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    Cochem

    Kein Beweis: Fausthieb oder Erste Hilfe?

    Eine unangenehme Begegnung im Baustellenbereich auf der Autobahn 48 bei Ulmen wird ein 22-jähriger Autofahrer so schnell nicht vergessen. Als Zeuge schildert er vor dem Amtsgericht Cochem sein Erlebnis im März 2014: Er ist in Richtung Trier unterwegs, als er kurz vor der Baustelle einen Lkw mit Hänger überholt, um sich dann rechts einzuordnen. Dann fährt der Lkw ohne einen für ihn ersichtlichen Grund auf der Standspur rechts an ihm vorbei und stoppt mit seinem langen Fahrzeug halb auf der Standspur, halb auf der Fahrbahn die Weiterfahrt.

    Foto: Kevin Rühle

    Von Brigitte Meier

    "Ich war ganz starr vor Schreck", erinnert sich der Zeuge weiter: Der Lkw-Fahrer steigt aus, kommt wütend ihn zu, tritt gegen die Stoßstange des Pkw, klappt den Seitenspiegel um versetzt dem verdutzten, jungen Mann durchs offene Fenster einen Fausthieb gegen die Stirn. "Ich war eine Woche krankgeschrieben und hatte mindestens vier Wochen Kopfschmerzen", beteuert der Zeuge. Immerhin hat er noch die Nerven, das Nummernschild des wegfahrenden Lkw zu fotografieren, um Anzeige erstatten zu können. Ein Autofahrer, der den Vorfall nach Aussage des Zeugen beobachtet hat, kann nicht ermittelt werden.

    Das wäre hilfreich gewesen, denn der Brummi-Fahrer auf der Anklagebank schildert eine völlig andere Version der Begegnung: Er ist mit seinem leeren Lkw auf dem Nachhauseweg nach Trier, als er bei Ulmen von einem Pkw überholt wird. Da dieser vor ihm stark abbremst, ist der Lkw-Fahrer gezwungen auf die Standspur auszuweichen. Dann sieht er, dass der Pkw-Fahrer anhält, erklärt der Angeklagte: "Ich bin nur ausgestiegen, weil ich dachte, ich hätte ihn erwischt." Außerdem habe er sich gewundert, dass der junge Mann reglos am Steuer saß: "Ich dachte, dass er vielleicht ohnmächtig war." Daher habe er ihn mit ausgestreckter Hand lediglich im Nacken angetippt.

    Amtsrichter Winfried Johann regt an, das Verfahren gegen den nicht vorbestraften Lastwagenfahrer gegen eine Geldauflage einzustellen. Die Staatsanwaltschaft, der Angeklagte und der junge Mann akzeptieren nach kurzem Zögern diesen Vorschlag. Der Angeklagte muss 500 Euro an die Kinderkrebsstation eines Koblenzer Krankenhauses oder an einen Kindergarten im Kreis Cochem-Zell zahlen.

    Cochem Zell
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