 Uhr werden dann die anderen Tore besetzt. Jedes Tor steht unter einem besonderen Thema. So wird an einem Tor an den Frauenwiderstand im Hunsrück und in Großbritannien erinnert, ein weiteres Tor thematisiert die Risiken der Atomkraft, ein Tor wird von Motorrädern blockiert.

Auch aus der Politik haben sich zahlreiche Teilnehmer angesagt, darunter die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Roth, die von mehreren Bundestags- und Landtagsabgeordneten ihrer Partei begleitet wird, ebenso die Linken-Abgeordnete Inge Höger. Mit der Schauspielerin Barbara Rütting wird auch eine Teilnehmerin der "Prominentenblockade" von 1983 in Büchel dabei sein und vor dem Tor sprechen. "Wir werden hier in Büchel deutlich machen, dass wir einen Abzug der Atomwaffen aus Deutschland haben wollen. Und dazu Druck auf die Politiker ausüben werden", so Berthold Keunecke.

Cochem Zell
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