40.000
Aus unserem Archiv
Zettingen/Kaisersesch

Ihr genetischer Zwilling kann Coras Leben retten

Cora zu helfen, das ist für die Zettinger Ehrensache. Die 15-jährige Schülerin ist an Blutkrebs erkrankt, bereits zum zweiten Mal. Eine Schockdiagnose, die sie völlig aus der Bahn geworfen hat. Das Mädchen benötigt dringend eine Stammzellentransplantation. Bislang wurde weltweit kein passender Spender für Cora gefunden. Die Suche nach dem genetischen Zwilling geht jetzt weiter: Wird er gefunden, kann er Coras Leben retten.

Cora brauchtHilfe.
Cora brauchtHilfe.

Von Petra Mix

Jetzt hoffen alle, dass dies nach der Registrierung der Fall sein wird. Auf dem schwierigen Weg stehen ihr selbstverständlich Familie und Freunde zur Seite, aber auch die Menschen in dem kleinen Ort, in dem sie lebt. Rund 70 Helfer werden mit im Boot sein, wenn am Sonntag, 20. Dezember, von 11 bis 16 Uhr, im Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) in Kaisersesch die Registrierung der Deutschen Knochenmarksspenderdatei läuft. Anita Fuhrmann vom Zettinger Organisationsteams, zu dem sechs Personen gehören, hofft auf möglichst viele Menschen, die sich registrieren lassen und somit als potenzielle Spender infrage kommen. "Das hilft nicht nur Cora, sondern auch anderen Menschen", macht sie deutlich, wie wichtig eine solche Registrierung ist.

Die 15-Jährige, die die Realschule plus in Kaisersesch besucht, liegt zurzeit im Klinikum Kemperhof in Koblenz. Wie sie sich wohl fühlt? Wie kann man ihr helfen, was kann man tun? Für ein Gespräch mit der RZ geht es der 15-Jährigen zu schlecht, aber ein paar Fragen (siehe Zusatztext) hat sie dennoch schriftlich beantwortet, damit auch allen noch einmal sehr klar wird, wie sie denkt und was sie sich wünscht. Gesundheit, ein normales Leben, die Schule gut abschließen. Was sich alle auch für sie wünschen.

Mit im Organisationsteam sind neben dem Zettinger Ortsbürgermeister Johannes Hammes, auch die Vorsitzenden des Möhnenvereins, des Junggesellenvereins sowie der freiwilligen Feuerwehr. Sie haben das Anliegen in ihre Vereine getragen und aus ihren Reihen werden nun die Helfer rekrutiert, die am Tag der Registrierung alles stemmen müssen. Von der Blutabnahme bis zur Verpflegung. Zwölf Krankenschwestern und Arzthelferinnen, davon 8 oder 9 aus Zettingen, werden das Blut entnehmen. Ein Piks, fünf Milliliter genügen, das ganze dauert nur wenige Minuten. Und es kann der erste Schritt sein, um einem anderen Menschen das Leben zu retten. "Bitte kommen Sie zu der Aktion. Für jeden Einzelnen von uns bedeuten fünf Milliliter Blut sehr wenig, für Cora ist es eine Frage des Überlebens", appellieren Ortsbürgermeister Hammes und Albert Jung, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kaisersesch und Schirmherr der Aktion, an die Bürger im Kreis und auch darüber hinaus. Weitere 50 bis 55 Helfer kümmern sich um andere Dinge.

Wer kommt als Spender infrage, wer nicht? Dazu sagt Nicola Wenderoth, Spenderneugewinnung bei der DKMS: "Grundsätzlich kommt jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren als Spender infrage." Ausschlusskriterien sind beispielsweise schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Erkrankungen wie Rheuma, fast alle Krebserkrankungen sowie Hepatitis B, C oder D. Wer unsicher ist: Für Detailfragen steht am Tag der Registrierung ein DKMS-Mitarbeiter zur Verfügung.

Ein Piks, fünf Milliliter Blut: Das kann der erste Schritt sein, um als Spender in Frage zu kommen.  Foto: dpa
Ein Piks, fünf Milliliter Blut: Das kann der erste Schritt sein, um als Spender in Frage zu kommen.
Foto: dpa

Wann kommt man als Stammzellenspender infrage? Dazu sagt die Expertin: "Die Gewebemerkmale von Patient und Spender müssen nahezu hundertprozentig übereinstimmen, damit eine Transplantation erfolgreich durchgeführt werden kann. Anders als bei den verschiedenen Blutgruppen, ist die Übereinstimmung der Gewebemerkmale zweier Menschen allerdings äußerst selten. Deshalb ist es sehr wichtig, dass so viele Menschen wie möglich als potenzielle Stammzellenspender registriert sind, denn nur so können genetische Zwillinge auch tatsächlich gefunden werden."

