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Ulmen

Grüne Energiewende hat Stolperfallen

Das Spannungsfeld kann kaum größer sein: Wie viel Energiewende darf es bitteschön sein, wie viel Acker und Weiden, wie viel Wald sollen dafür in Rheinland-Pfalz hergegeben werden? Die Landesgrünen haben sich in einer Tagung in Ulmen mit der Thematik auseinandergesetzt – und einhelliger Tenor war: Zum sozialökologischen Wandel gibt es keine Alternative.

Ulmen – Das Spannungsfeld kann kaum größer sein: Wie viel Energiewende darf es bitteschön sein, wie viel Acker und Weiden, wie viel Wald sollen dafür in Rheinland-Pfalz hergegeben werden? Die Landesgrünen haben sich in einer Tagung in Ulmen mit der Thematik auseinandergesetzt – und einhelliger Tenor war: Zum sozialökologischen Wandel gibt es keine Alternative.

Die Wege dorthin werden jedoch auch bei den Grünen durchaus kontrovers diskutiert.In einem Satz fasste Anna Neuhof, die Sprecherin der Grünen für ländliche Räume im Landtag, die Zielrichtung der Energiewende zusammen: „Wir profitieren davon, sichern die Zukunft, erhalten das Klima und drängen die großen Firmen zurück", sagte sie.Unter dieses gemeinsame Argumentationsdach versammelte sich auch ein Schwarzer auf dem Podium: Bertram Fleck, CDU-Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises. Er geht die Thematik basisorientiert an, seine Initialzündung „war der Blick auf die Strom-, Gas- und Heizungsrechnung". Ein Rentner werde in 10 bis 20 Jahren Mühe haben, seine Heizungsrechnung zu bezahlen, wenn er auf Öl und Gas setze. So müsse man Schritt für Schritt die Wende umsetzen, von energetischer Sanierung bis hin zum Umbau auf dem Stromsektor. Die 200 Windkraftanlagen in seinem Kreis seien „nicht vom Himmel gefallen und auch nicht mit Halleluja begrüßt worden", sagte Fleck. Man müsse viel aufklären, ehe die Akzeptanz für die Energiewende da ist.Der Einsatz von Biogas und Biomasse zur Stromerzeugung erhitzte ein wenig die Gemüter auf dem Podium. Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken mahnte, dass die Entwicklung bei Biogasanlagen geordnet sein müssten. Auf Ablehnung stößt die Technologie bei Gerd Ostermann vom Naturschutzbund (Nabu). „Gott sei Dank" rangiere die Biomasse „unter ‚ferner liefen'", sagte Agraringenieur Ostermann. Der Flächenverbrauch sei dafür viel zu hoch, im Verhältnis von 9 zu 1 zum vergleichbaren Output, der mit Fotovoltaik und Windkraft zu erzielen sei. Ihm stimmte teilweise Martin Häusling, Europaabgeordneter der Grünen, zu. Häusling, selbst seit 1995 Betreiber einer Biogasanlage, betonte, es sei besser, wenn Bauern von den Milchpreisen leben könnten und dann zusätzlich in die Biogasproduktion einsteigen würden. So aber erfülle ihn die Goldgräberstimmung bei Biogasproduzenten mit Sorge. Während bundesweit 18 Prozent des Maisanbaus für solche Anlagen verwendet würden, seien es in Mecklenburg-Vorpommern gar 60 Prozent – das sei eine Größenordnung, die Häusling „mit Sorge angesichts solcher Agrarstrukturen" erfülle. Dennoch sei die Landwirtschaft „der größte Gewinner der Energiewende" hierzulande. Dies betonte auch Ministerin Höfken, die sagte, dass die Energiewende „eine ganz wichtige Zukunftsaufgabe für die Landwirtschaft" sei.Unter Beschuss geriet der jüngste Vorstoß von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), die Vergütung nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) stark zu kürzen – was auch für bestehende Verträge gelten soll. Ministerin Höfken sprach von einem „Enteignungstatbestand", der verfassungsrechtlich bedenklich sei. „Wenn dies so kommt, werden wir viele Insolvenzen erleben", warnte Kabinettskollegin Eveline Lemke. Südlich von Bremen werde es keine Entwicklung in Windkraft mehr geben. Derzeit erziele man dank der Energiewende im Land viel an Wertschöpfung. Lemke sagte: „Die sollten wir unbedingt ausbauen." Von unserem Redakteur Thomas Brost

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