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Zell

Gesperrt? Nein, Zells Bad soll erneuert werden

David Ditzer

Für das sanierungsbedürftige Erlebnisbad Zeller Land naht Hilfe: Einstimmig hat der Rat der Verbandsgemeinde (VG) Zell während einer Sitzung am Mittwoch beschlossen, dass für das einzige Schwimmbad in der VG eine Grundsanierung im Bestand angestrebt werden soll. Zugleich soll ein Ingenieurbüro – auf Basis technischer Untersuchungen und verlässlicher Zahlen – prüfen, ob und wie es möglich wäre, die Attraktivität des Bades mithilfe überschaubarer finanzieller Mittel zu steigern. Erste Gedanken dazu beinhaltet der Grundsatzbeschluss ebenfalls schon.

Was für diesen Startblock Realität ist, soll dem Erlebnisbad Zeller Land selbst nie widerfahren: Dass es gesperrt wird. Deshalb hat der VG-Rat jetzt einen Beschluss zur Zukunft der maroden Einrichtung getroffen: Eine Grundsanierung soll her, möglichst mitsamt einer Attraktivierung.
Was für diesen Startblock Realität ist, soll dem Erlebnisbad Zeller Land selbst nie widerfahren: Dass es gesperrt wird. Deshalb hat der VG-Rat jetzt einen Beschluss zur Zukunft der maroden Einrichtung getroffen: Eine Grundsanierung soll her, möglichst mitsamt einer Attraktivierung.
Foto: David Ditzer

Wichtige Impulse hat die vom Land finanzierte Machbarkeitsstudie der Nürnberger Kommunalberatungsgesellschaft con.pro aus dem Jahr 2016 allemal geliefert. Auf der Grundlage einer Bestandsanalyse zeigte sie Möglichkeiten auf, was mittel- bis langfristig aus dem in die Jahre gekommenen Erlebnisbad Zeller Land in Zell-Kaimt werden könnte. Handlungsbedarf zeichnet sich schon lange ab. Die Technik? Veraltet. Das Hauptbecken? Teilweise undicht. Fliesen und Umkleiden? Deutlich entfernt von modernem Standard. Eine Wärmedämmung? Praktisch nicht vorhanden. Die Wasserrutsche? Abgängig, sie konnte jedoch für ein weiteres Badejahr noch einmal repariert werden.

Allein für die Instandhaltung steckt die VG Zell als Träger jährlich zwischen 120.000 und 180.000 Euro ins Bad. Defizit pro Jahr: rund 600.000 Euro. Alles seit Jahren bekannte Fakten, die weder VG noch Rat ignorierten. Allerdings bezogen sie immer noch eine Überlegung mit ein, wann immer die Rede auf die anstehende Ertüchtigung des Bads kam: den geplanten Ferienpark Marina Weingarten, der, mit einem Jachthafen kombiniert, ein neuer Gästemagnet in direkter Nachbarschaft zum Bad werden könnte.

Die vergangen zehn Jahre ging das so. Sich darauf beziehend, sagte Karl Heinz Simon (SPD), Bürgermeister der VG Zell, im Sitzungssaal des Dienstgebäudes: „Ich denke, der Zeitpunkt ist jetzt jedoch gekommen – und das halt auch losgelöst von Marina –, um zu sagen: hopp oder topp, und dabei die Richtung anzugeben.“

Verwaltung und Ratsfraktionen waren sich einig darin, in welche Richtungen es nicht gehen kann oder darf:

