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    Cochem

    Millionenzusage lässt auf sich warten: Die Linie S, das Sorgenkind im Kreis [mit Video]

    Die Pläne für die Stadtwaldstraße sind ausgearbeitet, die Ausschreibung wird vorbereitet. Nur die Millionenzusage aus Mainz lässt auf sich warten.

    Sie windet sich drei Autominuten lang einen steilen Moselberg hinauf. Gut 1,2 Kilometer bergan, rechts bemooster Fels, links beplankter Abhang. Zwischendurch geht es durch „Berg und Tal“. Sie windet sich, was eine grundlegende Reparatur anbetrifft – für die Cochemer Stadtwaldlinie ist ein Bautermin, eine grundlegende Veränderung der viel befahrenen Straße zwischen der Cochemer Endert und der Oberstadt nicht in Sicht. Stillschweigen in Mainz, Hoffen (und Bangen) in Cochem. Wann kommt der Förderbescheid in Höhe von 70 Prozent? Das sind circa 7,7 Millionen Euro zu dem Gesamtansatz von 11 Millionen Euro. Inzwischen rückt der Baubeginn für das wohl derzeit größte Kreisstraßenprojekt in Rheinland-Pfalz weiter nach hinten. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) spricht jetzt offen von Frühsommer 2018 – frühestens.

    Der LBM arbeitet auf Hochtouren. „Wenn die Finanzierung steht, stehen wir Gewehr bei Fuß“, sagt Bernd Cornely, der LBM-Chef. Zweigleisig wird dort verfahren, die Ausschreibungsunterlagen werden vorbereitet, die Detailplanung wird verfeinert.

    Die Beschlüsse im Kreistag und die öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen Stadt und Kreis sind inzwischen fast ein Jahr alt. Der Kreistag hatte am 22. Februar 2016 beschlossen, dass der Regelfördersatz von 70 Prozent der Kosten vom Land, die übrigen 30 Prozent von Stadt und Landkreis zu tragen sind. In der Summe enthalten sind auch etwaige Kosten, die aufgewendet werden müssen, um die Altlasten, die im Bereich der Faitschkehre, zur Endert hin, gefunden wurden, zu sichern. Sollte es Mehrkosten geben, trägt die die Stadt Cochem „in tatsächlicher Höhe“, wie Sarah Hillen, die Kreissprecherin, mitteilt. Die dürften bei rund 400.000 Euro liegen. Allerdings herrscht erst in der Bauphase Klarheit.

    Das sind die Etappen der neuen Straße im Stadtwald

    Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord hat, so der LBM, festgestellt, dass die Hinterlassenschaften von Abraum des früheren Krankenhauses nicht geborgen werden müssen. Aber der Boden muss verdichtet werden. Ein Verfahren, das unproblematisch sei und sich im Straßenbau bewährt habe, sagt Bernd Cornely (siehe nächste Seite). Mit wie viel Geld wird die Stadt Cochem im Boot sein? Das hängt auch von der Zusage aus Mainz ab. Die Stadt ist zurzeit Eigentümer dieser Gemeindestraße, die erst im Zuge des Umbaus zur „Kreisstraße 18 neu“ umgewidmet wird. Für die „unterlassene Unterhaltung“ – ein Terminus aus dem Verwaltungsjargon – sind im Vertrag zwischen Kreis und Stadt rund 600.000 Euro zulasten der Stadt anzurechnen. Die Straße ist eben marode. Der Landkreis selbst geht von einem Eigenanteil in Höhe von 2,6 Millionen Euro aus.

    Für die Stadt ist die Sanierung alternativlos. Das haben Stadtbürgermeister Wolfgang Lambertz und der Stadtrat in vielen Sitzungen betont. In der Novembersitzung verabschiedete der Rat einstimmig eine Resolution. Der Tenor: Die Sanierung müsse alsbald angegangen werden. Die Rahmenbedingungen seien geklärt, und jetzt dürfe nicht mehr gezögert werden, forderte Ratsmitglied Holger Haupt (Grüne), der die Entschließung für seine Fraktion einbrachte.

    Sobald die Landesregierung Geld schriftlich zusagt, kann losgelegt werden. Der LBM steht gewissermaßen in den Startlöchern, seit September 2012 besteht Baurecht. Die Ausschreibungsunterlagen werden zurzeit erstellt, eine detaillierte Planung wird ausgearbeitet. Es muss europaweit ausgeschrieben werden, weil die Bausumme fünf Millionen Euro übersteigt. Das wird, so weiß Projektleiter Dirk Hieronimus aus Erfahrung, „etwa vier Wochen mehr an Zeit“ beanspruchen. Was sind schon vier Wochen in einem Vorhaben, das die Gemüter schon lange bewegt? „Die Sanierung war schon in der Zeit, als ich die Leitung in Cochem übernommen habe, in der Diskussion“, erinnert sich Bernd Cornely. Das ist 17 Jahre her.

    Selbst wenn dieser Tage das Plazet aus Mainz eintrudeln würde, wäre fraglich, ob die ersten Baufahrzeuge noch in diesem Jahr rollen würden. Zu viele Gewerke sind zu vergeben, zu sehr müssen Bauingenieur Hieronimus und seine Mitarbeiter darauf achten, Firmen im Ausschreibungsverfahren an Land zu ziehen, die überhaupt in der Lage sind, mit adäquatem Gerät vorzugehen. „Das ist eine spannende Maßnahme, auch ingenieurtechnisch. Sie birgt viele Herausforderungen“, betont Bernd Cornely. Die technische Seite – sie wird viel Aufmerksamkeit und letztlich Zeit verschlingen. Zwar ist der 1,2 Kilometer lange Hang genauestens untersucht worden. Aber, so Cornely: „Vor der Baggerschaufel ist alles dunkel.“

    Von unserem Redaktionsleiter Thomas Brost

     

    Seit gut 30 Jahren sucht man sattelfeste Lösungen

    Seit fast 30 Jahren beschäftigen sich Kommunalpolitiker in Cochem mit einer vernünftigen verkehrlichen Erschließung der Oberstadt. Plan 1: die „Müller-Heidorn-Linie“. Das war das Gedankenkonstrukt eines Stadtrates und eines leitenden Mitarbeiters der Straßenbauverwaltung – ein gigantisches Straßenbauprojekt, mittels dessen die Oberstadt von der Endertstraße aus über den Tunnelmund hätte erschlossen werden sollen.

    Geschätzte Kosten anno 1988: 25 Millionen Mark. In dieser Zeit machte die Stadt auch die Hochwasserstraße durch die Faitsch salonfähig – es entstand die viel frequentierte Stadtwaldlinie. 

     

    Cochem Zell
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