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Cochem

Jugendherberge Cochem ist angesagt


Ulrike Platten-Wirtz

Jugendherbergen erfreuen sich zunehmend größerer Beliebtheit. Das geht aus dem jüngsten Geschäftsbericht für Familien- und Jugendgästehäuser in Rheinland-Pfalz (RLP) und Saarland hervor. Experten schätzen, dass die Übernachtungszahlen von derzeit 1 Million in den nächsten zwei Jahren sogar auf 1,2 Millionen ansteigen. Aber beim Übernachtungsgewerbe findet ihr Tun nicht unbedingt Gegenliebe – wie in Cochem.

Herbergsvater Jürgen Völkel (links) kennt seine Gäste noch persönlich. Wie die Borcherts machen immer mehr Familien Urlaub in der Cochemer Jugendherberge. Foto: Ulrike Platten-Wirtz:
Herbergsvater Jürgen Völkel (links) kennt seine Gäste noch persönlich. Wie die Borcherts machen immer mehr Familien Urlaub in der Cochemer Jugendherberge.
Foto: Ulrike Platten-Wirtz:

Das Image der einst überwiegend für Klassenfahrten genutzten Unterkünfte hat sich drastisch gewandelt. Vom morbiden Charme der 1980er Jahre ist längst nichts mehr zu spüren. Ganz im Gegenteil präsentieren die Jugendherbergen sich heute gastfreundlich und modern und sind auch für Familien und Einzelgäste attraktiv, das gilt auch für die Jugendherberge in Cochem-Cond. „Die wichtigste Zielgruppe sind aber nach wie vor Schulklassen“, sagt Jürgen Völkel, Herbergsvater in Cochem. Rund 40 Prozent der Gäste machen Familien aus, die das Angebot kostengünstiger Übernachtungen nutzen.

Natalie Borchert (35) aus der Pfalz ist Mutter von zwei Söhnen und zum ersten Mal in Cochem zu Gast. Mit ihrem Mann Markus und ihrer Mutter gönnt die Familie sich einen Kurzurlaub an der Mosel. „Ich bin begeistert“, sagt Borchert. Vorher war die junge Mutter schon einmal in einer Jugendherberge im Schwarzwald und hat gute Erfahrungen gemacht. Auch in Cochem werden die Erwartungen der Familie erfüllt. „Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist super. Das Essen prima, und man muss sich nicht um die Betreuung der Kinder kümmern“, sagt sie. Denn das erledigt sich in der Herberge von allein. Schnell haben die Kinder Anschluss gefunden und spielen mit anderen Draußen oder im Spielzimmer. Neben dem attraktiven Preis – Erwachsene zahlen im Familienzimmer bei voller Verpflegung pro Person 35,50 Euro, Kinder von 4 bis 14 Jahren die Hälfte – besteht ein weiterer Vorteil darin, dass die Jugendherberge sehr kinderfreundlich ist. „Man muss die Kinder nicht dauernd dazu ermahnen, sich zu benehmen und leise zu sein“, sagt Natalie Borchert.

Ein „kleines Haus“ (156 Betten) wie in Cochem bietet zudem den Vorteil, dass die Herbergseltern ihre Gäste persönlich kennen. Auch wenn diese nicht immer jugendlich sind. Häufig steigen auch ältere Gäste ab, die zu Fuß auf dem Moselsteig oder mit dem Fahrrad unterwegs sind.

Darüber sind allerdings nicht alle Gastronomen in Cochem erfreut. Dieter Johann, Vorsitzender der Arge Gastlichkeit und Tourismus in Cochem, sieht die Sachlage kritisch. „Natürlich freuen wir uns über alle Gäste, auch über die in der Jugendherberge, allerdings gibt es hier eine Wettbewerbsverzerrung“, teilt er mit. „Durch die Gemeinnützigkeit genießen die Herbergen Vorteile in Sachen Steuern und Investitionszuschüsse“, sagt er. Tourismusabgaben sind aber von Jugendherbergen in gleichem Maß zu leisten wie von anderen Beherbergungsbetrieben. „Das Satzungsrecht der Stadt ist für Jugendherbergen identisch mit dem der Hotelbetriebe“, sagt Petra Junglas, Mitarbeiterin der Verbandsgemeindeverwaltung Cochem, auf Nachfrage. Wegen der Gemeinnützigkeit gibt es aber möglicherweise Steuervorteile bei den Übernachtungen. Buchungsanfragen speziell für Jugendherbergen liegen der Tourist-Information am Endertplatz nicht vor. „Nur gelegentlich fragen Gäste nach Herbergszimmern“, sagt eine Mitarbeiterin. Allerdings haben Jugendherbergen ein eigenes Buchungssystem, das nicht mit dem der Touristinfo kompatibel ist. „Gäste, die in die Herberge wollen, müssen direkt dort nachfragen oder online buchen“, heißt es.

Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Platten-Wirtz

33 000 Übernachtungen pro Jahr

Die Jugendherberge in Cochem-Cond gehört inzwischen zu den Top 10 in Rheinland-Pfalz und dem Saarland und kommt an fünfter Stelle nach Trier, Altleiningen, Speyer und Oberwesel. Rund 33.000 Übernachtungen pro Jahr kann Herbergsvater Jürgen Völkel verzeichnen. Mit 212 Übernachtungen pro Bett ist die Cochemer Herberge im Schnitt zu 73 Prozent ausgelastet.

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