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Cochem-Zell

Gewerkschaften fordern: Mehr Anreize für den Häuslebau schaffen

Dieter Junker

Ein „Verbändebündnis Wohnen“, zu dem sich die Gewerkschaften IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau), der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) zusammengeschlossen haben, kritisiert, dass zu wenig für den Wohnungsbau getan werde. Dies betreffe auch den Kreis Cochem-Zell.

Gewerkschaften kritisieren, im Kreis Cochem-Zell würden zu wenige Anreize zum Bau eines Eigenheims geschaffen. Doch in manchem Baugebiet, wie hier in Illerich, gehen die Bauplätze weg wie warme Semmeln.  Foto: Kevin Rühle
Gewerkschaften kritisieren, im Kreis Cochem-Zell würden zu wenige Anreize zum Bau eines Eigenheims geschaffen. Doch in manchem Baugebiet, wie hier in Illerich, gehen die Bauplätze weg wie warme Semmeln.
Foto: Kevin Rühle

Was genau kritisiert dieses Bündnis denn beim Kreis?

Das Verbändebündnis verweist auf die aktuelle Baubilanz für fertiggestellte Wohngebäude, die das Statistische Bundesamt veröffentlicht hat. Danach gab es im vorigen Jahr im Kreis Cochem-Zell keinen nennenswerten Zuwachs beim Wohnungsbau.

Die Große Koalition hat aber in ihrer „Wohnraum-Offensive“ nach Angaben des Verbändebündnisses einen Zuwachs um mehr als 30 Prozent angestrebt, um günstigen Wohnraum bereitstellen zu können. „Von diesen Zahlen ist Rheinland-Pfalz, aber auch der Kreis weit entfernt“, sagt Thomas Breuer von der IG Bau. Dies habe aber Folgen für die Menschen in den Regionen, denn Wohneigentum sei eine wichtige Altersvorsorge. „Die eigenen vier Wände sind da und haben Bestand, unabhängig davon, wie die Rentenhöhe im Alter schwankt“, betont Breuer.

Wie genau sehen denn die Zahlen für Cochem-Zell aus?

Laut Verbändebündnis entstanden im vergangenen Jahr im Kreis Cochem-Zell 176 Neubauwohnungen, 116 davon in Ein- und Zweifamilienhäusern. Insgesamt hätten die Bauherren im Kreis demnach im vergangenen Jahr 79,9 Millionen Euro in den Neubau von Wohnungen investiert. „Das klingt viel. Tatsächlich müsste es aber mehr sein, wenn der Kreis Cochem-Zell seinen Beitrag zur Wohnraum-Offensive der Bundesregierung leisten will“, mahnt IG Bau-Sprecher Breuer.

Die Zahlen aus Bad Ems weichen davon etwas ab. Das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz weist in seiner im Frühjahr veröffentlichten Baustatistik für Cochem-Zell 127 neue Wohngebäude auf, sieben mehr als 2016. In diesen Gebäuden sind laut Bad Ems 175 Wohnungen entstanden. Im Jahr zuvor waren es in den 120 fertiggestellten Wohngebäuden nur 146 Wohnungen. Dies zeigt, dass der Kreis beim Wohnungsbau durchaus einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr aufweist.

Wie steht Cochem-Zell im Vergleich zu anderen Kreisen da?

Geht man nach den Zahlen aus Bad Ems, so trotzt Cochem-Zell deutlich dem Landestrend. Denn laut Statistischem Landesamt gab es 2017 landesweit einen deutlichen Rückgang von gut zehn Prozent bei den Baugenehmigungen für Neubauten im Wohnbau. Der Kreis weist dagegen für 2017 ein leichtes Plus auf. Insgesamt schneiden die Landkreise in Rheinland-Pfalz hier auch besser ab als die kreisfreien Städte.

Was fordert denn nun dieses Verbändebündnis?

Die Gewerkschaftsvertreter haben Bund, Land, aber auch die Kommunen aufgefordert, mehr für den Wohnungsbau zu tun und Bauvorhaben gezielt zu fördern. „Es müssen sich wieder mehr Menschen die eigenen vier Wände leisten können, vom Maurer bis zur Industriekauffrau. Handwerker, die Wohnungen bauen, sollten auch in der Lage sein, sich eine eigene Wohnung anzuschaffen“, heißt es aus dem Verbändebündnis.

Aufgefordert werden dabei auch die Abgeordneten aus der Region, sich in Berlin für ein deutlich dickeres Baupaket im nächsten Haushalt starkzumachen. „Davon würden dann auch die Menschen im Kreis Cochem-Zell profitieren“, ist Thomas Breuer überzeugt. Wichtig sei, dass die im Kern guten Punkte, die Union und SPD zum Wohnungsbau im Koalitionsvertrag vereinbart hätten, nun auch schnell angepackt werden.

Von unserem Mitarbeiter Dieter Junker

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