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Cochem-Zell

Kommt der Postbote künftig nur noch zweimal die Woche? Kreis Cochem-Zell lehnt das ab

Liefert der Briefträger Briefe und Zeitschriften künftig nur noch zweimal pro Woche an den Briefkästen ab? Der Kreis positioniert sich eindeutig und lehnt das ab. Einen Testlauf gab es bisher nicht.

Viele, vor allem ältere Menschen, schreiben noch Briefe. Und nicht nur für sie wäre es ärgerlich, wenn ihre Poste mit Verspätung beim Empfänger ankommt.
Viele, vor allem ältere Menschen, schreiben noch Briefe. Und nicht nur für sie wäre es ärgerlich, wenn ihre Poste mit Verspätung beim Empfänger ankommt.
Foto: Kevin Rühle

Das Szenario ist nicht allzu weit hergeholt: Denn die Deutsche Post DHL Group hat einen Feldversuch kürzlich abgeschlossen, mit dem die Zahl der Zustellung – und damit deren Kosten – verringert werden soll. Wo und mit welchem Ergebnis der Testlauf vonstattengegangen ist, darüber hüllt sich die Post in der Öffentlichkeit in Schweigen. Fakt ist: Im Kreis Cochem-Zell ist nicht herumexperimentiert worden mit einer unzusammenhängenden Versorgung. „Der Landkreis Cochem-Zell war als Bezirk nicht betroffen“, sagt Selina Becker von der Kreisverwaltung. Die Recherchen des Kreises haben ergeben, dass wohl vom Test betroffene städtische Regionen, eben außerhalb unseres Kreises, „vorab informiert worden sind“.

Der Kreis wird sich klar positionieren, das ist auch im Kreisausschuss zum Ausdruck gekommen: Es gibt ein Protestschreiben an die Post, wie dies auch andere Kommunen in Rheinland-Pfalz und der Landkreistag getan haben. Der Tenor: Alle lehnen den Pilotversuch, so der Kreis, „strikt ab“.

„Vor allem auf dem Land ist die Gefahr groß, dass wir noch weiter abgehängt werden“, sagt der Landtagsabgeordnete Benedikt Oster aus Binningen. Insbesondere ältere Leute seien auf eine ständige Briefzustellung angewiesen. Nicht auszudenken, wenn beispielsweise Geburtstagsgrüße ein oder zwei Tage später eintreffen. Die Politik müsse sich dagegen verwahren, dass die Post nur noch eine „gebündelte Zustellung“, beispielsweise im Dreitagerhythmus, durchzieht. Oster: „Wir müssen jetzt einschreiten, damit dies nicht zum Gesetz wird.“

Auch seine Fraktionskollegin im Landtag, Bettina Brück (Thalfang), positioniert sich klar: „Dass Briefe, Zuschriften und Zeitschriften jeden Werktag zugestellt werden, bedeutet vielen Menschen sehr viel“, sagt sie. Daran dürfe nicht gerüttelt werden. Die tägliche Postzustellung müsse die Regel bleiben. Brück fordert, dass die zuständige Bundesnetzagentur „das fragwürdige und rechtswidrige Projekt sofort einstellt“, zumal das Geschäft in manchen Zweigen, etwa bei der Paketzustellung, ganz schön boome. Ein Kritikpunkt, der auch im Landtag von allen Fraktionen unterstützt wird. Für Landrat Jürgen Jürgen Pföhler (Kreis Ahrweiler) berührt die Briefzustellung die Daseinsvorsorge und der Kunde dürfe aufs Grundgesetz pochen.

Gerechnet wird allenthalben damit, dass erst eine klare Entscheidung getroffen wird, wenn die neue Bundesregierung steht und ihren Einfluss geltend machen wird.

Von unserem Redaktionsleiter Thomas Brost

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