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Mann randaliert mit mehr als zwei Promille im Blut

Cochem — Ein 29-jähriger Angeklagter vor dem Amtsgericht Cochem, der aus seinem Leben wegen seines Alkohol- und Drogenkonsums bis lang nichts gemacht hat, konnte dennoch Amtsrichter Wilfried Johann davon überzeugen, dass er jetzt auf dem richtigen Weg ist. "Ein allerletztes Mal" wurde dem jungen Mann auch unter Berücksichtigung von eingeschränkter Schuldfähigkeit eine Bewährungsstrafe von acht Monaten zugestanden. Seine Straftaten: Widerstand gegen die Polizei, Beleidigung und versuchte Körperverletzung.

Von Brigitte Meier

Der vorbestrafte Eifeler hatte mehr als zwei Promille Alkohol im Blut, als er sich mit der Polizei anlegte, die angerückt war, nachdem sich zwei Gruppen von betrunkenen Männern in die Haare geraten waren. Als die Beamten eine Person ins Polizeifahrzeug brachte, beschimpfte der Angeklagte die Ordnungshüter mit üblen Beleidigungen. Ausdrücke wie "Pissbullen" oder "Witzfiguren" waren noch harmlosere Titulierungen gegenüber den Tiraden sexueller Art aus der untersten Schublade. Außerdem schlug und trat er den Polizisten, der ihn festnahm.

Der Angeklagte gestand die Taten und entschuldigte sich bei den Polizeibeamten. Seine Pflichtverteidigerin erklärte, dass er nur vom Alkohol zu dem beleidigenden und aggressiven Verhalten verleitet worden war. Seit dem Abschluss einer Therapie sei er clean. Auch gehe der Mann, der keine Ausbildung hat, seit einiger Zeit einer regelmäßigen Arbeit nach und zahle seine Schulden ab.

Das Vorstrafenregister des Angeklagten beinhaltet außer Verstößen gegen das Waffengesetz, Widerstand und Diebstahl auch Delikte aus dem rechtsradikalen Bereich. Er versicherte jedoch, auch diese Taten seien unter Drogeneinfluss geschehen. Der Glatzköpfige sagte: "Ich sehe vielleicht jetzt blöd aus, aber ich bin kein Nazi. Für mich gibt es nur Menschen, keine Rassen."

Amtsrichter Johann glaubte dem Angeklagten, dass er begriffen habe, dass er sein Leben ändern müsse. Er habe eine feste Arbeit und guten Kontakt zu seiner Familie. Im Zuhörerraum saßen seine Exfreundin und deren Mutter, die betonten, dass sie zu ihm hielten. Das Urteil ist rechtskräftig, weil der Angeklagte es sofort akzeptierte.

Cochem Zell
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