Mit den Blutproben, die abgegeben werden, wird wie folgt verfahren: "Alle Proben werden sofort nach der Aktion ins Labor gebracht und analysiert. Entscheidend für eine erfolgreiche Übertragung der Stammzellen ist die Übereinstimmung von mindestens acht Gewebemerkmalen zwischen Patient und Spender. In unserem Labor werden bei allen neu aufgenommenen Spendern zwölf Gewebemerkmale bestimmt. Durch diese hochauflösende Typisierung wird der Spendersuchlauf deutlich verkürzt", betont Wenderoth.

Jetzt geht es erst einmal darum, so viele Menschen wie möglich dazu zu bewegen, zu helfen. Um noch mehr Aufmerksamkeit zu erreichen und auch Spendengelder zu bekommen, haben sich Coras Schule (die Realschule plus und FOS Kaisersesch) und der TuS Daun mit seinem Handball-Rheinlandligateam – das auch gern für diesen guten Zweck einmal Fußball spielt – zu einem gemeinsamen Benefiz-Turnier verabredet. Dies ist für Freitag, 18. Dezember, um 20 Uhr in der Dauner Wehrbüschhalle geplant. "Da die Kaisersescher Turnhalle momentan komplett saniert wird, haben sich der Dauner Schulträger und das Handballteam um Trainer Markus Willems gern bereit erklärt, kräftig mitzuhelfen und die Werbetrommel zu rühren, damit die Typisierungsaktion noch bekannter und hoffentlich zu einem Erfolg wird", betont Udo Geißler, der Pädagogische Leiter der Realschule plus und FOS Kaisersesch. Eins steht auf alle Fälle fest: Alle Schüler, Lehrer, Betreuer, das ganze Team der Schule hat sehr großen Respekt vor Cora und bewundert sie für ihren Mut. "Sie meistert ihr Schicksal ganz toll". Das betont auch ihre Klassenlehrerin Helga Mader. Die Klasse hält Kontakt zu ihr. "Du bist nicht alleine, wir denken an dich."

Weihnachtswunsch Gesundheit

Daumen drücken. Und ganz fest daran glauben, dass ein Spender gefunden wird. Das können derzeit alle für Cora tun. Das Schicksal der 15-Jährigen geht unter die Haut, das lässt keinen kalt. Wer selbst Kinder hat, wird nachvollziehen können, was es auch für die Familie bedeuten muss. Und wer 15 Jahre als ist wie Cora, der wird sich fragen, wie man so etwas eigentlich verkraften kann. Um den RZ-Lesern das Mädchen ein wenig näher zu bringen, hat die tapfere Cora einige Fragen schriftlich beantwortet.


Liebe Cora, wie geht es dir zurzeit?
Nicht gut.


Kannst du dich noch erinnern, wie du dich gefühlt hast, als du die Diagnose erfahren hast?
Ich stand unter Schock und wollte es nicht wahrhaben. Es ist ja schließlich schon zum zweiten Mal!


Was gibt dir die Kraft, nicht zu verzweifeln?
Meine Familie und meine Freunde.


Welche Rolle spielen deine Familie und Freunde?
Eine sehr große, sie geben mir Rückhalt.


Was sagst du unseren Lesern, um sie von der Typisierung zu überzeugen?
Geht hin! Es kann viele Leben retten, nicht nur meins.


Hast du manchmal Angst, dass kein passender Spender gefunden wird?
Ja.


Du möchtest noch Hunderte Bücher verschlingen? Welches Buch liest du gerade?
„Silber“ von Kerstin Gier.


Kannst du etwas zu deinen Plänen sagen, wenn du wieder gesund bist?
Ich möchte wieder in meine Schulklasse und einen guten Schulabschluss. Ich will wieder ein ganz normales Leben!


Und was wünschst du dir zu Weihnachten?
Gesundheit!


Die Fragen stellte Petra Mix.

Cochem Zell
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

Anzeige
epaper-startseite
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach