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Senheim

Gesunkene Jacht in Senheim gesichert: So geht es weiter

Eine etwa zehn Meter lange Jacht ist am frühen Sonntagnachmittag aus bislang ungeklärter Ursache im Senheimer Hafen gesunken. Feuerwehrleute, von Passanten alarmiert, errichteten Ölsperren, damit ausgetretener Dieselkraftstoff nicht in die Mosel gelangt (die RZ berichtete). Doch welche Umweltgefahr geht noch von dem Wrack aus? Wem gehört es? Wann wird es wie gehoben? Und wer bezahlt das? Die RZ beantwortet die wichtigsten Fragen.

1. Wie viel Diesel ist aus der Jacht ausgelaufen? Wie ein Feuerwehrmann erzählt, befanden sich dem Eigentümer zufolge nur circa 30 Liter Diesel im Tank des Schiffes. Etwas mehr als 20 Liter davon dürften bislang ausgetreten sein. „20 Liter Diesel sind auf einer Fläche wie dieser nichts“, sagt Bernd Theisen. Er ist Schiffsführer der „Brauselay“, eines Arbeitsschiffes der Cochemer Außenstelle des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Koblenz. Unweit der gesunkenen Jacht verrichten er und einige Kollegen am morgen nach der Havarie Arbeiten, die mit dem Unglück nichts zu tun haben.

2. Welche Gefahren für die Umwelt gehen noch von dem Wrack aus? Nach Angaben des Kreisfeuerwehrinspekteurs Berthold Berenz „besteht keine akute Gefahr“ mehr. Das liegt zum einen daran, dass die Feuerwehr schon am Sonntag Ölsperren auf dem Wasser ausgelegt hat. Zum anderen ist das Senheimer Hafenbecken so angelegt, dass eine lang gestreckte Landzunge, auf der sich der Campingplatz Holländischer Hof befindet, es von dem Fluss und dessen Strömung abschottet. Weiße Vliesmatten, die die alarmierten Feuerwehren (Senheim, Mesenich, Beilstein, Briedern, Bruttig-Fankel) vom Gefahrstoffzug Lutzerath erhalten haben, wurden auf die Wasseroberfläche gelegt. Sie saugen den Diesel auf und verfärben sich dunkel, sobald sie voll sind. Doch am Morgen nach dem Unglück sind allein die Matten unmittelbar über dem Wrack dunkel. Die meisten anderen Matten innerhalb der Ölsperre bleiben weiß, weil zum Glück wenig Kraftstoff austrat.

3. Was passiert mit verschmutzen Vliesmatten? Sie müssen von der Feuerwehr eingesammelt und als Sondermüll entsorgt werden. Die Rechnung dafür wird über die Verbandsgemeinde wohl beim Schiffseigentümer respektive bei dessen Versicherung landen, so ein Feuerwehrmann.

4. Wie ist die gesunkene Jacht gesichert? Sie ist mit Tauen an einem Anleger befestigt, der nach Informationen eines Feuerwehrmanns der Gemeinde Senheim gehört. An Tauen und Anlegern zerrt ein enormes Gewicht. „Brauselay“-Schiffsführer Bernd Theisen zufolge dürften es circa 15 Tonnen sein, die die Jacht an sich ungefähr wiegt. Für eine Bergung seien drei bis vier Tonnen Wasser mitzuberücksichtigen.

5. Was ist sonst über die Jacht und ihren Eigentümer bekannt? Bei dem Eigentümer handelt es sich um einen älteren Mann aus dem Raum Wuppertal. Er nutzt das Boot schon seit geraumer Zeit gar nicht mehr und war wohl kurz davor, es abzugeben. „Wenn es an Bord etwas zu erledigen gab, habe ich dem Mann schon mal angepackt“, erzählt Theisen. Das Boot, das zuvor im Alfer Hafen lag, befand sich allem Anschein nach in keinem besonders guten Zustand.

6. Was lässt sich über die Ursache für das Sinken des Boots sagen? Gegenwärtig lässt sich darüber nur spekulieren. Ein Beamter der Wasserschutzpolizei vermutet, dass über die Jahre irgendein Teil im Rumpf des Stahlboots undicht geworden ist. Er bestätigt, dass die Jacht seit Jahren nicht mehr auf der Mosel unterwegs gewesen ist, sondern im Grunde nur noch einen Ruheplatz hatte. Eine verlässliche Aussage zur Ursache für die Havarie lässt sich jedoch erst nach Bergung des Wracks treffen.

7. Wie geht es jetzt weiter? Ein Havariesachverständiger von der Versicherung des Bootseigentümers, die wahrscheinlich für die Kosten der Bergung aufkommen muss, wird sich ein Bild von der Lage machen, wahrscheinlich jedoch frühestens am Dienstag. Das sagt Klaus-Peter Berhard von der WSA-Außenstelle Cochem. Er wird in Abstimmung mit den Beteiligten entscheiden, wie die Jacht geborgen werden soll.

8. Wo liegen die Herausforderungen mit Blick auf die Bergung des Wracks? Die Unglücksstelle befindet sich am Fuße eines hohen, stark abschüssigen Hanges. Deshalb wird es wohl nur vom Wasser aus möglich sein, die Jacht zu heben. Das Problem dabei: Es braucht ein Schiff, dessen Kran für das enorme Gewicht des Wracks geeignet ist. Der Schwimmgreifer „Polyp“ des WSA Cochem könnte Bernd Theisen zufolge bis zu 18 Tonnen heben. Danach müsste die Jacht jedoch auch irgendwohin abtransportiert werden können. Luftkissen werden wohl ebenfalls zum Einsatz kommen müssen.

Von unserem Redakteur David Ditzer

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