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    Granitbrücke für den Endertbach geht schon bald auf die Reise

    Nach Herstellerangaben bislang weltweit einzigartig ist die vorgefertigte Brückenplatte, die am nächsten Dienstag ihren Weg in Richtung Cochem antreten wird: die neue Granitüberführung für die Mündung des Endertbaches. Ihren Belastungstest mit mehreren Tonnen Gewicht hat sie am vergangenen Mittwoch im bayerischen Aicha vorm Wald bestanden. Mit dabei war auch Jürgen Pellio, Leiter des Bauamts der Verbandsgemeinde Cochem.

    Vor der Lieferung nach Cochem musste die Granitplatte einen Belastungstest im Werk bei Passau bestehen.
    Vor der Lieferung nach Cochem musste die Granitplatte einen Belastungstest im Werk bei Passau bestehen.

    Cochem - Nach Herstellerangaben bislang weltweit einzigartig ist die vorgefertigte Brückenplatte, die am nächsten Dienstag ihren Weg in Richtung Cochem antreten wird: die neue Granitüberführung für die Mündung des Endertbaches. Ihren Belastungstest mit mehreren Tonnen Gewicht hat sie am vergangenen Mittwoch im bayerischen Aicha vorm Wald bestanden. Mit dabei war auch Jürgen Pellio, Leiter des Bauamts der Verbandsgemeinde Cochem.

    Was ein Kran da nach und nach auf die 40 Zentimeter starke Granitplatte hievt, sieht aus wie gigantische Sandsäcke. An einer Seite dieser weißen Plastiksäcke stehen mal schwarze, mal pinkfarbene Zahlen, hier 1000, dort 1100, auf einem anderen 1040. Die Zahlen geben das Gewicht der Säcke in Kilogramm an. Und es landen einige Säcke auf der Platte, die aufgebockt in einer großen Werkshalle in Aicha vorm Wald bei Passau liegt. Schließlich sollen in Cochem bald Autos und Fahrräder darüber hinwegrollen, bis zu 30 Tonnen Gewicht soll sie aushalten.

    Die Steinplatte selbst wiegt 40 Tonnen und soll künftig die Bundesstraße 49 in Cochem mit dem großen Parkplatz unter der alten Moselbrücke verbinden – über den Endertbach. Die alte Endertbachbrücke aus Stahl und Holz war wegen Baufälligkeit abgerissen worden (die RZ berichtete).

    Ihre Nachfolgerin besteht aus Tittlinger Feinkorngranit, der im Bayerischen Wald abgebaut wird. Der sandgestrahlte Stein ist ohne jegliche Beschichtung griffig genug, um direkt befahren zu werden. Gleichzeitig ist das Material ohne Korrosionsschutz beständig gegen Wind, Wetter und Streusalz.

    Nicht ohne Stolz sagt Georg Kusser, Geschäftsführer des Herstellers, der Kusser Aicha Granitwerke, dass eine von Schwerverkehr befahrbare Brücke mit 8,80 Meter Spannweite aus massivem Granit rund um den Erdball ihresgleichen sucht: „Bisher haben wir in dieser Größe nur Fußgängerbrücken gebaut und freuen uns nun umso mehr, eine Fahrverkehrsbrücke in dieser Größe nach Cochem liefern zu dürfen.“

    Mit wachen Augen beobachtete ein Prüfingenieur in der Werkshalle in Aicha, wie die Granitplatte auf die Belastung mit den Säcken reagierte. Resultat: wesentlich ent-, Verzeihung, gespannter als erwartet. Sie bog sich bei einer Gesamtlast von 18 Tonnen noch nicht einmal um die zuvor von Ingenieuren errechneten zwei Millimeter.

    Am nächsten Dienstag, 13. Dezember, wird die Granitplatte auf einen Tieflader verladen und tritt ihren 600 Kilometer langen Weg aus dem Bayerischen Wald an die Mosel an. Ein Kran hebt sie in Cochem am folgenden Donnerstag, 15. Dezember, gegen 11 Uhr auf die schon vorbereiteten Lager am Endertbach. Fortan dürfte sie daher von sandsackartigen Gewichten verschont bleiben, dafür jedoch bei Hochwasser von einer braunen Brühe überspült werden.

    Von unserem Redakteur David Ditzer

    Die neue Brücke in Zahlen

    Bei der neuen Überführung für den Endertbach in Cochem handelt es sich um Brücken aus vorgespanntem Granit. Spannlitzen im Inneren des Bauwerks schaffen eine stabile Konstruktion. Eine Vorspannkraft von 1000 Tonnen hält die Teile der 3,80 Meter breiten, 9,40 Meter langen und 40 Zentimeter dicken Brücke zusammen. Liegt die neue Überführung erst einmal über dem Endertbach werden an beiden Seiten noch jeweils 1,30 Meter hohe Stahlgeländer angebracht. Das Bauwerk und die Neugestaltung des Parkplatzes sollen 280 000 Euro kosten, davon zahlt die Stadt 133 000 Euro. Den Rest übernimmt das Land, weil die Brücke Teil des Moselradwegs zwischen Trier und Koblenz ist. dad

    Cochem Zell
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