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Cochem-Cond

Frau auf Cochemer Campingplatz überfallen und sexuell genötigt: Matrose soll der Täter sein

In der Nacht zu Mittwoch ist eine junge Frau auf dem Campingplatz am Moselufer in Cochem-Cond brutal überfallen und sexuell genötigt worden.

In diesen Waschräumen auf dem Campingplatz hat die Tat stattgefunden.
In diesen Waschräumen auf dem Campingplatz hat die Tat stattgefunden.
Foto: Christoph Bröder

Wie Oberstaatsanwalt Rolf Wissen von der Staatsanwaltschaft auf RZ-Anfrage mitteilt, ist der mutmaßliche Täter, ein 29 Jahre alter deutscher Matrose, kurz nach dem Verbrechen von der Polizei gefasst worden. Bernd Schuwerack, Geschäftsführer der Freizeitzentrum-Betriebsgesellschaft, zu der auch der Campingplatz am Conder Moselufer gehört, ist geschockt.

Doch was war passiert? Das abscheuliche Verbrechen geschieht am Mittwochmorgen gegen 2 Uhr. Der mutmaßliche Täter lauert seinem Opfer auf, als sich die junge Frau von ihrem Campingwagen am Conder Moselufer aus zu einem Sanitärgebäude begibt. Er schlägt die junge Frau brutal zusammen und zerrt sie anschließend in das Gebäude. Dort kommt es, wie Staatsanwalt Wissen mitteilt, „zu erheblichen sexuellen Handlungen“, allerdings nach gegenwärtigem Stand nicht zu einem vollendeten Beischlaf.

Deshalb sei das Verbrechen juristisch als sexuelle Nötigung einzustufen, nicht als Vergewaltigung – was das Geschehene nicht minder widerwärtig macht. „Es handelt sich um ein Verbrechen, das man in seiner Brutalität auch als Staatsanwalt nicht alle Tage sieht“, konstatiert Wissen. Dass der mutmaßliche Täter die Vergewaltigung nicht vollendete, ist dem Freund des Opfers zu verdanken. Er kommt der jungen Frau zu Hilfe, verletzt sich in der Auseinandersetzung mit dem Beschuldigen selbst leicht, schlägt diesen aber in die Flucht. Die Polizei nimmt den Flüchtigen, der sich beim Versuch zu entkommen, ebenfalls verletzt, wenig später fest. Der mutmaßliche Täter, ein deutscher Matrose, war des Nachts in Cochem unterwegs und fasste den Entschluss, einer Frau aufzulauern, sie zu überfallen und zu vergewaltigen, allem Anschein nach kurz vor der Tat. Auf dem Campingplatz hielt er nach einem Opfer Ausschau, bis er die junge Frau sah, die auf dem Weg zu dem Sanitärgebäude war. Die Überfallene wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Zu ihrer Person macht die Staatsanwaltschaft aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine näheren Angaben. „Die Frau hat schon genug durchlitten“, so Oberstaatsanwalt Wissen. Sie wird noch eine längere Zeit im Krankenhaus verbringen müssen.

„Es handelt sich um ein Verbrechen, das man in seiner Brutalität auch als Staatsanwalt nicht alle Tage sieht.“

Rolf Wissen, Oberstaatsanwalt

Campingplatz-Geschäftsführer Schuwerack hatte noch in der Tatnacht einen Anruf von der Cochemer Polizei. Er befindet sich zurzeit im Urlaub in Südtirol. Die Polizei berichtet ihm, was geschehen ist. Er ist erschüttert und fassungslos, als die RZ ihn am Donnerstag telefonisch erreicht. „Das nimmt mich richtig mit“, sagt er. „Ich habe schon überlegt, nach Hause zu kommen. Aber was könnte ich dort tun?“, fragt Schuwerack. Campingplatz-Geschäftsführer Schuwerack sagt: „Ich war nur froh, dass die Polizei den Typen sofort gefasst hat.“ Seine Stellvertreterin war in der fraglichen Nacht am Tatort. „Das war total surreal, als wäre man in einem Krimi“, erzählt sie. Noch immer könne sie nicht glauben, dass das Ganze wirklich passiert sei. In der Tatnacht hätten nur wenige Gäste etwas von dem Geschehen mitbekommen. Inzwischen habe es sich jedoch herumgesprochen.


Bernd Schuwerack hält von Südtirol aus den Kontakt zum Campingplatz. „Gestern hat die Kripo den ganzen Vormittag lang Spuren gesichert, auch Blutspuren“, sagt er am Donnerstag. Inzwischen ist der Tatort gereinigt worden. Der jungen Frau, die Opfer der sexuell motivierten Gewalttat wurde, geht es nicht gut, so Schuwerack. Man halte den Kontakt zu ihrem Freund und werde die Frau auch im Krankenhaus besuchen. Vor allem wolle man den Traumatisierten aber auch erst einmal Ruhe lassen.

Natürlich habe er sich auch die Frage gestellt, ob man mehr hätte gegen das grausige Verbrechen tun können, sagt Schuwerack. Aber: „Wir haben eine Nachtwache, und die ist präsent. Und sie kann auch nicht ständig jede Ecke des Campingplatzes im Auge haben.“ Gegen den Beschuldigten hat die Haftrichterin vom Amtsgericht Koblenz am Donnerstag einen Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung und sexueller Nötigung erlassen, so Oberstaatsanwalt Wissen. Er sitzt nun in einer Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft.

Von unserem Redakteur David Ditzer

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