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Zell

Kurzzeitig im Rollstuhl: Zeller stößt auf Hürden

Christoph Bröder

Mitte August hatte Michael Siweris aus Zell einen Fahrradunfall, bis zu seiner vollständigen Genesung war er hernach auf einen Rollstuhl angewiesen. Als er sich damit von seiner Wohnung in der Notenau in Richtung Innenstadt aufmachte, stieß er schnell auf einige Hindernisse. „Der Fahrradweg gegenüber meiner Wohnung bis kurz vor der Autobrücke ist lediglich mit einem Schotterbelag versehen. Aus diesem Grund ist es für Rollstuhlfahrer ohne Begleitperson nahezu unmöglich, diesen Weg zu benutzen und auf den gepflasterten Fahrradweg zu gelangen“, so Siweris. Des Weiteren könne der Zugang zur Zeller Innenstadt über die Hauptstraße am Kreisel keinem Rollstuhlfahrer zugemutet werden.

Michael Siweris zeigt auf die Stelle die er mit dem Rollstuhl nicht überwinden konnte. Der Weg führt unter der Autobrücke aus Richtung Briedel zur Zeller Innenstadt.
Michael Siweris zeigt auf die Stelle die er mit dem Rollstuhl nicht überwinden konnte. Der Weg führt unter der Autobrücke aus Richtung Briedel zur Zeller Innenstadt.
Foto: Peter Scherer

Siweris hat sich deshalb mit einem Brief direkt an Verbandsgemeindebürgermeister Karl Heinz Simon gewendet. Der ihm, wenn auch mit einiger Verzögerung, über den zuständigen Sachbearbeiter geantwortet hat. Die Antworten decken sich mit jenen, die auch die RZ auf Nachfrage schriftlich von der Verbandsgemeinde (VG) Zell erhalten hat. Die VG räumt ein, dass einige Schwierigkeiten, die Michael Siweris beschrieben hat, nachvollziehbar sind. Sie zeigt aber auch Alternativen auf.

Das von Siweris beschriebene geschotterte Wegstück soll im Zuge einer anstehenden Verbreiterung des Radweges von Briedel nach Zell mit befestigt werden, so die VG. Allerdings sei der anschließende steile Anstieg des Weges unter der Autobrücke sowie – wenn der an der Mosel gelegene, stadteinwärts führende Fußgänger-/Radweg genutzt werden soll – auch die abschüssige Wegeführung an die Mosel schwierig für einen Rollstuhlfahrer passierbar. „Insofern dürfte die Nutzung des moselseitigen Fußgänger-/Radweges unmittelbar an der B 53 bis zum Kreisverkehrsplatz und dort die Querung des auf die Autobrücke führenden Abbiegeastes eine wesentlich einfachere Alternative sein, um in Richtung Innenstadt zu gelangen“, empfiehlt die VG. Dieser Fußgänger-/Radweg sei ausreichend breit und durch einen hohen Bordstein von der Fahrbahn der B 53 getrennt. Der Abbiegeast des Kreisverkehrsplatzes habe einen Fahrbahnteiler mit einer sogenannten Querungshilfe und die Bordsteine seien in diesem Bereich nahezu auf Fahrbahnniveau abgesenkt.

Auch der vom Kreisverkehrsplatz entlang der Straße Brandenburg moselseitig verlaufende Gehweg ist sicherlich nicht an allen Stellen ideal für die Nutzung mit einem Rollstuhl, räumt die VG ein. Dennoch habe er im Verlauf entlang der moselseitigen Bebauung durchgängig eine Breite von mindestens einem Meter. Die in diesem Bereich zwischen dem Gehweg und den Parkbuchten vorhandenen hohen Bordsteine würden einem Rollstuhlfahrer eine erhöhte Aufmerksamkeit abverlangen, sie hinderten andererseits aber die Autofahrer daran, mit ihrem parkenden Fahrzeug den Gehweg weiter einzuengen. „Die von Herrn Siweris angesprochene Querneigung des Gehweges an einigen Stellen ist durch die Grundstücks- und Garagenzufahrten bedingt und insoweit leider nicht zu vermeiden“, teilt die VG Zell mit.

Außer dem Brief von Michael Siweris hat die VG Zell bisher noch kein Hinweis von Menschen mit Behinderung erreicht, die sich über eine mangelnde Barrierefreiheit der Stadt beschwert haben. „Entsprechende Hinweise nehmen wir jedoch gerne auf. Wenn auch nicht unmittelbar konkrete bauliche Maßnahmen möglich sind, können diese Anhaltspunkte bei anstehenden baulichen Änderungen und künftigen Planungen berücksichtigt werden, um die Barrierefreiheit in der Stadt zu erhöhen“, so die VG.

Von unserem Reporter Christoph Bröder

Cochem Zell
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