  • Alles so weiterlaufen zu lassen wie bisher. Das würde mittelfristig dazu führen, dass man das Bad schließen müsste. Christian Simon formulierte es für die SPD-Fraktion so: „Ein Fahren auf Sicht wäre kein langes Fahren auf Sicht.“
  • Eine Luxuslösung, also ein Aus- und Umbau zum Weinbergbad, das gezielt auf die Themen Wellness und Gesundheit setzt. Oder gar ein Abriss und kompletter Neubau nach der Devise „Think big!“. Armin Haas (CDU): „Es ist so, dass wir uns die große Lösung gar nicht leisten können oder wollen.“ Für so etwas wäre, merkte VG-Chef Simon an, auch nicht nur das Einzugsgebiet zu klein. Es gäbe auch keine Fördermittel vom Land. Selbst eine Sanierung würde nur sehr begrenzt bezuschusst.
  • Ein Rückbau auf ein reines, dafür grundsaniertes Sportbad, das etwa die Dimensionen des Vorgängerbaus, des Hallenbads aus dem Jahr 1974 hätte. Auch ein solcher Rückbau wäre teuer, „gleichzeitig verliert aber das Bad jegliche Attraktivität“, so VG-Chef Simon.

Das Zeller Land, da waren sich Ratsmitglieder und Bürgermeister einig, braucht seine inzwischen einzig Schwimmmöglichkeit. Nicht nur für die im Schnitt 55.000 Badegäste pro Jahr, sondern auch für die rund 6000 Schüler, die hier lernen, sich über Wasser zu halten. Deshalb fasste der Zeller Rat einen mehrteiligen Beschluss:

1. Für das Erlebnisbad Zeller Land wird eine Grundsanierung im Bestand angestrebt – mitsamt einer Prüfung von „finanziell überschaubareben Attraktivitätssteigerungen“. Hier kämen infrage: eine Vergrößerung des Außenbeckens (inklusive einer besseren Nutzung des Außengeländes), eine bedarfsgerechte Attraktivierung der Sauna (die besser an Bad und Gastronomie angebunden wird) und eine Attraktivierung der Gastronomie an sich.

2. Die Verwaltung soll Honorarangebote bei Fachbüros einholen, die mit solchen Planungen Erfahrung haben – eine realistische Kostenschätzung inbegriffen.

An Planungsmitteln hat die VG 100.000 Euro im Etat vorgesehen, so Bürgermeister Simon. Im Zeller Land läuft es also auf ein „Erlebnisbad 2.0“ heraus, wie es Armin Haas von der CDU betitelte. Man wolle das Bad „an die jetzige Lebenswirklichkeit heransanieren“. Um zu entscheiden, wie dies geschehen soll, müssen solide Zahlen her.

Von unserem Redakteur David Ditzer

Bürgermeister Simon: Haben das Freibad Arrastal nicht im Stich gelassen

Karl Heinz Simon, Bürgermeister der VG Zell, ordnete im Ratssaal noch ein paar weitere Punkte ein, die in der Diskussion um eine Sanierung des Erlebnisbads Zeller Land auftauchen:

1. Dass die VG Simmern (Rhein-Hunsrück-Kreis) für den Neubau eines Sportbades an der Stelle des Freizeitbades vom Land bis zu 90 Prozent an Zuschüssen erwarten darf, liegt an einem Förderprogramm des Bundes. Dieses ist einmalig und von der Zahl der Profiteure her begrenzt. Die VG Zell hatte hier die alte Schule Kaimt für eine mögliche Förderung angemeldet, war jedoch nicht zum Zuge gekommen.

2. Den Vorwurf des Alfer Ortsbürgermeisters Peter Mittler senior, bei der angestrebten Sanierung des Freibads Arrastal habe man die Gemeinde „hängen lassen“, „kann ich so nicht stehen lassen“, sagte Simon. Der VG-Rat habe seinerzeit 230.000 Euro zugesagt. Und das, obwohl die VG einen Vertrag mit der Ortsgemeinde hatte, demzufolge sie sich nicht an den Kosten einer Sanierung hätte beteiligen müssen. Zudem habe die VG in Sachen Arrastal-Freibad in Mainz und beim Kreis erfolgreich um Zuschüsse geworben. Die Sanierung des Alfer Bades für etwas mehr als 1 Million Euro scheiterte an einer Finanzierungslücke von 230.000 Euro. dad

Cochem Zell
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